Nagoldgau

Der Nagoldgau (auch Nagoldgouw oder Nagaltgouwe), so genannt um 780, ist ein im Frühmittelalter entstandenes Territorium, das zum Herzogtum Schwaben gehörte und aus dem Bezirk Baar hervorging.

Geschichte

Der Nagoldgau befand sich um den Fluss Nagold, rechts der Enz, und war im 10. Jahrhundert ein Territorium der Westbaar. Der Nagoldgau wurde in zwei weitere kleinere Gaue unterteilt:

Der Gau wurde von Gaugrafen vermutlich mit Sitz bei der Nagolder Remigiuskirche und später auf der Burg Hohennagold regiert. Im Jahre 1078 verlagerte sich der Schwerpunkt der Herrschaft nach Tübingen und 1146 erlangte Graf Hugo das Amt eines Pfalzgrafen in Schwaben. Im Spätmittelalter entstand wieder eine eigenständige Herrschaft in Nagold, nachdem Graf Burkhard von Hohenberg Mechthild, die Tochter des Pfalzgrafen Rudolf II. von Tübingen, geheiratet hatte.

Nagoldgaugrafen

Haus Tübingen

Haus Hohenberg

Mechthild, die Tochter des Pfalzgrafen Rudolf II. von Tübingen, brachte nach 1230 die Burg Hohennagold als Mitgift in die Ehe mit Graf Burkhard von Hohenberg ein.

1363 verkaufte Graf Otto II. die Grafschaft Hohenberg-Nagold an Württemberg.

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 7., vollständig überarbeitete Auflage. C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54986-1.
  2. ↑ Michael Borgolte: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Thorbecke, Sigmaringen 1984, ISBN 3-7995-6691-0, S. 129 (Dornstetten, Ergenzingen, Rohrdorf).
  3. ↑ NDB VI, 315 – M. Mitterauer, Karolingische Mgf.en im SO, 1963, 8ff. – W. Störmer, Früher Adel, 1973, 218ff.
  4. ↑ Siehe RI II,1 n. 428 Regesta imperii online
  5. ↑ Heinrich II. schenkt dem Bistum Bamberg am 11. Januar 1007 den Ort Nagold im Nagoldgau in der Grafschaft des Grafen Werner mit allem Zubehör zu freiem Verfügungsrecht zum Nutzen des Bistums. WUB online,
  6. ↑ Siehe RI III,1 n. 109b Regesta Imperii online
  7. ↑ Möglicherweise verheiratet mit Berta von Grüningen, siehe Hermann Römer: Markgröningen im Rahmen der Landesgeschichte I. Urgeschichte und Mittelalter, Markgröningen 1933, S. 52.
  8. ↑ Judith Bruckner: Historischer Stadtführer von Nagold. Stadt Nagold, Amt für Bildung, Kultur und Sport, 2014, S. 142
  9. ↑ Judith Bruckner: Historischer Stadtführer von Nagold. Stadt Nagold, Amt für Bildung, Kultur und Sport, 2014, S. 143