Nadschāsa

Nadschāsa (arabisch نجاسة, DMG naǧāsa, oder auch Najāsa) bezeichnet im Islam den Zustand ritueller Unreinheit und damit das Gegenteil von Tahāra.

Es bezeichnet darüber hinaus auch die Anwesenheit von rituell unreinen Substanzen.

Das arabische Adjektiv zu Nadschāsa lautet nadschis / نجس / naǧis.

Religiöse Bedeutung

Ist der Gläubige im Zustand der rituellen Unreinheit, so ist vor rituellen Handlungen, wie z. B. dem Gebet (Salāt), die rituelle Reinigung vorzunehmen. Je nach Art der Verunreinigung ist entweder die kleine Waschung (Wudu’) oder die große Waschung (Ghusl) zu vollziehen. Bei Nicht-Vorhandensein von Wasser ersatzweise auch mit z. B. Sand (Tayammum), wobei dies jedoch nicht ähnlich durchgeführt wird wie mit der Waschung durch Wasser.

Arten von ritueller Unreinheit

Kleine Unreinheit (chafīfa)

Durch kleine Unreinheiten verliert man den Zustand der rituellen Reinheit (Tahāra). Kleine Unreinheiten sind z. B.:

Um nach einem durch eine kleine Unreinheit verursachtem Verlust der rituellen Reinheit letztere wieder zu erlangen, muss mindestens die kleine Waschung (Wudū') vollzogen werden.

Große Unreinheit (ghalīza)

Große Unreinheiten können nur mit der großen Waschung (Ghusl) beseitigt werden, wie beispielsweise:

Rituell unreine Substanzen

Bestimmte Dinge verunreinigen Körper oder Kleidung, sodass diese rituellen Unreinheiten unter Umständen entfernt werden müssen. Auch Plätze können verunreinigt sein, sodass etwa das Ritualgebet (Salāt) dort nicht erlaubt ist.

Rituell unreine Substanzen können in bestimmten Fällen und in bestimmtem Umfang entschuldigt sein.

Einzelnachweise

  1. ↑ Der Zustand der großen rituellen Unreinheit | Handbuch für den neuen Muslim. Abgerufen am 22. März 2018.
  2. ↑ How Can I Maintain Purity and Pray When I Have a Weak Bladder that Constantly Leaks? - SeekersHub Answers. In: SeekersHub Answers. 10. September 2011 (seekershub.org [abgerufen am 22. März 2018]).