Nala Sinephro

Nala Sinephro (* 1996) ist eine belgische Jazzmusikerin (Harfe, Elektronik, Komposition).

Leben

Sinephro wuchs in der Nähe von Brüssel in einer musikalisch geprägten Familie auf; ihre Mutter war Klavierlehrerin und ihr Vater war Jazzsaxophonist. Nach einer ernsthaften Erkrankung in ihrer Jugend entschied sich Sinephro gegen eine Laufbahn als Biochemikerin und widmete sich stattdessen der Musik. Ein Studium am Berklee College of Music in Boston, wo sie die Elektronikkurse schwierig fand und ihr ein Nebenjob als Live-Tontechnikerin eine praktischere und preisgünstigere Ausbildung bot, brach sie ab. 2017 zog sie nach London und kündigte die Ausbildung an einem dortigen Jazz-College aufgrund der geringen Diversität nach drei Wochen. In London tauchte sie in die lokale Jazzszene ein und knüpfte wichtige Kontakte, darunter zur Saxophonistin Nubya Garcia.

Wirken

Sinephro machte sich mit einer Mischung aus Jazz und Elektronik einen Namen. Sie betrachtet ihre Musik als therapeutisch und richtet ihre Instrumente auf Frequenzen, die Klarheit und innere Ruhe fördern. Ihr Ansatz ist von einer Suche nach musikalischer Einfachheit geprägt, die sich in einem stetigen Fluss organischer und synthetischer Töne manifestiert.

Ihr Debütalbum Space 1.8 (2021) erhielt Anerkennung für seine beruhigende und zugleich meditative Qualität, die oft mit dem Spiritual Jazz einer Alice Coltrane verglichen wird.

Sinephros Nachfolgealbum Endlessness (2024) ist ebenfalls experimentell, indem es eine Verschmelzung aus Harfenspiel, Synthesizer-Klängen und Beiträgen bekannter Musiker wie Sheila Maurice-Grey, Morgan Simpson und Edward Wakili-Hick bietet; Markus Will stellte es bei BRF als eines der zehn besten Jazzalben des Jahres 2024 vor.

Diskographie

Studioalben

Filmmusik

Gastauftritte

Einzelnachweise

  1. 1 2 Bester: Nala Sinephro, la jazzwoman qu’il te faut. In: Gonzaï. 26. Juli 2024, abgerufen am 21. September 2024 (französisch).
  2. ↑ Jazz Monroe: Nala Sinephro Is Subverting Jazz Tradition One Immaculate Note at a Time. In: Pitchfork. 24. Januar 2022, abgerufen am 22. September 2024 (englisch).
  3. 1 2 Antoine Gailh: Qui es-tu Nala Sinephro, toi la nouvelle patronne du jazz cosmique ? In: Canal Plus. 3. Mai 2022, abgerufen am 21. September 2024 (französisch).
  4. 1 2 Stephanie Grimm: Neues Album von Jazzerin Nala Sinephro: Unendlichkeit als Musiktherapie. In: die tageszeitung. 19. September 2024, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 21. September 2024]).
  5. 1 2 Andreas Borcholte: Album der Woche mit Die Nerven: Heavy Endzeit-Rock. In: Der Spiegel. 13. September 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 21. September 2024]).
  6. ↑ Markus Will: Jazztime: Die 10 besten Alben 2024. In: BRF. 3. Januar 2025, abgerufen am 18. Januar 2025.
Personendaten
NAME Sinephro, Nala
KURZBESCHREIBUNG belgische Jazzmusikerin und -komponistin
GEBURTSDATUM 1996