Nanokosmos

Nanokosmos bezeichnet in Anlehnung an den Begriff Mikrokosmos – für die mikroskopisch kleine Welt, die man durch ein Lichtmikroskop beobachtet – die nochmals tausendfach kleinere Welt der Zellen und Makromoleküle (Proteine, DNA), deren Abmessungen typischerweise im Bereich von Nanometern (millionstel Millimetern) liegen. Die Erzeugung künstlicher Systeme, die in diesem Größenbereich operieren, ist Gegenstand der Nanotechnologie.

Charakteristika

Mehrere charakteristische Eigenschaften grenzen den Nanokosmos gegenüber dem Mikrokosmos einerseits, und der von der Quantenphysik dominierten Welt der Atome andererseits ab:

Begriffsgeschichte

Der Begriff wurde 1995 in dem Buchtitel „Expeditionen in den Nanokosmos“ verwendet. Dieses Buch stellte natürliche und synthetische Nanosysteme einander gegenüber und betonte, dass wir bei der Entwicklung neuer Konzepte der Nanotechnologie von der etablierten „Nanotechnologie der Natur“ lernen können. Um die Jahrtausendwende trat er auch in Publikumszeitschriften, etwa Der Spiegel auf. Im Englischen hat sich „nanoworld“ als entsprechender Begriff etabliert.

Einzelnachweise

  1. 1 2 M. Groß, Expeditionen in den Nanokosmos, Birkhäuser Verlag, Basel, 1995.
  2. ↑ D. Goodsell, BioNanoTechnology, Wiley-Blackwell 2004
  3. ↑ R. D. Astumian, Spektrum der Wissenschaft Januar 2002, Molekulare Motoren
  4. ↑ J. Edel, A. J. De Mello, Nanofluidics: Nanoscience and Nanotechnology, RSC Publishing 2008
  5. 1 2 Vincenzo Balzani, A. Credi, M.Venturi, Molecular Devices and Machines: Concepts and Perspectives for the Nanoworld, Wiley-VCH 2008
  6. ↑ M. Haw, Middle World, Palgrave/Macmillan 2006
  7. ↑ Der Spiegel - 17. April 2000: TAUCHEN IM NANOKOSMOS Die Welt im 21. Jahrhundert (Teil 3): Medizintechnik - Mini-U-Boote kreisen durch Adern und Zellen
  8. ↑ A. Wixforth, Surfen im Nanokosmos Physik in unserer Zeit 1999 Band 30, Nr. 3, Pages: 23–130