Nasensekret

Ein „Popel“, unten das flüssige Nasensekret, oben schon angetrocknet

Nasensekret oder Nasenschleim (umgangssprachlich „Rotz“ oder Schnodder genannt, angetrocknet „Popel“) ist ein schleimartiges Sekret, das im Inneren der Nase von Menschen und Tieren mit Hilfe spezieller Drüsen in der Schleimhaut gebildet wird. Normalerweise reinigt sich die Nase selbst durch Niesen.

Erklärung

Der biologische Nutzen des Nasensekrets besteht in der Befeuchtung der Atemluft und ihrer Reinigung von Staub. Der Hauptteil des Nasensekrets ist dünnflüssig und fließt fortwährend nach innen über den Rachenraum ab. Bei Menschen und anderen Trockennasenprimaten verfestigt sich jedoch im Bereich der Nasenlöcher, der verstärkt der Austrocknung ausgesetzt ist, ein Teil des Sekrets und kann nicht mehr von alleine abfließen. Dieses angetrocknete Sekret muss dann, z. B. mit Hilfe eines Fingers („Nasenbohren“, „Popeln“) oder durch Ausblasen der Nase in ein Taschentuch („Schnäuzen“), nach außen entfernt werden, um wieder eine freie Atmung durch die Nase zu ermöglichen.

Erkrankungen

Die vermehrte Abgabe von krankhaft verändertem Nasensekret wird als Nasenausfluss (griechisch Rhinorrhoe) bezeichnet. Eine ungenügende Bildung von Nasensekret führt zu einer Austrocknung der Nasenschleimhaut („trockene Nase“, Rhinitis sicca).

Sprachliches

Sonstiges

Literatur

Commons: Nasensekret – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Herausgegeben von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 672 und 670 (Schnodder, von mittelhochdeutsch snuder, wie „Schnupfen“ und „schneuzen“ zurückgehend auf indogermanisch *sneu- ‚fließen‘).
  2. ↑ Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 451–452 (zum Rotz).
  3. ↑ Schnudel. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 15: Schiefeln–Seele – (IX). S. Hirzel, Leipzig 1899, Sp. 1382 (woerterbuchnetz.de).
  4. ↑ Martin Droschke: Franken hat so schöne Wörter. Bubbl. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 19. April.
  5. ↑ Rupert Frank: Rammel, der. In: Bairisches Wörterbuch. Abgerufen am 27. Mai 2026.
  6. ↑ www.koelsch-woerterbuch.de
  7. ↑ Wörterbuch Hochdeutsch – Lippisches Plattdeutsch. Bearbeitet von Sabine Schierholz nach der Vorlage von Fritz Platenau, Lippischer Heimatbund, Detmold 2003, ISBN 3-926311-90-8.
  8. ↑ Bögg I, Bedeutung 2. In: Schweizerisches Idiotikon, Band IV, Spalte 1083 f.