Natalie Binczek

Natalie Binczek (* 1967) ist eine deutsche germanistische Literaturwissenschaftlerin. Sie lehrt an der Ruhr-Universität Bochum Neuere deutsche Philologie.

Lebenslauf

Natalie Binczek studierte von 1987 bis 1995 Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Philosophie in Köln, Bochum und Jerusalem. Ihr Studium wurde mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. 1995 bis 1997 war sie Doktorandin des literatur- und kommunikationswissenschaftlichen Graduiertenkollegs „Intermedialität“ an der Universität Siegen. 1997 wurde sie in Bochum mit einer Dissertation über den „dekonstruktiven Anteil in der Systemtheorie Niklas Luhmanns“ promoviert. Sie arbeitete 1998 bis 2000 zunächst in wissenschaftlichen Forschungsprojekten, von 2000 bis 2009 sodann als wissenschaftliche Assistentin und in der Folge als Oberassistentin an der Universität Siegen. Dort habilitierte sie sich 2004 mit einer Arbeit über den „Tastsinn in Texten der Aufklärung“. Im Rahmen des Fritz-Thyssen-Stipendienprogramms arbeitete Natalie Binczek 2007/08 in den Forschungseinrichtungen der Franckeschen Stiftungen zu Halle. Sie nahm Professurvertretungen in Würzburg sowie Essen wahr.

Seit 2010 ist sie als Universitätsprofessorin Inhaberin des Lehrstuhls für „Neugermanistik, insbesondere Theorie und Geschichte literarischer Kommunikation und ihrer Medien“ an der Ruhr-Universität Bochum. – 2014 war sie Visiting Fellow am Department of German der Princeton University (Princeton, NJ).

Forschung

Die Forschungsschwerpunkte Natalie Binczeks liegen einerseits in der Literatur- und Medientheorie, andererseits in der deutschsprachigen Literaturgeschichte des 17. bis 21. Jahrhunderts, das heißt von der frühen Aufklärung bis zur Gegenwartsliteratur. In jüngster Zeit konzentrieren sich ihre Forschungen auf das von ihr theoretisch kartierte Feld der „Medien der Literatur“: In dieser Perspektive hat sie philologische Arbeiten vor allem zu den akustischen Medien Hörbuch, Lesung und Vorlesung sowie zu Techniken des Diktierens vorgelegt. Auch die Zeitung und das Kaffeehaus hat sie als Medien der Literatur thematisiert. Sie ist Mitherausgeberin der im Metzler Verlag erscheinenden Reihe Media: Literaturwissenschaftliche Forschungen.

Schriften (Auswahl)

Zeitschriften

Zusammen mit Freunden rief Natalie Binczek in den 1990er Jahren das Theoriefanzine Nummer: Zeitschrift für theoretisches Fernsehen ins Leben (acht Ausgaben von 1994 bis 1999). Gegenwärtig ist sie Mitherausgeberin der germanistischen Zeitschrift Sprache und Literatur.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Eintrag im Internationalen Germanistenverzeichnis.
  2. 1 2 3 Prof. Dr. Natalie Binczek auf der Webseite der Ruhr-Universität Bochum.
  3. ↑ Natalie Binczek: Im Medium der Schrift. Zum dekonstruktiven Anteil in der Systemtheorie Niklas Luhmanns. Fink, München 2000, S. 2 (Vorwort).
  4. ↑ Webseite des Department of German der Princeton University (Memento vom 24. Oktober 2014 im Internet Archive)
  5. ↑ Vgl. u. a. Medien der Literatur. Hrsg. von Natalie Binczek, Till Dembeck, Jörgen Schäfer. De Gruyter, Berlin / Boston, MA 2014.
  6. ↑ Natalie Binczek: Das Buch, die Zeitung und das Kaffeehaus. Zur epitextuellen Poetik in Arthur Schnitzlers Erzählung ‚Später Ruhm‘. In: Paratextuelle Politik und Praxis. Interdependenzen von Werk und Autorschaft. Hrsg. von Martin Gerstenbräun-Krug, Nadja Reinhard. Böhlau, Wien 2018, S. 254–270.
  7. ↑ Book series: Media. Literaturwissenschaftliche Forschungen, seit 2021.
  8. ↑ Vgl. Autorenangabe in Binczek/Rass 1999, S. 189; DNB.
  9. ↑ Vgl. Sprache und Literatur (auf der Webseite des Brill Verlags).
Personendaten
NAME Binczek, Natalie
KURZBESCHREIBUNG deutsche Germanistin
GEBURTSDATUM 1967