
Nathan „Nat“ Schachner (geboren am 16. Januar 1895 in New York City; gestorben am 2. Oktober 1955 in Hastings-on-Hudson, New York) war ein amerikanischer Schriftsteller, bekannt als Science-Fiction-Autor und Verfasser historischer Sachbücher und Biografien.
Schachner studierte Chemie am City College of New York, wo er 1915 mit dem Bachelor abschloss. Danach arbeitete er als Chemiker im New York City Department of Health. Im Ersten Weltkrieg diente er von 1917 bis 1918 im U.S. Chemical Warfare Service. 1919 erwarb er den Grad eines Juris Doctor an der New York University. Im gleichen Jahr heiratete er Helen Lichtenstein, mit der zusammen er eine Tochter hatte. Von 1919 bis 1933 war er Anwalt, danach freier Schriftsteller. Von 1945 bis 1951 war er redaktionell für das American Jewish Committee tätig und von 1954 bis 1955 Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des National Council of Jewish Women. 1933 war er Präsident der American Rocket Society.
1930 hatte Schachner zusammen mit Arthur Leo Zagat die Science-Fiction-Kurzgeschichte The Tower of Evil in Wonder Stories Quarterly veröffentlicht, weitere Zusammenarbeiten mit Zagat folgten, 1931 erschien der Roman Exiles of the Moon, ab 1932 erschien Schachner als alleiniger Autor. In dem Jahrzehnt bis 1941 veröffentlichte er über 100 SF-Storys, gelegentlich unter den Pseudonymen Chan Corbett und Walter Glamis, und war als Autor der Pulp-Magazine der Epoche auch in anderen Genres produktiv. 2011 erschien eine Sammlung seiner Weird Fiction als The Devil’s Nightclub and Other Stories. 1937 war eine Biografie des Politikers Aaron Burr erschienen. Ab Anfang der 1940er Jahre wandte Schachner sich von der Science-Fiction ab und Biografien und Sachbüchern vor allem aus dem Bereich der US-Geschichte zu. Außerdem verfasste er mehrere konventionelle Romane, zuletzt 1944 The Wanderer, einen historischen Roman über die Liebe von Dante zu Beatrice.
Ein Kennzeichen von Schachners Science-Fiction war die Thought-Variant-Story, ein im Dezember 1933 von F. Orlin Tremaine geprägter Begriff. Tremaine stand seinerzeit am Anfang seiner Herausgeberschaft von Astounding und beschrieb mit dem Begriff einen Typus von Erzählung, die im Gegensatz zum damals die Pulps dominierenden Action-orientierten Weltraumabenteuer (Stichwort Space Opera) die Mittel spekulativen Erzählens einsetzt, um eine Idee oder ein Konzept zu beleuchten. Er benannte Ancestral Voices, eine in der gleichen Ausgabe von Astounding enthaltene Erzählung Schachners, als erstes Beispiel für diese neue Richtung. Dazu gehörte auch, dass sich Schachner in seiner Science-Fiction mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen und Konflikten auseinandersetzte und insbesondere Stellung gegen den aufsteigenden Nationalsozialismus bezog, weshalb Paul A. Carter ihn in The Creation of Tomorrow: Fifty Years of Magazine Science Fiction einen der ersten „anti-Nazi Paul Reveres“ nannte.
1955 ist Schachner im Alter von 60 Jahren gestorben. Zusammen mit seiner Frau ist er auf dem Mount Hope Cemetery in Hastings-on-Hudson bestattet.
Die Serien sind nach dem Erscheinungsjahr des ersten Teils geordnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schachner, Nathan |
| ALTERNATIVNAMEN | Schachner, Nat; Corbett, Chan (Pseudonym); Glamis, Walter (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 16. Januar 1895 |
| GEBURTSORT | New York City |
| STERBEDATUM | 2. Oktober 1955 |
| STERBEORT | Hastings-on-Hudson, New York |