Naturgeschichte

Naturgeschichte, genannt auch Naturkunde und Naturlehre sowie Naturforschung, ist eine historische Sammelbezeichnung für Wissensgebiete, die gewöhnlich mehreren verschiedenartigen Wissenschaften, überwiegend Naturwissenschaften, zugeordnet werden. Dazu zählen die Erforschung der Lebewesen (Biologie, darunter Botanik und Zoologie) sowie Mineralogie, Paläontologie, Ökologie und zum Teil auch Archäologie, Geologie mit Petrologie, Astronomie, Physik und Meteorologie. Erforscher dieser Wissensgebiete werden als Naturforscher bezeichnet.

Naturgeschichte im 18. und 19. Jahrhundert

Tables of natural history aus der 1728 erschienenen Cyclopaedia, or an Universal Dictionary of Arts and Sciences

Allgemein galt ein sich mit Naturgeschichte beschäftigender Mensch als Naturforscher, Naturkundler oder Naturalist. Naturforscher im allgemeinen Sinne gab es jedoch schon in der Antike und im Mittelalter. Die „Naturkunde“ war in der Neuzeit im Wesentlichen eine dilettantische Laien-Beschäftigung, wie sie etwa Goethe ausübte, und nicht ein Beruf. Im 18. Jahrhundert und weit ins 19. Jahrhundert hinein wurde der Begriff Naturgeschichte verwendet, um alle wissenschaftlichen Studien, im Gegensatz zur politischen oder kirchlichen Geschichte, zu bezeichnen. Diese umfassende Bezeichnung wird auch heute noch für einige Museen und Gesellschaften verwendet. Traditionell wurde die vorwiegend beschreibende Naturgeschichte der mehr erklärenden Naturphilosophie entgegengestellt.

Charakteristika der Naturgeschichte sind:

Bekannte Naturkundemuseen sind das Natural History Museum in London, das Museum für Naturkunde in Berlin, das Naturhistorische Museum in Wien und das Muséum national d’histoire naturelle in Paris.

Literatur

Historische Literatur

Siehe auch

Commons: Naturgeschichte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Einzelnachweise

  1. ↑ Hermann Fischer: Die Heilige Hildegard von Bingen. Die erste deutsche Naturforscherin und Ärztin. Ihr Leben und Werk (= Münchener Beiträge zur Geschichte und Literatur der Naturwissenschaften und Medizin. Band 7/8). München 1927.
  2. ↑ Vgl. auch Jan-Dirk Müller: Naturkunde für den Hof. Die Albertus-Magnus-Übersetzung des Werner Ernesti und Heinrich Münsingen. In: Jan-Dirk Müller (Hrsg.): Wissen für den Hof. Der spätmittelalterliche Verschriftungsprozeß am Beispiel Heidelberg im 15. Jahrhundert (= Münstersche Mittelalter-Schriften. Band 67), München 1994, S. 121–168.
  3. ↑ Vgl. zu älterer Begriffsverwendung etwa Ria Jansen-Sieben: De natuurkunde van het gehaalal. Een 13de-eeuws middelnederlandse leerdicht. Brüssel 1968.
  4. ↑ Arthur O. Lovejoy: Die große Kette der Wesen. Geschichte eines Gedankens. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-28704-4; engl. Originalausgabe: The great chain of being. A study of the history of an idea. 1936.
  5. ↑ Wolf Lepenies: Das Ende der Naturgeschichte. Wandel kultureller Selbstverständlichkeiten in den Wissenschaften des 18. und 19. Jahrhunderts. Hanser, München 1976, ISBN 3-446-12185-4, S. 45.