
Erdnahe Objekte (englisch Near-Earth object, NEO) sind Asteroiden, Kometen und große Meteoroiden, deren größte Annäherung an die Sonne (Periheliondistanz) weniger als 1,3 Astronomische Einheiten (AE) beträgt. Die Umlaufbahn erdnaher Objekte bringt diese somit in die Nähe der Erde. Um dieser Gefahr begegnen zu können, sind genaue Kenntnisse über solche Objekte notwendig.
Nach Art und Größe unterteilt man die erdnahen Objekte in:
Meteoroiden sind größer als der interplanetare Staub, aber kleiner als Asteroiden, wobei es aber weder von der Größe noch von der Zusammensetzung her eine eindeutige und einheitliche Grenze zwischen den beiden Objektarten gibt.
Die Asteroiden und Meteoroiden zählen zusammen mit den Kometen zu den Kleinkörpern des Sonnensystems.

Nach dem Einschlag des Kometen Shoemaker-Levy 9 1994 auf Jupiter erhielt die NASA 1998 vom amerikanischen Kongress den Auftrag, 90 % derjenigen Erdbahnkreuzer zu katalogisieren, die mehr als 1 km Durchmesser aufweisen. Dies soll durch spezielle Programme zur Himmelsüberwachung, wie z. B. LINEAR, LONEOS, NEAT, CSS, CINEOS, Spacewatch oder ADAS, erreicht werden. Der Einschlag eines Asteroiden oder Kometen dieser Größenordnung könnte ein Areal von der Größe Frankreichs zerstören und hätte auch globale Auswirkungen. Das größte bekannte erdnahe Objekt – mit einem Durchmesser von etwa 31 km – ist (1036) Ganymed.
Im Jahr 2005 wurde der Auftrag an die NASA dahingehend erweitert, bis zum Jahr 2020 Instrumente und Suchprogramme zu schaffen, die es ermöglichen, erdnahe Objekte ab einer Größe von 140 m zu entdecken. Objekte dieser Größenordnung könnten beim Einschlag z. B. die Region Washington DC zerstören. Nach der zweiten, nicht mehr kryogenen Beobachtungsphase des Wide-Field Infrared Survey Explorers, die Anfang 2011 endete, extrapolierten die Forscher, dass das 90-%-Soll im Größenbereich über 1 km bereits übererfüllt sei, dass aber noch rund 80 % der NEOs über 100 m zu entdecken seien (von wahrscheinlich rund 20.000 waren 5.200 entdeckt). Anfang 2018[veraltet] waren es mehr als 8.000 (> 140 m) von wahrscheinlich 30.000.
Mit dem empfindlicheren Large Synoptic Survey Telescope wird es innerhalb weniger Jahre gelingen, auch in diesem Bereich fast 90 % zu entdecken.
Seit 2008 hat ein weiteres Umdenken stattgefunden, dass auch Objekte kleiner 140 m erheblichen Schaden anrichten können und diese beobachtet werden müssen. Dafür wurde das Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System entwickelt.
Es gibt zwei Einteilungen zur Klassifizierung des Einschlagsrisikos:
2003 wurde für die beiden erdnahen Asteroiden (143649) 2003 QQ47 und (433953) 1997 XR2 ein Risiko größer Null festgestellt, beide sind in die Gefahrenstufe 1 eingeordnet. Nach genauen Bahnmessungen im Jahr 2005 wurde dem Objekt (99942) Apophis (2004 MN4) als erstem eine Risikostufe größer als 1 zugewiesen, kurzfristig war der Asteroid sogar in die Stufe 4 eingeordnet worden. Zwischen Februar und Mai 2006 wurde (144898) 2004 VD17 auf der Turiner Skala mit 2 eingestuft, er war damit erst der zweite Asteroid, der einen Wert von über 1 auf dieser Skala erreichte.
Bisher ist ein erdnahes Objekt mit einem Risiko größer null bekannt; für (29075) 1950 DA wird eine enge Begegnung im Jahr 2880 vorhergesagt. Sollte es zu einem Einschlag dieses Objekts kommen, könnte ein Massensterben die Folge sein, bei dem die meisten Lebensformen auf der Erde ausgelöscht würden. Für (99942) Apophis erreichte 2005 die Risikobewertung des Einschlags auf der Palermo-Skala für kurze Zeit den Wert 1,80.
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Viele erdnahe Objekte enthalten Metalle in hoher Konzentration, wie z. B. Platin und Metalle der Seltenen Erden, die in Zukunft für die Rohstoffgewinnung von Bedeutung sein könnten. Um diese Ressourcen in Zukunft abzubauen, gibt es theoretische Überlegungen für Asteroidenbergbau.
Eine mögliche Quelle für gefährliche Objekte könnte die Venus-Umlaufbahn sein. Koorbitale Asteroiden existieren dort und es besteht eine Chance, dass sie von dort Richtung Erde abgelenkt werden. Allerdings sind sie wegen der Nähe zur Sonne nur schlecht zu beobachten.