Neolamprologus (Gr.: „neos“ = neu, also neuer Lamprologus) ist eine Gattung von Fischen aus der Familie der Buntbarsche. Alle Arten der Gattung leben endemisch im Tanganjikasee in Ostafrika. Mit fast 60 Arten ist die Gattung die bei weitem artenreichste in der Tribus Lamprologini. Untersuchungen der DNA haben gezeigt, dass die Gattung polyphyletisch ist.
Neolamprologus-Arten haben einen gestreckten, bei manchen Arten auch sehr langgestreckten Körper, der mehr oder weniger seitlich stark abgeflacht ist. Die Zähne sind konisch und in Reihen angeordnet. Auf dem Zwischenkieferbein (Prämaxillare) finden sich 6 bis 12 Fangzähne. Die Maximalgrößen der verschiedenen Arten liegt zwischen 4 und 20 Zentimetern, die meisten Arten bleiben aber kleiner als 12 Zentimeter. Männchen werden oft größer als die Weibchen, deren Geschlechtspapillen aber deutlich größer sind als die der Männchen.
Alle Neolamprologus-Arten sind Höhlenbrüter. Zur Fortpflanzung leben sie paarweise oder die Männchen sammeln einen Harem um sich.
Systematik
Die Gattung Neolamprologus wurde im Jahr 1985 durch den französischen Ichthyologen Robert Allgayer und seinen Kollegen José Colombé eingeführt, mit Neolamprologus tetracanthus als Typusart. Bis 2014 wurden über 40 weitere Arten der Gattung zugeordnet. Aber schon 2007 zeigten Untersuchungen der mitochondrialenDNA, dass die Gattung nicht monophyletisch ist. Neolamprologus-Arten sind vielmehr in fast allen Kladen der Tribus Lamprologini zu finden. Um wenigstens die Gattung Lamprologus monophyletisch zu machen, wurde sie Mitte 2025 auf die Arten des Kongobeckens beschränkt und alle Lamprologus-Arten des Tanganjikasees wurden in die Gattung Neolamprologus verschoben, die damit mehr als 60 Arten umfasst. Neolamprologus tetracanthus bildet mit seinen engsten Verwandten (z.B. N. christyi, N. cunningtoni, N. modestus, N. mondabu) die Schwestergruppe zur Gattung Lamprologus.
Georg Zurlo: Neolamprologus. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, S. 691–702.
Einzelnachweise
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Julia J. Day, Simona Santini & Jaime Garcia-Moreno: Phylogenetic relationships of the Lake Tanganyika cichlid tribe Lamprologini: The story from mitochondrial DNA. Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 45, Issue 2, November 2007, Pages 629–642 DOI: 10.1016/j.ympev.2007.02.025
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J. Colombé & Allgayer, R. 1985: Description de Variabilichromis, Neolamprologus et Paleolamprologus genres nouveaux du Lac Tanganyika, avec redescription des genres Lamprologus Schilthuis, 1891 et Lepidiolamprologus Pellegrin, 1904. Revue française des cichlidophiles, No. 49: 9–28.
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Fernando Alda, S Elizabeth Alter, Naoko P Kurata, Prosanta Chakrabarty, Melanie L J Stiassny: Phylogenomic and Population Genomic Analyses of Ultraconserved Elements Reveal Deep Coalescence and Introgression Shaped Diversification Patterns in Lamprologine Cichlids of the Congo River. Systematic Biology, Mai 2025, doi: 10.1093/sysbio/syaf032
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Tetsumi Takahashi, Jos Snoeks and Shun Satoh (2026): A New Species of the Genus Neolamprologus (Cichliformes: Cichlidae) from Lake Tanganyika. Journal of Fish Biology. doi.org/10.1111/jfb.70640