Neotryphera atra

Neotryphera atra
Systematik
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Tachininae
Gattung: Neotryphera
Art: Neotryphera atra
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Neotryphera
Malloch, 1938
Wissenschaftlicher Name der Art
Neotryphera atra
Malloch, 1938

Neotryphera atra ist ein Zweiflügler aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Die Art wurde 1938 von dem schottischen Entomologen John Russell Malloch erstbeschrieben und der neu eingeführten Gattung Neotryphera zugeordnet. Das lateinische Art-Epitheton atra bedeutet „mattschwarz“. Der Gattungsname mit dem Präfix neo für „neu“ bezieht sich auf das Taxon Tryphera.

Taxonomie

Die Gattung Neotryphera ist monotypisch, das heißt, sie besteht aus nur einer einzigen Art. Neotryphera wird der Unterfamilie Tachininae zugeordnet und ist ohne Tribuszugehörigkeit.

Merkmale

Es handelt sich um 3,5–4 mm lange beborstete Fliegen. Malloch (1938) gab folgende Beschreibung für die Gattung Neotryphera ab. Die unteren Calyptrae (Schüppchenlappen) sind am Apikalrand schmal abgerundet. Der Innenrand ist dabei stärker abgerundet als der Außenrand, es fehlt ein innerer Apikalwinkel, und der Lappen liegt deutlich abgesetzt vom Seitenrand des Scutellums (Schildchen). Bei allen anderen neuseeländischen Gattungen ist der untere Schüppchenlappen wesentlich breiter, weist einen mehr oder weniger ausgeprägten inneren Apikalwinkel auf und liegt eng am Seitenrand des Schildchens an, wobei er diesen meist mit dem geraden Abschnitt seines Innenrandes berührt. Die Augen sind nicht auffällig behaart. Die Stirn nimmt bei beiden Geschlechtern etwa ein Drittel der Kopfbreite ein. An jedem Augenrand (Orbit) befindet sich die übliche Reihe nach innen gebogener Borsten, meist vier an der Zahl und kräftig ausgebildet. Der untere Teil dieser Reihe verläuft divergent, und die Borsten stehen hier enger zusammen (meist drei an der Zahl), wobei die vorderste etwas unterhalb der Fühlerbasis sitzt. Zudem gibt es drei obere, nach außen gerichtete Borsten: die beiden vorderen weisen nach außen und vorne, die oberste ist nach außen gebogen. Alle vier Vertikalborsten sind vorhanden, wobei das innere Paar länger ist. Auch die Ocellarborsten sind gut entwickelt. Die Parafazialia sind im Profil oben recht breit, verengen sich nach unten und sind oberhalb der Vibrissen fast linienförmig. Die Vibrissen sind kräftig, darüber finden sich einige kleine Borsten (Setulae). Die Wange (Gena) ist nicht breiter als ein Viertel der Augenhöhe und bis fast auf Höhe des vorderen Augenrandes behaart. Das Gesicht ist nicht gekielt, sondern leicht eingedrückt. Die Fühler sind normal ausgebildet. Das dritte Fühlerglied ist etwa 1,5-mal so lang wie das zweite. Die Arista (Fühlerborste) ist im basalen Fünftel (oder einem noch kleineren Bereich) verdickt. Das zweite Aristomer ist etwa so lang wie dick. Rüssel (Proboscis) und Taster sind normal. Am Thorax sind das Prosternum und die Mitte der Propleuren kahl. Es sind 3 postsuturale Dorsozentralborsten vorhanden, während die präsuturale hintere Intraalarborste fehlt. Das Scutellum trägt lediglich 4 Randborsten und keine Diskalborsten. Die Sternopleuralborsten haben die Anordnung 1 + 1. Das Postscutellum ist nicht groß, reicht bei weitem nicht bis zur hinteren Spitze des Scutellums. Die erste Apikalzelle ist geschlossen und endet fast an der Flügelspitze. Die Costa ist mit einigen deutlichen Borsten besetzt. Die äußere Querader befindet sich etwa in der Mitte zwischen der inneren Querader und der Biegung der vierten Längsader. Letztere weist einen stumpfen Winkel auf. Die dritte Längsader ist an der Basis mit Borsten besetzt. Der Hinterleib ist mit apikalen Borsten auf allen Segmenten sowie mit Diskalborsten auf allen Tergiten besetzt, mit Ausnahme des ersten sichtbaren Tergits.

Malloch (1938) beschrieb die Art wie folgt: Der Kopf ist schwarz. Die Interfrontalia sind matt bräunlich-schwarz. Die Orbitalplatten sind glänzend. Das Gesicht ist grau bestäubt. Die Spitze des zweiten Fühlerglieds ist bräunlich-rot. Die Taster sind rötlich-gelb. Der Thorax ist glänzend schwarz, die Schulterecken grau bestäubt, ebenso die Pleuren in geringem Maße. Die Borstenanordnung ist wie folgt: Dorsozentralborsten 2 + 3, Acrostichalborsten 2 + 1–2, Notopleuralborsten von annähernd gleicher Länge, Präalarborste mäßig lang. Bei einem männlichen Exemplar findet sich auf einer Seite eine zusätzliche Borste zwischen den üblichen lateralen und apikalen Borsten. Die Beine sind schwarz und kräftig. Die Vordertibien sind mit vier bis fünf unregelmäßigen anterodorsalen und zwei posterodorsalen Borsten besetzt. Die Mitteltibien sind mit einer langen ventralen Borste in der Mitte versehen. Die Hintertibien sind mit 2 bis 4 ungleich langen posterodorsalen und anterodorsalen Borsten sowie gewöhnlich zwei anteroventralen Borsten besetzt. Die Vordertarsen der Weibchen sind apikal ganz leicht verdickt. Die Flügel sind leicht rauchig getrübt. Die Flügeladern sind vorn braun, an der Basis und hinten gelblich. Die Costa weist eine unregelmäßige Beborstung auf, wobei die meisten Borsten länger sind als der Durchmesser der Ader. Die Borste an der Spitze der Subcosta ist länger als die innere Querader. Die innere Querader liegt nahe der Mitte der Diskalzelle. Die äußere Querader ist vom Knick der vierten Längsader nicht wesentlich näher entfernt als von der inneren Querader und befindet sich etwa in ihrem eigenen Längenabstand von der Spitze der fünften Längsader. Die dritte Längsader trägt basal einige kleine Borsten (Setulae) auf der Ober- und Unterseite. Der Hinterleib der Männchen ist zylindrisch, bei den Weibchen eher eiförmig. Er ist glänzend schwarz, mit einem schmalen, weißlich bestäubten Fleck am Vorderrand, beidseitig auf dem zweiten und dritten Tergit, der bei Betrachtung von hinten gegen das Licht sichtbar wird. Die Behaarung der Oberfläche ist kurz und anliegend. Die Diskalborsten sind kürzer als die Apikalborsten. Das Hypopygium ist klein. Die Calyptrae (Schüppchen) sind gelb. Die Halteren (Schwingkölbchen) sind mit bräunlich-gelben Knöpfchen versehen.

Verbreitung

Neotryphera atra kommt endemisch in Neuseeland vor.

Lebensweise

Neotryphera atra ist ein Endoparasitoid. Wirte sind offenbar noch unbekannt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 23. September 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 J. R. Malloch: The calyptrate Diptera of New Zealand, parts 8 and 9. (PDF; 9,46 MB) In: Transactions of the Royal Society of New Zealand 68 (2). 1938, S. 161–258, abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch, auf Seiten 217f.).