Neuendorfer Rummel

Neuendorfer Rummel

Die Neuendorfer Rummel ist ein periglaziales Trockental im Hohen Fläming im Land Brandenburg. Sie liegt auf der Gemarkung der Gemeinde Rabenstein/Fläming südlich des Gemeindeteils Neuendorf.

Entstehungsgeschichte

Rummel in den 1920er Jahren

Die Entstehung der Rummeln im Hohen Fläming geht auf die letzte Weichseleiszeit zurück. Zwar war die Region eisfrei, der Boden jedoch permanent gefroren. Im Sommer konnte das Schmelzwasser daher nicht im Boden versickern, sondern floss oberflächlich ab und bildete durch Erosion an den Oberläufen bereits existierender Trockentäler immer tiefer werdende Täler mit muldenartigen Hängen. Diese Ausprägung wurde durch die Zerstörung der Vegetationsdecke, beispielsweise bei der Rodung von Waldflächen durch den Menschen verstärkt. In Folge konnte das Regenwasser noch schneller abfließen. Der Überlieferung zufolge nutzten die Bauern die Rummel als Weidefläche für ihre Schafe, Ziegen und Schweine. Heute führen die Täler nur noch nach Starkregenereignissen oder während der Schneeschmelze Wasser. In den übrigen Zeiten sind sie trocken.

Lage und Ausdehnung, Namensgebung

Die Hauptschlucht der Rummel liegt im Landschaftsschutzgebiet Hoher Fläming – Belziger Landschaftswiesen und dort rund 1,6 Kilometer südlich der namensgebenden Gemeinde Neuendorf. Südlich der Rummel liegt der Ortsteil Garrey, südöstlich dessen Gemeindeteil Zixdorf. Durch die Rummel führen der Rundwanderweg 40 sowie der Burgenwanderweg des Naturparks. Durch die 15 bis 20 Meter hohen Steilhänge wird sie auf einer Informationstafel des Naturparks Hoher Fläming als „das imposanteste der drei genannten Talgebilde“ bezeichnet. Der Vergleich zielt dabei auf die Brautrummel und die Steilen Kieten ab, zwei weitere Rummeln im Naturpark. Eine weitere Besonderheit der Neuendorfer Rummel sind fünf große eiszeitliche Findlinge, die als Schollensteine bezeichnet werden. Die Steilhänge waren bis vor einer Aufforstung Ende der 1920er Jahre weitgehend baumfrei und von Heideflächen geprägt. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges nutzten Bauern aus der Region die Rummel als Schafweide. Die Hänge waren von den Tieren terrassenförmig ausgetreten worden. Nach dem Rückgang der Schafhaltung pflanzte der damalige Besitzer Schubotz im südlichen Teil der Rummel Kiefern, Tannen und Lärchen an. Durch Samenstreuung kamen in den folgenden Jahrzehnten Birken, Eichen, Kastanien, Pappeln, Akazien und Kirschbäume hinzu. In den feuchteren Bereichen gedeihen verschiedene Farnarten. Die kleinräumigen Standortunterschiede machen die Rummel zu einem Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten. An den trockenen Hangbereichen kommen unter anderem Trockenrasenarten und die Karthäusernelke vor.

Schollensteine

Schollenstein

In der Neuendorfer Rummel befinden sich mehrere große eiszeitliche Findlinge, die als Schollensteine bezeichnet werden. Insgesamt liegen fünf dieser Felsblöcke im Talbereich. Sie zählen zu den markantesten geologischen Erscheinungen des Hohen Flämings.

Commons: Neuendorfer Rummel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Neuendorfer Rummel, Brandenburgviewer, abgerufen am 11. Juli 2026.
  2. ↑ Informationstafel: Brautrummel, aufgestellt am Wanderparkplatz am Eingang zur Rummel, Inaugenscheinnahme im Februar 2016.
  3. ↑ Neuendorfer Rummel. Naturpark Hoher Fläming, abgerufen am 11. Juli 2026.
  4. ↑ Neuendorfer Rummel. Naturpark Hoher Fläming, abgerufen am 10. Juli 2026.
  5. ↑ Infotafel des Naturparks Hoher Fläming Neuendorfer Rummel, aufgestellt in der Rummel, Oktober 2025.

Koordinaten: 52° 1′ 51,9″ N, 12° 39′ 57,9″ O