Feuerbachkreis

Feuerbachkreis (M=Mittelpunkt)

Der Feuerbachkreis, auch Feuerbachscher Kreis oder Neun-Punkte-Kreis, ist ein besonderer Kreis im Dreieck, der nach Karl Wilhelm Feuerbach benannt ist. Auf ihm liegen neun ausgezeichnete Punkte:

Sonderfälle

Eigenschaften

Feuerbachkreis, Inkreis und Ankreise
Feuerbachpunkt als Schnittpunkt bestimmter Kreise

Koordinaten

Die trilinearen Koordinaten des Feuerbach-Mittelpunkts () sind (gleichwertig)

oder
.

Die baryzentrischen Koordinaten von sind (gleichwertig)

oder
.

Die trilinearen Koordinaten des Feuerbach-Punkts () sind (gleichwertig)

oder
.

Die baryzentrischen Koordinaten von sind

.

Dabei sind die Seitenlängen des Dreiecks und die Größen der Innenwinkel.

Geschichte

Feuerbachkreis und Punkt animiert

In Deutschland hat sich statt des Namens Neunpunktekreis der Name Feuerbachkreis eingebürgert. Grund dafür ist der von Feuerbach stammende, relativ schwierige Beweis, dass dieser Kreis den Inkreis und die Ankreise berührt. In der übrigen Welt sagt man meistens Neunpunktekreis. Es ist auch die Bezeichnung Eulerkreis verbreitet, denn dass die sechs Punkte D bis I auf einem Kreis liegen, zeigte schon Leonhard Euler 1765 (siehe Bilder oben). 1821 bewiesen Charles Julien Brianchon und Jean Victor Poncelet, dass diese sechs Punkte und noch drei weitere Punkte auf dem Kreis liegen, die Mittelpunkte der oberen Höhenabschnitte J, K, L. Feuerbach bewies 1822, dass der ursprünglich durch die Fußpunkte G, H, I gehende Kreis die In- und Ankreise berührte und außerdem durch die Seitenmitten E, F, D geht. Die übrigen drei Punkte J, K, L des Feuerbachkreises erwähnt er nicht. Wegen der sechs Punkte D bis I heißt er manchmal auch Sechspunktekreis. Der Feuerbachkreis wird auch manchmal nach Olry Terquem benannt, der selbst dafür 1842 den Begriff Neunpunktekreis prägte und einen analytischen Beweis des Satzes von Feuerbach über die In- und Ankreise gab (und die zusätzlichen drei Punkte wieder entdeckte). Eine weitere Wiederentdeckung des Neunpunktekreises geschah durch Jakob Steiner 1828 und T. S. Davies 1827. J. S. MacKay fand 1892 in seinem Aufsatz zur Geschichte des Neunpunktekreises auch einige englische Autoren, die vor 1821 zur Geschichte des Feuerbachkreises beitrugen.

Siehe auch

Literatur

Commons: Nine-point circle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Max Koecher, Aloys Krieg: Ebene Geometrie. 3. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg / New York 2007, ISBN 978-3-540-49327-3, S. 166.
  2. 1 2 Max Koecher, Aloys Krieg: Ebene Geometrie. 3. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg / New York 2007, ISBN 978-3-540-49327-3, S. 165.
  3. ↑ Clark Kimberling: Enyclopedia of Triangle Centers, X(115). In: evansville.edu. Abgerufen am 25. Januar 2025 (englisch).
  4. 1 2 Clark Kimberling: Enyclopedia of Triangle Centers, X(5). In: evansville.edu. Abgerufen am 25. Januar 2025 (englisch).
  5. 1 2 Clark Kimberling: Enyclopedia of Triangle Centers, X(11). In: evansville.edu. Abgerufen am 25. Januar 2025 (englisch).
  6. ↑ Eric Weisstein: Nine point circle. Mathworld.
  7. ↑ Meyer, Berkhan: Neuere Dreiecksgeometrie. In: Enzyklopädie der mathematischen Wissenschaften. Band 3-1-2. 1914, S. 1258.
  8. ↑ Webseite zur Geschichte nach J. MacKay (Proc. Edinburgh Math. Society, 1892, Band 11, S. 19–57). jwilson.coe.uga.edu
  9. ↑ Jim Wilson: History of the nine point circle. jwilson.coe.uga.edu, University of Georgia. Er bezieht sich auf MacKay.
  10. ↑ cambridge.org