| Prudnik Neustadt O.S. | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Prudnik | |
| Gmina: | Prudnik | |
| Fläche: | 20,50 km² | |
| Geographische Lage: | 50° 19′ N, 17° 36′ O | |
| Höhe: | 265 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 21.368 (31. Dez. 2016) | |
| Postleitzahl: | 48-200 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OPR | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DK40 Głuchołazy–Pyskowice | |
| DK40 Nysa–Prudnik | ||
| Eisenbahn: | Nysa–Kędzierzyn-Koźle | |
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |
| Verwaltung (Stand: 2018) | ||
| Bürgermeister: | Grzegorz Zawiślak | |
| Adresse: | Kościuszki 3 48-200 Prudnik | |
| Webpräsenz: | www.prudnik.pl | |

Prudnik [] (deutsch: Neustadt O.S., auch Neustadt an der Prudnik, tschechisch Prudník, auch Nové Město, schlesisch Neustoadt, schlonsakisch Prudnik, Prōmnik) ist eine Stadt in der Stadt- und Landgemeinde Prudnik im Powiat Prudnicki der Woiwodschaft Opole in Polen.
Prudnik liegt zwischen der Prudniker Senke (Obniżenie Prudnickie) und dem Oppagebirge (Góry Opawskie) auf 266 m, etwa 60 Kilometer südlich von Opole (Oppeln). Fünf Kilometer südlich verläuft die Grenze zu Tschechien. Die am Kapellenberg gelegene Stadt ist von drei Seiten vom Fluss Prudnik umgeben, in den hier der Goldbach mündet.
Stadtteile von Prudnik sind:
Nachbarorte von Prudnik sind Łąka Prudnicka (Gräflich Wiese) im Westen, Niemysłowice (Buchelsdorf) im Nordwesten, Lubrza (Leuber) im Nordosten, Jasiona (Jassen) im Osten, Trzebina (Kunzendorf) im Südosten sowie Chocim (Kotzem) im Südwesten. Jenseits der tschechischen Grenze liegen die Orte Bartultovice (Bartelsdorf) und Jindřichov ve Slezsku (Hennersdorf).
Der geographischen Lage entsprechend liegt Prudnik in den warmgemäßigten Mittelbreiten mit einem kontinentalen Wärmehaushalt und einem semihumiden Wasserhaushalt. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 8 °C.



Die Gegend gehörte ursprünglich zum přemyslidischen Herzogtum Troppau in Mähren. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtete der böhmische Oberstmarschall Wok von Rosenberg, der dem Geschlecht der Witigonen entstammte, am Fuße der Bischofskoppe (Biskupia Kopa) die Burg Wogendrüssel. Sie diente als Stützpunkt des von Nordmähren in den schlesisch-mährischen Grenzwald vordringenden Landesausbaus. Woks Sohn Heinrich I. von Rosenberg errichtete um das Jahr 1279 im Schutz dieser Burg das 1302 erstmals urkundlich erwähnte Neustadt (tschechisch Nové Město), welches später nach dem Fluss auch als Prudnik bezeichnet wurde.
Prudnik wurde planmäßig auf gitterförmigem Grundriss angelegt und verfügte von Anfang an über das Stadtrecht. Für das Jahr 1321 ist die zum Bistum Olmütz gehörende Pfarrkirche belegt, die Sitz eines Archipresbyterats war. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt wurde durch ihre Lage an der wichtigen Handelsstraße von Neisse nach Jägerndorf entscheidend gefördert.
Am 7. Januar 1337 trennte der böhmische König Johann von Luxemburg das Weichbild Neustadt von Mähren und verkaufte es für 2000 Prager Groschen dem Falkenberger Herzog Bolko II., der das Gebiet seinem Herzogtum eingliederte. Er hatte bereits 1327 dem König Johann gehuldigt und seine Gebiete als ein Lehen an die Krone Böhmen übergeben. Nachfolgend benutzten die Falkenberger und später auch einige Oppelner Herzöge die Titulatur „Herr von Klein Glogau und Prudnik“.
Bis zum Tod des Oppelner Herzogs Johann II. im Jahr 1532, mit dem die Oppelner Linie der Schlesischen Piasten erlosch, blieb Neustadt/Prudnik mit Oppeln verbunden und fiel dann durch Heimfall an die Krone Böhmen, deren Landesherren seit 1526 die Habsburger in ihrer Eigenschaft als Könige von Böhmen waren. Dadurch wurde Prudnik Immediatstadt des Fürstentums Oppeln-Ratibor, mit dem es seine weitere politische Zugehörigkeit und Geschichte teilte.

Zusammen mit dem Erbfürstentum wurde Neustadt von 1532 bis 1543 an den Jägerndorfer Herzog Georg von Brandenburg-Ansbach und anschließend bis 1551 an dessen Sohn Georg Friedrich I. verpfändet. Während ihrer Herrschaft breitete sich in Neustadt und Umgebung die Reformation aus. 1554 wurde die Pfarrkirche an die Protestanten übergeben, zwei Jahre später erlangte die Stadt das Patronatsrecht. Wie das Erbfürstentum war Neustadt zwischen 1552 und 1557 an die ungarische Königin Isabella verpfändet. 1558 wurde die Pfandherrschaft Neustadt vom böhmischen Landesherrn an Conrad Saurma verkauft, von dem sie 1562 zunächst als Pfand und 1597 erblich für 60.000 Taler die Stadt erwarb, die bereits 1570 auch die Stadtvogtei gekauft hatte. Zum damaligen Territorium der Herrschaft Neustadt, die über Herrschaftsrechte verfügte, gehörten die umliegenden Dörfer Schnellewalde, Dittmannsdorf, Riegersdorf, Siebenhuben, Leuber, Dittersdorf, Jassen, Wildgrund, Kotzem und Neu Kotzem sowie ab 1700 Zeiselwitz und Schweinsdorf.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Neustadt weitgehend zerstört. Im Jahr 1625 wütete die Pest. 1629 wurde das bis dahin zum Bistum Olmütz gehörende Neustädter Weichbild an die Diözese Breslau angeschlossen und Maßnahmen zur Gegenreformation wurden ergriffen. Diesem Zweck diente auch die Gründung des Kapuzinerklosters Neustadt 1654. Durch ein kaiserliches Dekret erhielt Neustadt 1708 die Bezeichnung Königlich Neustadt. 1766 gründeten die Barmherzigen Brüder eine Niederlassung in Neustadt, 1852 wurde das Franziskanerkloster errichtet.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg im Jahr 1742 fiel Neustadt wie fast ganz Schlesien an Preußen. Während des Zweiten Schlesischen Krieges kam es 1745 in Neustadt zu Kampfhandlungen zwischen der preußischen und der kaiserlichen Armee. 1779 wurde die Stadt vom österreichischen Feldmarschall Wallis in Brand geschossen. 1797 erhielt Neustadt eine Garnison. Durch die Säkularisation in Preußen 1810 wurde das Kapuzinerkloster aufgelöst. 1815 wurde Neustadt Sitz des Landkreises Neustadt O.S., zu dem neben Neustadt auch die Städte Zülz und Oberglogau gehörten.
Von wirtschaftlicher Bedeutung waren neben dem Ackerbau die seit dem Mittelalter betriebene Weberei und das seit 1638 bestehende landesherrliche Privileg für den Garnhandel, dem im Jahr 1727 das Privileg für die Gründung einer Leinwandfabrik folgte. Nach dem Übergang an Preußen wurde die Tuch- und Webwarenproduktion staatlich gefördert. Die 1855 errichtete Fränkelsche Fabrik verfügte über vorbildliche Wohlfahrtseinrichtungen. Die 1847 gegründete Höhere Lehranstalt wurde 1869 zu einem Gymnasium erweitert. Um weitere Grundstücke für den Wohnungsbau zu gewinnen, wurden im 19. Jahrhundert die Stadtmauern und Wälle sowie die Reste der 1803 zerstörten Burg geschleift. Erhalten hat sich lediglich der Burgturm. Im Jahr 1876 erhielt Neustadt mit der Bahnverbindung Neisse–Cosel Anschluss an das Eisenbahnnetz, und 1883 wurde eine Zuckerfabrik errichtet.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Neustadt eine evangelische und vier katholische Kirchen, eine Synagoge, ein Gymnasium, ein Kloster der Barmherzigen Brüder nebst Krankenanstalt, eine Teppichknüpfschule für Orientteppiche, eine Damast- und Leinenwarenfabrik mit 3000 Werktätigen, eine Leder- und Schuhwarenfabrik, eine Bierbrauerei und ein Hauptzollamt. Zudem war es Sitz des Amtsgerichts Neustadt O.S. Im Jahr 1908 wurde Neustadt i. Ob. Schles. in Neustadt O.S. umbenannt. In den 1920er Jahren wurden mehrere Siedlungen errichtet.
An der im Versailler Vertrag festgesetzten Volksabstimmung über die staatliche Zugehörigkeit Oberschlesiens von 1921 nahm die Stadtbevölkerung nicht teil, nur der östliche Teil des Landkreises war Teil des Stimmkreises Neustadt, in dem 85,68 Prozent der Wahlberechtigten (32.722 Stimmen) für einen Verbleib bei Deutschland votierten. 11,72 Prozent der Wahlberechtigten (4476 Personen) stimmten für Polen. 2,6 Prozent der Wahlberechtigten nahmen an der Abstimmung nicht teil oder gaben eine ungültige Stimme ab. Bei der darauffolgenden Aufteilung Oberschlesiens blieb die Stadt bei Deutschland.
Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge an der Hindenburgstraße zerstört. Am Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt die Stadt im Jahr 1945 starke Zerstörungen. Danach kehrten die in großer Anzahl vor der Roten Armee geflüchteten Einwohner zurück.
Ab März 1945 begann die Rote Armee in einem längeren Prozess, das eroberte Ostoberschlesien und damit auch Neustadt der Verwaltung der Volksrepublik Polen zu unterstellen. Diese benannte Neustadt in Prądnik, später Prudnik um. Zugleich hatte sie bereits im März 1945 mit einer nationalen „Verifizierung“ der Einwohner begonnen. Unterdessen trafen erste Transporte polnischer Vertriebener aus Ostpolen zwecks Ansiedlung ein. Im Juni 1945 erfolgten erste Vertreibungen der als deutsch eingestuften Einwohner, die im Mai 1946 in der landesweiten Aktion Swallow systematische Formen annahmen. Der Gebrauch der deutschen Sprache und des schlesischen Dialektes war bis zum Jahr 1989 verboten und wurde als Vergehen bestraft.






| Jahr | Einwohnerzahl | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1534 | 114 | darunter 25 Juden |
| 1754 | 2905 | |
| 1764 | 2722 | |
| 1774 | 3048 | |
| 1784 | 3326 | ohne die Garnison (Stab und vier Kampanien Kürassiere) |
| 1803 | 3684 | |
| 1816 | 3780 | |
| 1825 | 4377 | davon 809 Evangelische, 98 Juden |
| 1831 | 4862 | |
| 1840 | 6246 | mit der Garnison (2. Schwadron und Stab des 6. Husaren-Regiments, 188 Mann), davon 671 Evangelische, 5429 Katholiken, 146 Juden |
| 1855 | 6909 | |
| 1861 | 7953 | davon 813 Evangelische, 6961 Katholiken, 179 Juden; nach anderen Angaben 8464 Einwohner, davon 8105 Zivilisten und 359 vom Militär |
| 1867 | 9623 | am 3. Dezember |
| 1871 | 10.941 | mit der Garnison (zwei Schwadrone Husaren Nr. 6), darunter 1100 Evangelische und 280 Juden; nach anderen Angaben 10.939 Einwohner (am 1. Dezember), davon 1227 Evangelische, 9548 Katholiken, vier sonstige Christen, 160 Juden |
| 1890 | 17.577 | davon 2111 Evangelische, 15.258 Katholiken, 164 Juden |
| 1905 | 20.187 | mit der Garnison (ein Feldartillerieregiment Nr. 57), davon 2859 Evangelische, 117 Juden |
| 1910 | 18.856 | am 1. Dezember |
| 1925 | 17.052 | darunter 2603 Evangelische, 14.245 Katholiken, keine sonstigen Christen, 110 Juden |
| 1933 | 17.738 | darunter 2704 Evangelische, 14.807 Katholiken, keine sonstigen Christen, 101 Juden |
| 1939 | 16.937 | darunter 2380 Evangelische, 14.291 Katholiken, fünf sonstige Christen, 31 Juden |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1946 | 10.886 |
| 1956 | 14.900 |
| 1962 | 18.200 |
| 1980 | 22.402 |
| 1995 | 26.400 |
| 2000 | 23.800 |
| 2005 | 23.234 |


Zakłady Przemysłu Bawełnianego Frotex S.A., Textilfabrik (größter Arbeitgeber am Ort und größter Handtuchproduzent Polens). Im Bahnhof Prudnik zweigt die im Personenverkehr stillgelegte ehemalige Neustadt-Gogoliner Eisenbahn von der Bahnstrecke Katowice–Legnica ab.
Die Stadt ist über die Landesstraßen 40 und 41 an das Straßennetz angebunden.
Prudnik liegt an der Bahnstrecke von Katowice nach Legnica.
Der ÖPNV in Prudnik ist seit 2022 kostenlos.



Die Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Prudnik zählt auf einer Fläche von 122,13 km² rund 30.000 Einwohner und gliedert sich neben dem gleichnamigen Hauptort in 12 Dörfer.