Das Nichtaggressionsprinzip (oft auch NAP für Non-Aggression Principle) ist eine der wichtigsten Grundideen des Libertarismus und des Anarchokapitalismus. Die Philosophie des Libertarismus baut auf der Grundlage der Nichtaggression auf, weil jegliche Aggression die Freiheit anderer verletzt. Dieses Prinzip besagt, dass Einsatz von Gewalt oder die Drohung damit ausschließlich als Notwehr und in den Augen einiger Theoretiker als Bestrafung zulässig sind.
Das Nichtaggressionsprinzip wird damit begründet, dass jeder Mensch alleiniger Eigentümer seines eigenen Körpers ist und das alleinige Verfügungsrecht (die Freiheit, das Eigentum nach eigenem Ermessen unbeschränkt zu nutzen) darüber hat. Dasselbe gilt für den mit Hilfe des eigenen Körpers geschaffenen Wohlstand.
Aus dem Prinzip ergeben sich zahlreiche politisch-ethische Folgerungen:
Das Nichtaggressionsprinzip ist in der Praxis nicht ohne Herausforderungen und wird oft kritisiert:
Wann genau ist etwas ‚Aggression‘?
Manche Aufgaben wie Infrastruktur, öffentliche Sicherheit, Umwelt-Regulierung etc. sind schwer rein freiwillig zu regeln. Viele, die das NAP akzeptieren, sehen aber dennoch eine legitime Rolle des Staates oder freiwilliger Organisationen – aber oft sehr eingeschränkt.