Nicolas Bion

Nicolas Bion
Kupferstich von Nicolas IV de Larmessin (1684–1755)

Nicolas Bion (* 1652 (oder 1655); † 1733 in Paris) war ein französischer Hersteller von Globen und mathematischen Instrumenten sowie Verfasser wissenschaftlicher Bücher. Er wurde unter Ludwig XIV. zum Ingénieur du Roy pour les instrumens de mathématique (Königlicher Ingenieur für die mathematischen Instrumente) ernannt.

Leben

Über Bions Herkunft und Jugend ist nichts bekannt. Sein in vielen Quellen angegebenes Geburtsjahr wurde aus seinem 1752 veröffentlichten Porträt abgeleitet, wonach er 1733 im Alter von 81 Jahren gestorben sei. Andere, weitgehend gleiche Porträts nennen ein Alter von 78 Jahren.

Wahrscheinlich ging er bei der Corporation des Fondeurs (Gilde der Gießer) in die Lehre, also der Handwerker, die Kupfer, Zinn und Messing gossen und bearbeiteten. 1678 heiratete er Catherine Malafaire, mit der er zwischen 1681 und 1698 zehn Kinder hatte.

Er scheint sich früh auf die Herstellung mathematischer Instrumente spezialisiert zu haben. Dazu betrieb er eine Werkstatt und ein Geschäft in Paris auf der Île de la Cité am Quai de l’Horloge. 1688 wird er erstmals im Journal des Sçavans genannt: Ein von J. B. Tarragon erfundenes Zeichengerät zur Dreiteilung von Winkeln konnte bei Bion erworben werden. Bion hat dort die unterschiedlichsten mathematischen Instrumente aus Messing angefertigt, vom einfachen Zirkel über Winkelmesser, Taschen-Sonnenuhren bis zu Astrolabien, Armillarsphären, Quadranten und Globen, die er nach den Angaben von Giovanni Domenico Cassini, dem Leiter des Pariser Observatoriums, sowie von Philippe de La Hire und anderen Mitgliedern der Académie Royale des sciences gefertigt hatte.

Daneben veröffentlichte er zwischen 1699 und 1709 fünf umfangreiche Werke über Globen, Astrolabien und mathematische Instrumente, mit denen er Marktlücken füllte und sein Geschäft förderte. Die Werke über Globen und Instrumente erschienen in mehreren Auflagen und wurden ins Englische und ins Deutsche übersetzt, wobei auch die Übersetzungen in mehreren Auflagen erschienen.

Sein mit diesen Veröffentlichungen verbundenes Geschäft als Instrumentenbauer und -händler war überaus erfolgreich. Er erhielt den Ehrentitel des Ingénieur du Roy pour les instrumens de mathématique. Zu seinen Kunden zählte auch Peter der Große, der sein Geschäft 1717 während seiner Paris-Reise besuchte.

1731 übertrug Bion sein Geschäft auf seinen Sohn Jean Baptiste Nicolas Bion, der es bis 1770 weiterführte. Der Vater zog sich mit seiner Frau in eine Wohnung im ersten Stock des Anwesens am Quai de l’Horloge zurück. Bei seinem Tod 1733 hinterließ er ein geschätztes Vermögen von 66.000 Livres, das in erster Linie aus drei Häusern in Paris und einem auf dem Land bestand.

Schriften

Literatur

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Einzelnachweise

  1. ↑ Pierre Larousse: Grand dictionnaire universel du XIXe siècle. Paris 1867 Digitalisat auf Gallica
  2. ↑ Der Zeitpunkt der Ernennung ist nicht bekannt, wahrscheinlich zwischen 1708 und 1712 (Anthony Turner: Nicolas Bion ..., S. 215)
  3. ↑ Portrait of Nicolas Bion. («Mort à Paris en 1733 Agé de 81 Ans»). Smithsonian Libraries, Kupferstich (Einzelblatt)
  4. ↑ In: Traité de la construction et des principaux usages des instrumens de mathematique. 4. Aufl., 1752 (auf archive.org)
  5. ↑ Die Angaben über sein Leben und seine Veröffentlichungen in diesem Artikel beruhen auf Anthony Turner: Nicolas Bion, Globenhersteller, Instrumentenbauer, Autor und Geschäftsmann.
  6. ↑ Journal des Sçavans, 13. September 1688, S. 410, 412 (Volltext in der Google-Buchsuche)