Nicolas Cop (* um 1501 in Paris; † 1540; auch Nicolaus Cop, Nicolaus Copus; Kopp; fr.: Nicola) war ein Rektor der Universität Paris und Mediziner. Er war ein wichtiger Weggefährte des späteren Reformators Johannes Calvin.
Er war der jüngste Sohn von Wilhelm Kopp, dem Leibarzt des französischen Königs Franz I. und Freund von Erasmus von Rotterdam. Seine Brüder Jean und Michel wurden Kanoniker und Justitiar in Paris bzw. Pastor in Genf.
Cop studierte in Paris Philosophie und Medizin, lehrte ab 1530 Philosophie am Collège Sainte-Barbe und wurde am 10. Oktober 1533 zum Rektor der Sorbonne, der Universität von Paris, ernannt. Sein Nachfolger am Collège Sainte-Barbe war der portugiesische Humanist und Pädagoge André de Gouveia. Er war befreundet mit des Königs Schwester Margarete von Navarra. Er nutzte seinen Posten, um deren Werk Le Miroir de l'âme pécheresse zu rehabilitieren.
Am 1. November 1533 hielt Cop eine evangelisch gefärbte Antrittsrede, die höchstwahrscheinlich unter Beteiligung seines Freundes Johannes Calvin entstanden war. Darin kritisierte er vor allem die anwesenden Theologen, dass sie nicht die Gottesliebe, seine Gnade, Rechtfertigung und den Glauben gemäß den Evangelien, der Bergpredigt und den Seligpreisungen lehren, sondern diese biblischen Lehren durch ihre Weisheiten und eigene Gesetze verdrehen würden. Diese Häresie und Missbrauch wolle er nicht länger akzeptieren und dulden. Eine Mehrheit in der Artistenfakultät und der Medizinischen Fakultät standen hinter Cops Aussagen, jedoch die Theologische und die Juristische Fakultät war mehrheitlich gegen ihn eingestellt. Die katholische Leitung der Sorbonne erachtete diese Rede als einen Angriff gegen die heilige katholische Kirche, und das Parlament verurteilte ihn zum Tod durch Verbrennung.
So war nebst Cop auch der beteiligte Freund Calvin gefährdet worden und tauchte vorerst unter, dann flohen sie aus Paris. Calvins kleine Wohnung in Paris wurde durchsucht und seine dort gefundenen Briefe beschlagnahmt. Cop begab sich bis Februar 1534 nach Basel und traf sich dann in Freiburg mit Erasmus und Ludwig Bär. Er hielt Kontakt zu den Reformern in Straßburg und Ludovicus Carinus, den er wohl von Paris her kannte.
Er ging wieder zurück nach Paris, wo er im Mai 1536 das medizinische Lizenziat erwarb. Im folgenden Jahr wurde er nach Schottland abberufen, wo die frisch verheiratete Madeleine von Frankreich erkrankt war. Er lehrte auch Medizin an der Universität Paris, starb aber plötzlich im Winter 1539/40.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cop, Nicolas |
| ALTERNATIVNAMEN | Cop, Nicolaus; Copus, Nicolaus; Kopp, Nicolaus; Cop, Nicola |
| KURZBESCHREIBUNG | Rektor und Mediziner |
| GEBURTSDATUM | um 1501 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 1540 |