Nicolas Rimoldi

Nicolas Alexander Rimoldi (geboren 1995) ist ein Schweizer politischer Aktivist und wurde ab 2021 als Kritiker der COVID-Massnahmen bekannt.

Leben

Nicolas Rimoldi wurde 1995 geboren. Er ist heimatberechtigt in Neuenkirch im Kanton Luzern. Nachdem er im Alter von elf Jahren seinen Vater verloren hatte, wurde er gemeinsam mit seiner Schwester von seiner Mutter und seiner Grossmutter erzogen. Sein Grossvater mütterlicherseits floh infolge des Ungarischen Volksaufstands 1956.

Nicolas Rimoldi wuchs auf dem Land im Kanton Luzern auf. Nach einem abgebrochenen Studium der Ethnologie und Geschichte an der Universität Luzern machte er von Februar 2020 bis November 2021 ein Praktikum beim Magazin Schweizer Monat als Verantwortlicher für Marketing, Werbung und Online-Redaktion.

2025 gründete Rimoldi eine Beratungsfirma „für politische Strategie, Kampagnen und Kommunikation“.

Politischer Werdegang

2013 trat Nicolas Rimoldi der Luzerner Sektion der FDP.Die Liberalen bei. Er war von 2017 bis 2019 Vizepräsident der Jungfreisinnigen Kanton Luzern. Danach war er 2020 bis Oktober 2022 Vorstandsmitglied der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS) und war 2021 aus der FDP ausgetreten aus Protest gegen deren Unterstützung für die Ausweitung des COVID-Zertifikats. Ein Wiedereintrittsgesuch 2025 in Illnau-Effretikon wurde von der Ortspartei einstimmig mit der Begründung abgelehnt, Rimoldis Handeln «entspreche nicht den Grundwerten der FDP Illnau-Effretikon».

Am 20. Februar 2021 gründete er die Bewegung «Mass-Voll!» In seiner Funktion als Präsident von «Mass-Voll» nahm er an mehreren nicht bewilligten Demonstrationen teil. Rimoldi arbeitete bei Veranstaltungen mit rechtsextremen Exponenten der Gruppierung Junge Tat zusammen oder liess sich mit Martin Sellner sehen.

Im März 2023 traf sich Rimoldi in Ungarn mit Vertretern aus Rechts- und Rechtsextremen Parteien für eine Erklärung, die "legale und illegale" Migration unterbinden wollte sowie eine Eindämmung von «LGBTQ-Werten»; laut NZZ sagte Rimoldi, die Schweiz sei «voll». An einem Folgetreffen in Ungarn traf Rimoldi Vertreter der rechtsextremen Parteien Mi Hazánk Mozgalom (Ungarn), Wiedergeburt (Bulgarien), Svoboda a přímá demokracie (Tschechien), sowie dem Forum voor Democratie (Niederlande) und der Alternative für Schweden und serbischen Vertretern.

Im Oktober 2023 kandidierte Nicolas Rimoldi im Kanton Zürich für den Nationalrat. Er wurde nicht gewählt. Seine Bewegung «Mass-Voll» ging eine Listenverbindung mit einer weiteren massnahmenkritischen Organisation sowie rechten Parteien ein.

Im Februar 2026 engagierte sich Rimoldi mit Mass-Voll gegen ein neues Gesundheitsgesetz des Kantons St. Gallen, das, wie in anderen Kantonen, Regelungen zu einer Impfpflicht für gewisse Personengruppen vorgesehen hätte. Zudem demonstrierte er im Mai 2026 zusammen mit Rechts- und Rechtsaussenpolitikern sowie erneut, wie auch im Februar, der „Jungen Tat“ in Luzern gegen das Rahmenabkommen mit der EU, die Gegendemonstranten waren bei dieser Gelegenheit allerdings in der Überzahl. Die SVP Luzern war betreffend einer Teilnahme angefragt worden, lehnte eine Teilnahme jedoch ab.

Strafprozesse und Rekurse

Rimoldi und «Mass-Voll» wurden wiederholt angezeigt, per Strafbefehle und rechtskräftig verurteilt, erstinstanzlich erstmals im November 2022. Mehrere Strafverfahren gingen bis vor das Bundesgericht.

Zahlreiche Verfahren betrafen unbewilligte Demonstrationen. Verurteilt wurde er wegen Nötigung, nachdem er bei Demonstrationen Strassen blockiert hatte, wegen Behinderung von Polizeieinsätzen und wegen Beschimpfung von Polizisten.

Gewisse Strafverfahren betreffen Äusserungen und Beiträge auf Social Media, für die er wegen Übler Nachrede und Verleumdung verzeigt wurde. Zudem hatte er 2025 einen EDU-Grossrat aus Bern geohrfeigt.

Eine weitere Anzeige vom März 2026 wirft ihm Nötigung vor: Durch die Ankündigung, an einer Kundgebung der Grünen in St. Gallen teilzunehmen, habe er bewusst die Veranstalter zur Absage des Anlasses gedrängt und den Anlass verhindert. Denn nach ihm kündigten auch weitere rechtsextreme Kreise an, nach St. Gallen zu kommen, was wiederum antifaschistische Gruppen zu einer Gegendemonstration anregte.

Weitere Verfahren drehen sich um die Bewilligungen von Demonstrationen, wobei auch Rimoldi sich mit Rekursen gegen Entscheide der Behörden wehrt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Nationalratswahlen 2015 - Kanton Luzern Liste 12: Jungfreisinnige. In: Schweizerische Bundeskanzlei. 21. Januar 2015, abgerufen am 18. März 2026.
  2. 1 2 3 Boris Busslinger: Nicolas Rimoldi, l'ovni politique qui veut mettre en prison le Conseil fédéral. In: Le Temps. 8. Oktober 2023, abgerufen am 18. März 2026 (französisch).
  3. 1 2 Sandro Benini: Er wolle den Bundesrat einsperren, sagt er mit sanfter Stimme. In: Tages-Anzeiger. 15. September 2023, abgerufen am 18. März 2026.
  4. 1 2 3 Person – Nicolas A. Rimoldi. In: rimoldi.swiss. Abgerufen am 17. März 2026.
  5. 1 2 Sebastian Sele: Protest als Selbsttherapie. In: Die Zeit. 20. April 2021, abgerufen am 18. März 2026.
  6. 1 2 Daniel Ryser, Basil Schöni: Nicolas A. Rimoldi gefällt das. In: Republik. 17. September 2021, abgerufen am 18. März 2026.
  7. ↑ 02 — Werdegang (Memento vom 22. April 2026 im Internet Archive), Internetauftritt Nicolas Rimoldi
  8. ↑ Unser Vizepräsident Nicolas A. Rimoldi im Interview mit lu-wahlen.ch. In: Jungfreisinnige Kanton Luzern. 21. März 2019, abgerufen am 17. März 2026.
  9. ↑ Nicolas Rimoldi tritt aus der FDP aus. In: zentralplus.ch. 7. September 2021, abgerufen am 17. März 2026.
  10. ↑ «Mass-Voll»-Rimoldi darf nicht in die FDP zurückkehren, Blick, 4. September 2025
  11. 1 2 Keystone-SDA: Bundesgericht bestätigt Rimoldi-Verurteilung. In: Blick. 7. Januar 2026, abgerufen am 17. März 2026.
  12. ↑ Linus van Moorsel, Michelle Feer: Kontroverse «Freedom Festival» - Rechtsextreme vernetzen sich mit Nationalratskandidaten. In: SRF. 31. August 2023, abgerufen am 19. März 2026.
  13. 1 2 «Corona-Rebell» Nicolas Rimoldi will zurück in die FDP – und gleich das Präsidium übernehmen, NZZ, 15. August 2025
  14. 1 2 Rimoldi rief – und seine rechten Freunde kamen, NZZ, 10. Mai 2026
  15. ↑ Eine „Erklärung für ein freies Europa der Nationen“, die eine mögliche neue europäische Fraktion ankündigt, Visegrád Post, 29. August 2023
  16. ↑ Lea Hartmann: Schlappe für Corona-Skeptiker Rimoldi. In: Blick. 22. Oktober 2023, abgerufen am 17. März 2026.
  17. 1 2 3 Daniel Walt, Gian-Luca Fedi: Nicolas Rimoldi und «Mass-Voll»: Impfgegner mit Demos in St.Gallen. In: St. Galler Tagblatt. 14. Februar 2026, abgerufen am 19. März 2026.
  18. ↑ In St. Gallen marschiert bei einer Demonstration von Impfkritikern auch die Junge Tat mit, NZZ, 14. Februar 2026
  19. ↑ Un millier de manifestants à Lucerne, dont des membres de Mass-Voll et Junge Tat, pour s’opposer aux accords avec l’UE, Le Temps, 9. Mai 2026
  20. ↑ Petition gegen Rechtsextremismus in Luzern, Radio 3Fach, 8. Mai 2026
  21. ↑ Eine Geschichte von zwei Seeseiten, WOZ, 14. Mai 2026; Zitat: "rechtsextreme Raumnahme"
  22. ↑ Luzerner Gericht verurteilt Demo-Anführer Rimoldi, swissinfo, 30. November 2022
  23. ↑ Kantonsgericht spricht Nicolas A. Rimoldi schuldig. In: Luzerner Zeitung. 15. September 2023, abgerufen am 18. März 2026.
  24. ↑ Keystone-SDA Regional: Rimoldi zieht Zürcher Urteil wegen Hitlervergleichs weiter. In: Nau.ch. 17. März 2026, abgerufen am 19. März 2026.
  25. ↑ Anna Clara Kohler: Mass-Voll-Präsident Rimoldi wegen übler Nachrede vor Gericht. In: Blick. 27. Februar 2026, abgerufen am 19. März 2026.
  26. ↑ vat, sae: Rimoldi erhält weitere Strafanzeige in St.Gallen und geht im Thurgau in Berufung. In: Limmattaler Zeitung. 17. März 2026, abgerufen am 19. März 2026.
  27. ↑ Keystone-SDA: Demo gegen Impfpflicht in St. Gallen hat ein juristisches Nachspiel. In: Swissinfo. 4. März 2026, abgerufen am 19. März 2026.
Personendaten
NAME Rimoldi, Nicolas
ALTERNATIVNAMEN Rimoldi, Nicolas Alexander (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG Schweizer politischer Aktivist
GEBURTSDATUM 1995