Hugo (Gray Design Associates)

Hugo
Entwickler Gray Design Associates
Leitende Entwickler David P. Gray
Plattform MS-DOS, Windows
Genre Adventure, Ego-Shooter
Spiele
(erster Teil, 1990)
→ Hugo’s House of Horrors
(letzter Teil, 1994)
→ Nitemare-3D

Hugo ist eine Reihe von Computerspielen der frühen 1990er Jahre für MS-DOS, von denen die ersten drei Adventures sind. Die Shareware-Spiele wurden von David P. Gray entwickelt und drehen sich um den Protagonisten Hugo, der seine Freundin beziehungsweise Frau Penelope retten muss. Lediglich beim zweiten Teil sind die Rollen getauscht und Penelope ist die Protagonistin. Beim vierten Teil Nitemare-3D handelt es sich nicht wie bei den Vorgängern um ein Adventure, sondern um einen Ego-Shooter im Stil von Wolfenstein 3D. Die ersten drei Teile wurden 1995 als Hugo Trilogy für DOS und Windows wiederveröffentlicht.

Spiele

Spielprinzip und Handlung

Die Steuerung der drei ersten Spiele erfolgt über Texteingaben. Erst mit der Portierung auf Windows von 1995 wurde ein Point-and-Click-Interface hinzugefügt.

Im ersten Teil Hugo’s House of Horrors muss der Protagonist Hugo seine Freundin Penelope retten, die von einem Job als Babysitter in einem gruseligen Haus nicht zurückgekehrt ist.

Im zweiten Teil Hugo II: Whodunit? steuert man nicht Hugo, sondern Penelope. Die beiden sind nach ihrer Hochzeit nach England zum Landhaus von Hugos Großonkel Horace gereist. Horace wird jedoch ermordet und Hugo verschwindet.

Der dritte Teil Hugo III: Jungle of Doom spielt im Amazonas-Dschungel, wo Hugo und Penelope nach ihrer Englandreise abgestürzt sind.

Beim vierten Teil Nitemare 3D handelt es sich anders als bei den drei vorherigen Teilen um einen Ego-Shooter. Erneut wird Penelope vom verrückten Wissenschaftler Dr. Hammerstein entführt. Dieser hält sie in seinen Katakomben gefangen, von wo Hugo sie retten muss. Dies geschieht in drei Episoden mit je zehn Leveln. Das Spiel weist eine Mechanik auf, bei der bestimmte Monster nur mit bestimmten Waffen verletzt werden können.

Entwicklung und Veröffentlichung

Während die beiden ersten Teile von David P. Gray alleine entwickelt wurden, arbeitete bei Hugo 3 der Grafiker Gary Sirois mit. Für die Entwicklung von Hugo’s House of Horrors orientierte sich Gray an der Adventure-Reihe Leisure Suit Larry sowie Captain Comic von Michael Denio. Zur Programmierung des ersten Teils verwendete Gray Microsoft QuickC, für die Grafiken Z-Soft Paint. Der Name Hugo kam daher, dass der Entwickler das Eröffnungsbild des Gruselhauses erstellt hatte und ihm die Phrase House of Horrors kam, für die er einen Namen mit einem dritten H als passend empfand. So benannte er auch die ausführbare Programmdatei mit hhh.exe, was eine Anspielung auf die lll.exe von Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards ist. Für den zweiten Teil ließ sich Entwickler Gray von Agatha Christie inspirieren, von deren Geschichten er in jungen Jahren ein Fan war. Nachdem Gray beim dritten Teil Unterstützung des in Massachusetts in der Nähe lebenden Grafikers Gary Sirois erhielt, fragte er diesen, was er am besten zeichnen könne. Da Sirois Blätter und Bäume nannte, entschied sich Gray, den dritten Teil in einem Dschungel stattfinden zu lassen. Die Point-and-Click-Portierung für Windows wurde laut David P. Gray von Beneath a Steel Sky beeinflusst. Der erste Teil wurde ursprünglich 1990 für DOS als Shareware veröffentlicht. 1995 erfolgte die kommerzielle Veröffentlichung der ersten drei Teile als Hugo Trilogy. Die Trilogie enthielt sowohl die originale DOS-Version als auch eine Umsetzung für Microsoft Windows, die das Spiel um ein Point-and-Click-Interface und MIDI-Hintergrundmusik sowie Soundeffekte erweiterte.

Rezeption

Im Buch 100 aktuelle PC-Spiele des Markt+Technik Verlags aus dem Jahr 1990 von Heinrich Lenhardt und Michael Hengst wurde Teil eins unter der Kategorie Sharewareschätze genannt. Das Spiel erfordere gute Englischkenntnisse.

„Die Grafik ist erstaunlich gut gelungen, und die Texte versprühen teilweise recht bissigen Humor.“

– 100 aktuelle PC-Spiele

Adventure Classic Gaming bewertete den ersten Teil Hugo’s House of Horrors mit drei von fünf Sternen. Die Website Adventure Gamers bewertete den ersten Teil mit 1,5 von 5 Sternen. Das Spiel sei zwar nie bahnbrechend gewesen und könne nicht als zeitloser Klassiker angesehen werden, besitze jedoch den nostalgischen Charme der Adventures jener Zeit. Hugo’s House of Horrors wurde von der deutschsprachigen Seite Adventure Corner lediglich mit zwei von zehn Punkten bewertet. Das Spiel habe bereits bei Erscheinen eine veraltete Grafik gehabt, die Texterkennung sei nicht spielerfreundlich und es mangle an einer stringenten Handlung. Der zweite Teil wurde von Adventure Corner mit vier von zehn Punkten bewertet. Es handle sich um den mit Abstand längsten Teil der Hugo-Adventures. Auch der dritte Teil wurde mit vier von zehn Punkten bewertet. Bei ihm handle es sich aufgrund der nachvollziehbaren Geschichte und schicken Grafik sowie dem Fehlen unfairer Fallen um das rundeste, aber auch das kürzeste der Adventures. Der vierte Teil Nitemare-3D wurde 1995 mit einem Ziff Davis Best Game Award ausgezeichnet. Auf Examiner.com wurde Nitemare-3D 2013 mit lediglich einem von fünf Sternen bewertet. Der Ego-Shooter scheitere mit seinen leeren Räumen daran, eine Horroratmosphäre aufzubauen.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Tobias Maack: Hugo III – Jungle of Doom – Klassiker-Test. In: Adventure Corner. 9. Februar 2018, abgerufen am 26. September 2026.
  2. 1 2 3 4 Jenn Hanlon: Hugo's House of Horrors. In: Adventure Classic Gaming. 28. Juni 2012, abgerufen am 26. September 2026.
  3. 1 2 Tobias Maack: Hugo I – The House of Horrors – Klassiker-Test. In: Adventure Corner. 26. Januar 2018, abgerufen am 26. September 2026.
  4. 1 2 Tobias Maack: Hugo II – Whodunit? – Klassiker-Test. In: Adventure Corner. 2. Februar 2018, abgerufen am 26. September 2026.
  5. 1 2 Kenneth Kriho: Nitemare 3d review (Photos). In: Examiner.com. 11. August 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. August 2013; abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
  6. ↑ Plus XP Interview: David P Gray. In: Plus XP. 5. Februar 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. März 2017; abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
  7. 1 2 Interview with the Author: David P. Gray (the Hugo series). In: classicgames.org. 28. Juli 2000, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. Juni 2006; abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
  8. 1 2 Heinrich Lenhardt, Michael Hengst: Hugo's House Of Horror. In: 100 aktuelle PC-Spiele. Markt+Technik Verlag, 1990, S. 278–279 (kultmags.com [abgerufen am 26. September 2026]).
  9. ↑ Reece Warrender: Review: Hugo's House of Horrors. In: Adventure Gamers. 23. April 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. September 2010; abgerufen am 26. September 2026 (englisch).