Norbert Ley

Norbert Ley (* 24. August 1903 in Letmathe, heute Stadtteil Iserlohns; † 23. August 1983 in Düsseldorf) war ein deutscher Volkswirt und von 1953 bis 1968 Leiter der nordrhein-westfälischen Landesplanungsbehörde.

Leben

Ab 1924 studierte Norbert Ley Volkswirtschaftslehre. Nach Abschluss als Diplom-Volkswirt 1928 an der Universität Münster arbeitete Ley als Assistent (1929–1934) am Deutschen Forschungsinstitut für Agrar- und Siedlungswesen in Rostock, einer Zweigstelle des gleichnamigen Instituts von Max Sering in Berlin. 1931 promovierte Ley an der Universität Rostock. Der Agrarsoziologe Ulrich Planck berichtete über Leys Aktivitäten in dieser Zeit:

„Unter dem Aspekt der Siedlung widmeten sich 1930-33 Hans-Jürgen Seraphim und dessen Mitarbeiter Hellmut Wollenweber, Norbert Ley und der Soziologe Hans Weigmann dem Landarbeiterproblem, wobei allerdings – wie bei der Landarbeiterforschung unter Richard Ehrenberg – der einzelne Betrieb und die einzelne Familie Forschungsgegenstand waren und nicht das soziale System des Dorfes.“

1934/35 war Ley Leiter des Statistischen Amtes bei der Provinzialverwaltung Stettin sowie Mitarbeiter des Gauwirtschaftsberaters von Pommern, Ernst Jarmer. Dann wechselte Ley als Sachbearbeiter zur Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen („Gezuvor“). In dieser Eigenschaft war Ley auch bei der Reichsstelle für Raumordnung beschäftigt. Ab 1937 wirkte Ley bei der Landesplanungsgemeinschaft Rheinland. Er war dort Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Hauptstelle. Ab 1939 war Ley ständiger Vertreter des Landesplaners der Rheinprovinz. Ab 1940 lautete seine Funktion: Provinzialverwaltungsrat und stellvertretender Generalreferent für Raumordnung beim Oberpräsidenten als Planungsbehörde der Rheinprovinz (s. auch Heinrich Haake). Die „Deutsche Akademie für Städtebau, Reichs- und Landesplanung“ ernannte Norbert Ley 1942 zum ordentlichen Mitglied.

Zum Ende der 1940er Jahre trat Norbert Ley in die beim Ministerpräsidenten angesiedelte Landesplanungsbehörde von Nordrhein-Westfalen ein. Im Juli 1951 wurde Norbert Ley Mitglied des „unter dem Vorsitz von Josef Umlauf (gebildeten) Sonderausschuß (....), der bis 1953 eine Denkschrift über „Begriffe und Richtlinien“ der Landesplanung in der Bundesrepublik ausarbeitete.“

Nachdem Stephan Prager im Jahr 1953 das Amt des Leiters der Landesplanungsbehörde Nordrhein-Westfalen aus Altersgründen niedergelegt hatte, wurde Norbert Ley sein Nachfolger. Ley hatte die Position eines Ministerialdirigenten inne. Daneben war Ley ab 1958 Lehrbeauftragter und ab 1964 Honorarprofessor für Planungswesen an der Universität Köln.

In der Akademie für Raumforschung und Landesplanung nahm Ley verschiedene Funktionen wahr. 1959 wurde er zum ordentlichen Mitglied der ARL ernannt (korrespondierendes Mitglied seit 1953). Schon 1961 (bis 1968) war Ley Mitglied des Kuratoriums der ARL. Ley war Mitglied in den ARL-Fachausschüssen „Grundsatzfragen der Raumforschung und Landesentwicklung“ und „Raum und Energie“. Außerdem zählte er zum ARL-Arbeitskreis „Standorte und Trassen für Energieanlagen“. Von 1966 bis 1970 war Ley nicht nur Vizepräsident der ARL, sondern er hatte auch den Vorsitz in der ARL-Landesarbeitsgemeinschaft Nordrhein-Westfalen (1960 bis 1972) inne.

Ehrungen

Schriften (Auswahl)

Mitwirkung an amtlichen Schriften / Gutachten

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ariane Leendertz: Ordnung schaffen. Deutsche Raumplanung im 20. Jahrhundert. Wallstein Verlag, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0269-3, S. 189 (PA Ley, HStAD NW).
  2. ↑ Siehe dazu auch den Eintrag „Immatrikulation von Norbert Ley“, Wintersemester 1928/1929 im Rostocker Matrikelportal.
  3. ↑ Ulrich Planck: Dorfforschung im Deutschen Reich und in der Bundesrepublik Deutschland. In: Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie. 22. Jg., Nr. 2, 1974, S. 151.
  4. ↑ Ariane Leendertz: Ordnung schaffen. Deutsche Raumplanung im 20. Jahrhundert. Wallstein Verlag, Göttingen 2008, S. 189 (PA Ley, HStAD NW).
  5. ↑ Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung, Arbeitskreis im NS-Bund deutscher Technik, 20. April 1942, in: Bundesarchiv R113 (Reichsstelle für Raumordnung) / 1767
  6. ↑ Ariane Leendertz: Ordnung schaffen. Deutsche Raumplanung im 20. Jahrhundert. Wallstein Verlag, Göttingen 2008, S. 269.
  7. ↑ Akademie für Raumforschung und Landesplanung (Hrsg., Red.: Gabriele Schöne …): 50 Jahre ARL in Fakten. ARL, Hannover 1996, ISBN 3-88838-514-8, S. 195.
  8. ↑ Akademie für Raumforschung und Landesplanung (Hrsg., Red.: Gabriele Schöne …): 50 Jahre ARL in Fakten. ARL, Hannover 1996, S. 195.
Personendaten
NAME Ley, Norbert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Volkswirt
GEBURTSDATUM 24. August 1903
GEBURTSORT Letmathe, jetzt Iserlohn
STERBEDATUM 23. August 1983
STERBEORT Düsseldorf