
NordBalt ist eine als Seekabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) von Klaipėda (Litauen) nach Nybro in Schweden. Sie verbindet die Gebotszonen LT mit SE4. Die aktuelle Übertragungsleistung ist online abrufbar.
Sie wurde Mitte Dezember 2015 in Betrieb genommen. Die NordBalt-Leitung soll die Energiesicherheit im Baltikum erhöhen. Die baltischen Staaten waren nach der Abschaltung des AKWs Ignalina im Jahr 2009 von Stromlieferungen aus Russland abhängig. Die Anbindung an das skandinavische Verbundnetz NORDEL diversifiziert die Bezugsquellen.
Die Aufträge zum Bau der Verbindung wurden Ende Dezember 2010 von Asea Brown Boveri gewonnen und belaufen sich auf etwa 580 Millionen Dollar. Davon werden 175 Millionen Euro von der Europäischen Union bereitgestellt. Seit Mitte März 2015 behinderte die Baltische Flotte der russischen Kriegsmarine nach Aussage von Linas Linkevičius viermal den Bau der Seekabelverbindung.
Die maximale Übertragungsleistung des Systems beträgt 700 MW. Es ist durch IGBT-basierten Stromrichterstationen der Firma Hitachi Energy, ehhemals ABB betrieben. Das System ist als symetrischer Monopol ausgeführt mit einer Gleichspannung von ±300 kV.
Die Länge des Seekabels beträgt 400 km, dazu kommen noch 40 km Gleichstromkabel auf der Schwedischen und 10 km auf der Litauischen Seite.