| Nouméa | |
|---|---|
| Staat | |
| Provinz | Südprovinz |
| Aire coutumière | Djubéa-Kaponé |
| Koordinaten | 22° 17′ S, 166° 27′ O |
| Höhe | 0–167 m |
| Fläche | 50,68 km² |
| Einwohner | 85.976 (17. Oktober 2025) |
| Bevölkerungsdichte | 1.696 Einw./km² |
| Postleitzahl | 98800 |
| INSEE-Code | 98818 |
| Website | www.noumea.nc |
Nouméa | |
Nouméa ist die Hauptstadt des französischen Überseegebietes Neukaledonien. Nouméa wurde 1854 auf einer stark gegliederten rund 10 Kilometer langen Halbinsel am südwestlichen Ende der neukaledonischen Hauptinsel Grande Terre unter dem Namen Port-de-France gegründet. Die Gemeinde hat 94.285 Einwohner; mit Vororten hat Groß-Nouméa (französisch agglomération du Grand Nouméa) 182.341 Einwohner (beide Stand 2019). Das Stadtgebiet umfasst mehrere unbewohnte Inseln wie Îlot Freycinet und Îlot Maître im Westen sowie Îlot Sainte-Marie, Île Uéré und Île Lasalle im Osten.
Die Stadt ist Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Nouméa. Hier befindet sich auch die Universität Neukaledonien.
| 1956 | 1963 | 1969 | 1976- 04-23 | 1983- 04-14 | 1989- 04-04 | 1996- 04-16 | 2004- 08-31 | 2009- 07-27 | 2014- 08-26 | 2019- 09-10 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stadt Nouméa | 22.235 | 34.990 | 41.853 | 56.078 | 60.112 | 65.110 | 76.293 | 91.386 | 97.579 | 99.926 | 94.285 |
| Dumbéa | 284 | 463 | 1.304 | 4.191 | 5.538 | 10.052 | 13.888 | 18.602 | 24.103 | 31.812 | 35.873 |
| Le Mont-Dore | 1.288 | 2.640 | 4.809 | 10.659 | 14.614 | 16.370 | 20.780 | 24.195 | 25.683 | 27.155 | 27.620 |
| Païta | 1.397 | 1.903 | 2.522 | 3.407 | 4.834 | 6.049 | 7.862 | 12.062 | 16.358 | 20.616 | 24.563 |
| Agglomeration | 25.204 | 39.996 | 50.488 | 74.335 | 85.098 | 97.581 | 118.823 | 146.245 | 163.723 | 179.509 | 182.341 |
| Europäer | Kanaken | Polynesier | Gemischt | Andere |
|---|---|---|---|---|
| 39,1 % | 26,6 % | 6,1 % | 10,2 % | 17,9 |
Die Agglomeration besteht aus den Gemeinden Nouméa (mit der Chinatown), Dumbéa im Nordwesten, Le Mont-Dore im Osten und Païta westlich von Dumbéa mit dem Internationalen Flughafen La Tontouta. Diese vier Gemeinden sind seit dem Zensus von 2008 die bevölkerungsreichsten Neukaledoniens und vereinigen aktuell (2019) fast 90 (89,8) Prozent der Bevölkerung der Südprovinz auf sich, sowie zwei Drittel (67,2 Prozent) der Bevölkerung Neukaledoniens.

Am 25. Juni 1854 fand der französische Kapitän Louis-Marie-François Tardy de Montravel in der windgeschützten und tiefen „Nouméa“-Bucht eine geeignete Stelle für die Etablierung eines befestigten Militärstandorts. Er nannte den Ort Port-de-France und ließ eine Festung auf einer Anhöhe gegenüber der Insel Nou errichten. 1856 hatte der Ort erst 921 Einwohner, davon 113 Militärangehörige. 1857 wurde mit der Umsetzung der Stadtplanung begonnen. Zunächst wurde der Hügel Conneau abgetragen, um einen Hafen mit Pier zu errichten. Die Erdaufschüttungsarbeiten in den Sumpfgebieten, mit denen der größte Teil der heutigen Innenstadt geschaffen wurde, dauerten bis 1877. Sie wurden ab 1869 von aus Frankreich geschickten Strafgefangenen durchgeführt. Am 2. Juni 1866 wurde Port-de-France in „Nouméa“ umbenannt, um eine Verwechslung mit Fort-de-France auf Martinique zu vermeiden.
Das Fehlen einer Quelle und eines Flusses nahe der Stadt stellte sich als ein großes Problem für die Besiedlung heraus. Es musste ein 12 km langer Kanal vom Yahoué-Fluss gebaut werden, der 1877 fertiggestellt wurde. 1879 wurde Nouméa die Hauptstadt von Neukaledonien. 1904 nahm die Bahnstrecke Nouméa–Dumbéa den Betrieb auf. 1932 fand der erste Flug von Nouméa nach Frankreich statt. Während des Nickelbooms dehnte sich die Stadt immer mehr in die Peripherie aus. 1972 begann der große Hafenausbau, bei dem die Insel Nou mit dem Festland verbunden und in Nouville umbenannt wurde.
Neben dem Tourismus ist die wichtigste Einkommensquelle der Stadt die Nickelverarbeitung. Das Erz wird in einer ausgedehnten Fabrikanlage in relativ zentraler Lage der Stadt verhüttet und dort auch verschifft. Sie ist auch das bedeutendste Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum der Inseln.
Im Hafen von Nouméa, dem weitaus bedeutendsten Neukaledoniens, wurden 5.193.000 Tonnen umgeschlagen (2011). Hiervon entfielen 3.217.588 Tonnen auf Nickelerze.
Der Hauptflughafen von Neukaledonien – der internationale Flughafen La Tontouta – liegt etwa 50 km von der Stadt entfernt in Païta. Der Regionalflughafen Flughafen Magenta liegt nur 3 km nordöstlich vom Zentrum Nouméas.
Nouméa hat zwei Busbahnhöfe: Die Überlandbusse in den Norden Neukaledoniens sowie an die Ostküste fahren vom Busbahnhof ab, dem Gare Routière Moselle, der sich gegenüber der Markthalle im Süden des Stadtzentrums befindet. Dem Verkehr in die nördlichen Nachbarstädte sowie zum Flughafen La Tontouta dient der Busbahnhof Desmazures im nördlichen Teil des Stadtzentrums unweit des Krankenhauses.
Die Schiffe zu den Inseln Lifou, Maré und Île des Pins legen an der Gare Maritime des Îles ab. Dieser Fähranleger befindet sich am nordwestlichen Rand der Innenstadt am Busbahnhof Desmazures. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Freizeithafen Port Moselle.
Die Stadt Nouméa ist durch ein Netz von Stadtbussen erschlossen, derzeit verkehren 16 Linien. Die meisten Linien beginnen am Place des Cocotiers, dem zentralen Platz, oder an der Gare Routière Moselle. An fast allen Haltestellen sind Fahrpläne angebracht, die pünktlich eingehalten werden.
Nouméa verfügt über zahlreiche Strände. Zu den beliebtesten zählen die Plage de la Baie des Citrons im Herzen der Stadt, die von zahlreichen Restaurants, Bars und Nachtklubs gesäumt wird, und die nur durch einen Felsen getrennte Plage de l'Anse Vata, an deren Straße sich eine Anzahl von Boutiquen und einige Einkaufszentren anreihen. Sie wird auch von Kite-Surfern genutzt. Die Plage du Kuendu Beach am Ende der Insel Nouville vermittelt trotz der Großstadtnähe ein Gefühl von Ruhe und Abgeschiedenheit. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Strände der vorgelagerten Inseln Îlot Maître und Îlot Signal sowie der Unterwasserpfad Île aux Canards. Allerdings sind die immer häufigeren Haiangriffe vor Neukaledonien, insbesondere um Noumea, eine potentielle Gefahr. Nach einem Haiangriff bleiben die Stadtstrände gewöhnlich einige Tage, im Jahr 2023 auch monatelang, gesperrt. Dann werden die zwei öffentlichen Schwimmbäder Piscine Jacques-Mouren du Ouen-Toro, Piscine Henri-Daly de Rivière-Salée und das Ende 2018 eröffnete Spaßbad Centre aquatique de Nouméa verstärkt besucht.


Umgebung:
Seit 1987 findet in Nouméa jedes Jahr ein Karneval statt, der rund 22.000–25.000 Besucher anzieht. Die Umzüge, an denen anfangs nur ein Dutzend Umzugswagen teilnahmen, wurden entlang der Baie de l’Anse Vata durchgeführt, bis sie 1992 ins Stadtzentrum verlegt wurden. Im September 2019 nahmen daran 22 Karnevalsgruppen teil.
| Nouméa | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Nouméa
Quelle: wetterkontor.de | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Um den 26. Dezember 2023 wurden Rekordtemperaturen von bis zu 36 °C registriert, die heißesten der letzten 60 Jahre.
Nouméa ist das Bildungszentrum von Neukaledonien. Hier befinden sich mit der Universität Neukaledonien die einzige Hochschule als auch die bedeutendsten weiterführenden Schulen des Territoriums. Es gibt neben zwei staatlichen allgemeinbildenden Gymnasien – das Lycée Lapérouse und das Lycée polyvalent Jules Garnier – auch zwei private konfessionelle – das Lycée Blaise-Pascal und das Lycée Do Kamo. Sie verfügen alle über eigene Internate, in denen Schüler aus weiter entfernten Orten sowie von den Loyalitätsinseln untergebracht sind. Hinzu kommen mehrere Berufsschulen.
Im August 1865 wurde das erste Pferderennen veranstaltet und 1880 die erste Pferderennbahn im Stadtteil Magenta errichtet. Im selben Jahr wurde auch der erste Schießverein gegründet. 1886 folgte der erste Tennisclub und 1895 wurde das Velodrom eröffnet. Das erste Schwimmbecken wurde für das Militär 1891 eingerichtet und 1924 für die Allgemeinheit geöffnet. 1914 entstand der erste Fußballplatz, 1927 wurde Basketball eingeführt und 1938 das erste Stadion auf einem Grundstück des Lycée Lapérouse eingeweiht, seit 1965 ist es auch mit einem Fußballfeld ausgestattet. Nachdem ab 1942 die Pferderennbahn in Magenta von den amerikanischen Streitkräften in einen Militärflugplatz umgewandelt worden war, wurde 1946 das Hippodrome Henry Milliard eingerichtet. 1994 entstand gegenüber der Île Lasalle mit dem Golf de Tina auf 80 ha der erste Golfplatz von Nouméa. Die Stadt verfügt über 68 Sportanlagen verschiedenster Sportarten.
In den Jahren 1966, 1987 und 2011 wurden in Nouméa die Pacific Games ausgetragen. Zu diesem Zweck wurden u. a. 1966 im Stadtviertel Magenta das Stade Numa-Daly und 2011 im Stadtviertel Vallée-du-Tir für 800 Millionen CFP-Francs die Sporthalle Anewy für die Sportarten Basketball, Volleyball, Futsal und Badminton errichtet. Auch die Meisterschaften im Bodybuilding fanden hier statt. Sie ist nach dem neukaledonischen Boxer François Anewy benannt und wurde anschließend auch von der Jugend des Viertels und für den Schulsport genutzt. Mit diesem Projekt sollte u. a. die Jugendkriminalität bekämpft werden. Die Anlage sollte auch den folgenden Generationen zur Verfügung stehen. Sie wurde von den Einwohnern außerdem als Schutzhalle bei Zyklonen genutzt. Im Zuge der Unruhen 2024 wurden auf sie 31 Brandanschläge verübt, sodass die Halle Anfang 2025 abgerissen werden musste.
Bedingt durch die geographische Lage auf einer Halbinsel, nehmen im Freizeitsport die Wassersportaktivitäten einen hohen Stellenwert ein. Die Strände an der Pointe Magnin (Anse Vata) und auf den vorgelagerten Inseln wie Îlot Maître werden insbesondere von Kitesurfern besucht, während an der Baie de Sainte Marie das Wassersportzentrum Centre d’Activités Nautiques de la Côte Blanche (CAN) Seglern, Auslegerkanu-, Kayak- und Stand-up-Paddlern zur Verfügung steht. Für Segelyachtbesitzer gibt es im Stadtgebiet sieben Sporthäfen, darunter die Marina Port Moselle. Die günstigen Winde an der Küste werden auch von Gleitschirmfliegern genutzt. Sie starten vom östlichen Hang des Berges Ouen Toro sowie von dem Hügel und der Steilküste am Kuendo-Strand auf der Halbinsel Nouville. Die bekanntesten Fußballvereine der Stadt sind AS Magenta und FC Gaïtcha.
Nouméa hat Städtepartnerschaften geschlossen mit