Numic-Sprachen

Einstige Verbreitung der einheimischen Sprachen Nordamerikas

Die Numic-Sprachen, auch Numic, sind der nördlichste Zweig der uto-aztekischen Sprachfamilie. Sie umfassen sieben Einzelsprachen (oder Dialektkontinua), die von Indianern Nordamerikas im Great Basin, Colorado River Basin und den südlichen Great Plains gesprochen wurden (werden). Der Name Numic leitet sich von dem bei diesen Sprachen auftretenden Wort für „Mensch, Volk“ ab. Dieses lautet in fünf dieser Sprachen /nɨmɨ/, in der Kawaiisu-Sprache /nɨwɨ/ und in der Colorado-Sprache /nɨwɨ/, /nɨŋwɨ/ oder /nuu/.

Obwohl die einzelnen Sprachen alle derselben Sprachfamilie entstammen, sind sie jedoch untereinander nicht so eng verwandt, wie der Name vermuten lässt, da sie verschiedenen Zweigen der Numic-Sprachen angehören, und stehen benachbarten Sprachen des jeweiligen Numic-Zweiges näher. Der Großteil der Numic-Sprachen zählt heute zu den bedrohten Sprachen, da heute von den meisten Angehörigen amerikanisches Englisch und immer weniger ihre eigene Sprache als Muttersprache erlernt wird und innerhalb weniger Generationen diese daher auszusterben drohen.

Interne Klassifikation

Die Numic-Sprachen umfassen drei regionale Zweige:

I. Zentrales Numic, Zentrale Numic-Sprachen, Zentraler Numic-Zweig

II. Südliches Numic, Südliche Numic-Sprachen, Südlicher Numic-Zweig

III. Westliches Numic, Westliche Numic-Sprachen, Westlicher Numic-Zweig

Bemerkungen

Das Comanche (Nʉmʉ Tekwapʉ) und der Dialekt der Östlichen Shoshone stehen sich so nahe, dass manche Linguisten das Comanche (Nʉmʉ Tekwapʉ) als weiteren Dialekt des Shoshoni (Newe Ta̲i̲kwappe / Neme Ta̲i̲kwappeh) betrachten; jedoch sind beide auf Grund einer Lautverschiebung im Comanche (Nʉmʉ Tekwapʉ) nicht gegenseitig verständlich. Einst bildete das Comanche (Nʉmʉ Tekwapʉ) neben dem Spanischen die Verkehrs- und Handelssprache der Stämme auf den Südlichen Plains und im Südwesten.

Die Hopi-Sprache, die heute von allen uto-aztektischen Sprachen in den USA die meisten Sprecher hat, gehört nicht zu den Numic-Sprachen, sondern bildet einen eigenen Zweig in der uto-aztektischen Sprachfamilie.

Einzelnachweise

  1. ↑ heute wird vermehrt die Sprache als Shoshoni und zur Unterscheidung die Stammesgruppe als Shoshone bezeichnet
  2. ↑ Angelina Eduardovna Serratos: Topics in Chemehuevi Morphosyntax: Lexical Categories, Predication and Causation, University of Arizona 2008
  3. ↑ Endangered Languages Project - Ute - Metadaten der Sprache
  4. ↑ auf Grund Mischehen zwischen Westlichen Shoshone, Südlichen Paiute und Ute Bands werden die Pahvant und Moanunts heute als Ute-Paiute Bands betrachtet und die Timpanogos, Sanpits und Cumumba entweder als Ute-Westliche Shoshone Bands oder nur den Westlichen Shoshone zugerechnet, ihre Nachfahren identifizieren sich als „Shoshone“ und sind heute als „Northwestern Band of the Shoshone Nation“ auf Bundesebene offiziell als Stamm anerkannt
  5. ↑ Descent and Diffusion in Language Diversification: A Study in Western Numic Dialectology
  6. ↑ es werden heute auch vier (bzw. nur drei) regionale Dialekte unterschieden – „Southern/Südlicher Nevada-Dialekt“, „Bannock-Dialekt“ sowie „Northern/Nördlicher Nevada-Dialekt“ und „Oregon-Dialekt“ (diese werden manchmal als ein Dialekt betrachtet) – diese Klassifizierung richtet sich jedoch mehr nach Regionen sowie nach politischer Organisation (siehe Bannock) und nicht nach sprachlicher Gruppierung; daher wählte ich diese Klassifizierung – aus der zudem klar ersichtlich ist, dass die Bannock sprachlich (nicht politisch) zu den Nördlichen Paiute zu zählen sind