Okulo-dento-digitale Dysplasie

Klassifikation nach ICD-10
Q87.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungssyndrome, anderenorts nicht klassifiziert
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Die Okulo-dento-digitale Dysplasie ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung mit Anomalien der Augen (okulo-), Zähne (dent-) kombiniert mit Fehlbildungen an den Fingern oder Zehen (digito).

Synonyme sind: ODDD-Syndrom; ODD-Syndrom; Dysplasie, okulo-dento-ossäre; Meyer-Schwickerath-Syndrom; englisch oculodentoosseous dysplasia (ODOD)

Die Namensbezeichnung bezieht sich auf den Erstautoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1957 durch den Essener Augenarzt Gerhard Meyer-Schwickerath.

Verbreitung

Die Häufigkeit ist nicht bekannt, bislang wurde über etwa 250 Betroffene berichtet. Die Vererbung erfolgt in den meisten Fällen autosomal-dominant, seltener autosomal-rezessiv.

Ursache

Der Erkrankung liegen Mutationen im GJA1-Gen auf Chromosom 6 Genort q22.31 zugrunde, welches für das Gap-Junction-Protein Connexin 43 (Cx43) kodiert.

Mutationen in diesem Gen finden sich auch bei der Syndaktylie Typ 3.

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Hinzu kann eine Hyperostose des Schädels und Verbreiterung der Röhrenknochen kommen, häufig auch neurologische Auffälligkeiten.

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus den klinischen Befunden, sie kann durch den Mutationsnachweis gesichert werden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Bernfried Leiber (Begründer): Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Hrsg.: G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7., völlig neu bearb. Auflage. Band 2: Symptome. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1990, ISBN 3-541-01727-9.
  2. 1 2 3 Eintrag zu Dysplasie, okulo-dento-digitale. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  3. ↑ G. Meyer-Schwickerath, E. Gruterich, H. Weyers: Mikrophthalmussyndrome. In: Klinische Monatsblätter Augenheilkunde, 1957, Band 131, S. 18–30.
  4. ↑ Oculodentodigital dysplasia, autosomal recessive. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  5. ↑ Oculodentodigital dysplasia. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  6. ↑ Eintrag zu Syndaktylie Typ 3. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  7. ↑ M. De Bock, M. Kerrebrouck, N. Wang, L. Leybaert: Neurological manifestations of oculodentodigital dysplasia: a Cx43 channelopathy of the central nervous system? In: Frontiers in pharmacology. Band 4, September 2013, S. 120, doi:10.3389/fphar.2013.00120, PMID 24133447, PMC 3783840 (freier Volltext) (Review).