| Oahumonarch | ||||||||||||
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Oahumonarch (Chasiempis ibidis) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Chasiempis ibidis | ||||||||||||
| Stejneger, 1887 |
Der Oahumonarch (Chasiempis ibidis) ist eine Singvogelart aus der Familie der Monarchen (Monarchidae). Er ist auf der Hawaii-Insel Oʻahu endemisch. Die Arten der Gattung Chasiempis werden auch Elepaios genannt. Der Oahumonarch gilt als die seltenste der drei Arten und wird von der IUCN als „gefährdet“ eingestuft.
Der Oahumonarch erreicht eine Körperlänge von 14–16 cm und ein Gewicht von 11–15 g. Der lange Schwanz ist häufig aufwärts gerichtet. Adulte Vögel haben auffällige weiße Flügelbinden, einen weißen Bürzel und weiße Schwanzspitzen. Der Schnabel ist mittellang, stumpf und überwiegend schwarz bis schwarzgrau. Bei adulten Vögeln ist die Schnabelbasis blau-grau, bei Jungvögeln und subadulten Vögeln im zweiten Jahr gelb. Der Schnabelspalt ist bei Nestlingen rötlich bis orange und bei älteren Vögeln dunkler.
Die Oberseite mit Scheitel und Rücken ist dunkelbraun, die Unterseite weiß. Auf der oberen Brust befinden sich sehr schwache bis mäßige braune Striche. Stirn und Überaugenstreif sind rötlich, die Ohrdecken meist schwarz, wodurch ein kontrastreiches Muster entsteht. Beim Männchen ist der Hals, insbesondere das Kinn, in der Regel stärker schwarz gefärbt. Die Geschlechter sind jedoch nicht immer eindeutig zu unterscheiden. Männchen sind durchschnittlich etwa 10 % größer als Weibchen in Körpermasse, Flügellänge, Schwanzlänge, Tarsuslänge und Schnabellänge. Beim Vergleich der drei Elepaio-Arten weist der Oahumonarch den längsten Schnabel auf.
Regional treten Unterschiede in der Gefiederfärbung auf. Vögel aus trockeneren Gebieten sind tendenziell heller und grauer, entsprechend der Glogerschen Regel. Auf der windabgewandten Seite von Oahu sind Krone und Mantel grauer gefärbt und die weißen Flügelbinden breiter als bei Vögeln aus feuchteren Gebieten.
Jungvögel sowie subadulte Vögel im zweiten und dritten Jahr weisen eine rötliche Färbung an Kopf, Rücken und oberer Brust sowie rötliche Flügelbinden auf. Die Art zeigt eine zweijährige Verzögerung der Gefiederreife und durchläuft drei postjuvenile Gefiederstadien: das formative, das zweite Basisgefieder und das definitive Basisgefieder.
Der Oahumonarch hat zehn Handschwingen, wobei die äußere P10 verkürzt ist, neun Armschwingen einschließlich drei Schirmfedern und zwölf Steuerfedern. Es gibt nur geringe bis keine geografischen oder geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Mauser.
Das Jugendgefieder tritt vorwiegend von März bis Juni auf. Kopf, Rücken, Hals und obere Brust sind rötlich-braun (gelbbraun-zimtfarben bis helles Amber), der Bürzel ist gelbbraun-zimtfarben. Flügel und Schwanz sind dunkelbraun mit schwach weißen Spitzen. Bauch und Unterschwanzdecken sind schmutzig weiß.
Das formative Gefieder ähnelt dem Jugendgefieder, ist aber etwas heller. Die Flügeldecken sind leicht heller und meist zimtfarben. Vom zweiten Basisgefieder und vom definitiven Basisgefieder unterscheidet es sich durch noch vorhandene juvenile Schwungfedern.
Das zweite Basisgefieder tritt hauptsächlich von Juli bis Juni auf. Dieses Gefieder ähnelt dem formativen Gefieder, die Stirnseiten sind jedoch oft weiß, die Ohrdecken teilweise schwarz und die Flügeldecken an den Spitzen teilweise weißlich. Die Schwungfedern entsprechen denen des definitiven Basisgefieders.
Das definitive Basisgefieder tritt hauptsächlich von Juli bis Juni auf und ist deutlich kontrastreicher in Schwarz und Weiß. Eine leichte bis moderate Geschlechtsdimorphie ist erkennbar. Beim Männchen sind die Krone olivbraun, die Stirn rötlich, der Bürzel weiß sowie Flügel und Schwanz dunkelbraun mit weißen Spitzen; hinzu kommen zwei markante Flügelbinden. Das Weibchen ist ähnlich, besitzt jedoch breitere weiße Spitzen an den Halsfedern.
Die Iris ist rötlichbraun.
Beine und Füße sind dunkelgrau bis schwarz-grau, die Fußsohlen cremefarben bis strohgelb.
Die Population des Oahumonarchs wurde ursprünglich als eigenständige Art beschrieben. Später wurden die Populationen der drei Inseln zu einer Art zusammengefasst. Diese Taxonomie wurde über viele Jahre von der American Ornithologists’ Union übernommen. Im Jahr 2010 genehmigte die American Ornithologists’ Union auf Grundlage genetischer, morphologischer und verhaltensbiologischer Befunde die erneute Aufteilung der Elepaios in drei Arten.
Die Unterschiede zwischen den Populationen umfassen unter anderem Gefiederfärbung, Lautäußerungen und bestimmte ökologische Merkmale.
Es sind keine Unterarten des Oahumonarchs beschrieben worden. In älterer Literatur wurde für die Art gelegentlich der Name Chasiempis gayi Wilson, 1891 verwendet; korrekt ist jedoch Chasiempis ibidis Stejneger, 1887.
Die systematischen Beziehungen innerhalb der Gattung Chasiempis wurden wiederholt verändert. Unterschiede im Gefieder zwischen und innerhalb der Inseln, ausgeprägte subadulte Gefiederstadien beider Geschlechter und variierender Sexualdimorphismus führten zu Unklarheiten über die Zahl der Taxa und ihre Verbreitung. In der Vergangenheit wurden bis zu fünf Arten anerkannt, teilweise ohne Berücksichtigung der Herkunftsinsel; einige Formen wurden anhand juveniler Vögel beschrieben.
Die mitochondriale DNA zeigt zwischen den Inseln Divergenzen von 2,2–3,1 %. Schätzungen auf Basis einer molekularen Uhr mit variabler Mutationsrate legen nahe, dass der Vorfahre der Chasiempis-Arten zunächst Kauaʻi vor etwa 2,3 Millionen Jahren besiedelte, gefolgt von Oahu vor 0,69 Millionen Jahren und Hawaii vor 0,49 Millionen Jahren. Die Taxa auf Oahu und Kauai, die zuvor als Unterarten behandelt wurden, werden heute aufgrund kombinierter genetischer, morphologischer, ökologischer und verhaltensbiologischer Daten als eigenständige Arten anerkannt.
Die Gattung Chasiempis ist endemisch im hawaiischen Archipel und gehört zur Familie der Monarchen (Monarchidae). Innerhalb der Monarchidae sind die nächsten lebenden Verwandten von Chasiempis die Monarchen des tropischen Pazifiks in den Gattungen Monarcha und Pomarea.
Fossilien von Elepaios wurden auf Hawaii, Oahu und Kauai gefunden, jedoch nicht auf Maui, Molokai und Lanai. Auf Oahu stammen Fossilien aus sedimentgefüllten Dolinen in einem aufgestiegenen Kalkriff bei Barbers Point und wurden gemeinsam mit zahlreichen anderen Vogelarten gefunden.
Der Oahumonarch ist ungewöhnlich anpassungsfähig in seiner Lebensraumnutzung und bewohnt häufig gestörte Sekundärwälder, die von nicht-heimischen Pflanzenarten dominiert werden.
Seine Nahrungssuche ist vielfältig. Er verwendet eine bemerkenswerte Vielfalt von Verhaltensweisen, um Beute auf allen Ebenen und Substraten des Waldes zu suchen und zu aufzuspüren, darunter am Boden, an Baumstämmen, Ästen und Blättern sowie in der Luft.
Elepaios sind langlebig und standorttreu und halten sich das ganze Jahr über in demselben kleinen Revier auf. Individuen können Jahr für Jahr am gleichen Ort beobachtet werden. Beringte Oahumonarche wurden mindestens 22 Jahre alt.
Jüngere Vögel im subadulten Gefieder sind geschlechtsreif, stehen jedoch in der Rangordnung unter älteren Tieren. Sie besitzen häufig noch kein eigenes Revier und wandern durch die Reviere anderer Vögel, bis sie selbst ein Revier übernehmen können.
Der Oahumonarch zeigt eine neugierige Reaktion auf menschliche Anwesenheit und kann beispielsweise durch Geräusche angelockt werden.
Die zweijährige Verzögerung der Gefiederreife ist auch beim Oahumonarch ausgeprägt. Jungvögel im subadulten Gefieder sind bereits geschlechtsreif, bleiben jedoch gegenüber älteren Vögeln untergeordnet und können als Revierlose auftreten, bis sie ein eigenes Revier erwerben.
Der Oahumonarch ist die seltenste der drei Elepaio-Arten. Sein Bestand ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen und beträgt etwa 1200 Individuen. Die Art wird vom United States Fish and Wildlife Service und in der IUCN Red List als „gefährdet“ (vulnerable) eingestuft.
Die größte Bedrohung für den Oahumonarch ist die Nestplünderung durch die eingeschleppte Hausratte (Rattus rattus). Maßnahmen zur Rattenkontrolle führten lokal zu Bestandszunahmen.
Der Oahumonarch zeigt eine Verhaltensanpassung an die Nestplünderung durch Ratten, indem die Nester höher über dem Boden angelegt werden, wodurch sie für Ratten schwerer zugänglich sind.
Die Art ist zudem von durch der Mücken übertragenen eingeschleppten Vogelmalariaa betroffen. Sie zeigt jedoch eine höhere Resistenz als die meisten hawaiianischen Kleidervögel und kommt in einigen Gebieten auch in niedrigen Lagen vor.
Elepaios gelten in der hawaiianischen Mythologie als Schutzgeister der Kanubauer.