Obama Presidential Center

Das Obama Presidential Center am Eröffnungstag

Das Obama Presidential Center beinhaltet die Präsidentenbibliothek von Barack Obama, dem 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Das Center wurde von der Obama Foundation in der Nähe des Museum of Science and Industry im Jackson Park von Chicago errichtet und soll von der Stiftung sowie auch von der University of Chicago und der National Archives and Records Administration (NARA) betreut werden. Die Baukosten wurden ursprünglich auf mindestens 500 Millionen US-Dollar geschätzt, 2026 betrugen die erwarteten Baukosten 900 Millionen US-Dollar. Das Center hat acht Stockwerke. Gezeigt werden Ausstellungen zur Präsidentschaft Obamas sowie zur amerikanischen Bürgerrechts- und Demokratiegeschichte. Neben einer Bibliothek mit von Obama selbst ausgewählten Büchern umfasst der Komplex ein Veranstaltungsforum, Bildungs- und Konferenzräume, ein Café-Restaurant, einen Spielplatz sowie eine Basketballhalle. Die öffentlich zugängliche Park- und Grünanlage wurde von Michael Van Valkenburg Associates gestaltet, die Sporthalle von Moody/Nolan Ltd.

Obama beauftragte die Architekten Billie Tsien und Tod Williams 2016 ausdrücklich, die Formensprache ihres Entwurfs an den von ihm bewunderten Skulpturen des Bildhauers Constantin Brâncuși zu orientieren. Tsien sagte dazu in einem Interview: „Zuerst eine Form zu schaffen und dann zu überlegen, was hineingehört – das ist eigentlich das Gegenteil unserer bisherigen Arbeitsweise. Es war eine sehr ungewohnte Vorgehensweise.“ Das Center sollte 2021 eingeweiht werden. Das Gebäude wird scherzhaft als „Obamalisk“ bezeichnet. Im Unterschied zu den bisherigen Präsidentenbibliotheken enthält es kein Archiv, sondern soll als „Community Center“ fungieren. Es befindet sich wie ein symbolisches Leuchtfeuer im Umfeld niedrigerer Mietshausblöcke für sozial Benachteiligte.

Anhängige Gerichtsverfahren verzögerten den Baubeginn. Das Center wurde mit einer Feier für geladene Gäste am 18. Juni 2026 eröffnet. Unter den Gästen befanden sich neben Obama alle noch lebenden ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Joe Biden sowie die deutsche Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel. Musikalisch wurde die Feier unter anderem von Bruce Springsteen, Stevie Wonder und Christina Aguilera begleitet. Am folgenden Tag, dem 19. Juni (Juneteenth), stand das Center erstmals auch der Bevölkerung offen.

Commons: Obama Presidential Center – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

  1. ↑ Joshua Hildebrandt: Wo Wahrzeichen Wirklichkeit werden. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 15. März 2026, S. 62.
  2. ↑ ‘Like a Klingon prison’: inside Barack Obama’s audacious, near-windowless, $850m presidential library, in: The Guardian, 2. Juni 2026
  3. ↑ Julia Bosman, Mitch Smith: Chicago Wins Bid to Host Obama Library. In: New York Times. 12. Mai 2015, abgerufen am 5. Mai 2017 (englisch).
  4. ↑ Julie Bosman: Obama Says His Presidential Library Will Be a ‘Hub for the Community’. In: New York Times. 3. Mai 2017, abgerufen am 5. Mai 2017 (englisch).
  5. ↑ Dietmar Pieper: Eine gute Geschichte. Aber wie geht sie weiter? In: Der Spiegel. 12. Juli 2020, abgerufen am 17. Juli 2020.
  6. ↑ Altkanzlerin Merkel als Überraschungsgast bei Einweihung von Obama-Museum. In: Der Spiegel. 19. Juni 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  7. ↑ Bei Obama-Museumseröffnung: Standing Ovations für Merkel. Stars, Promis und Politiker feiern. ZDF heute, 19. Juni 2026, archiviert vom Original am 19. Juni 2026; abgerufen am 19. Juni 2026: „Zur Eröffnung des Obama Presidential Center kamen US-Stars, Ex-US-Präsidenten und Altkanzlerin Angela Merkel. US-Präsident Trump blieb der Veranstaltung in Chicago fern.“

Koordinaten: 41° 46′ 57″ N, 87° 35′ 8″ W