Obatala (Obàtálá; Obatalá; Oxalá; Òrìşànlá; Orixanlá; Òrìsànlá; Orixalá; Oxalufã) ist in der Religion der Yoruba, in der kubanischen Santería und im brasilianischen Candomblé die große Schöpfergottheit, der die Menschen aus Lehm geformt oder aus Metall gegossen hat. Weil er dabei betrunken war, schuf er auch behinderte Menschen.
Er ist der Gott des Friedens und der Gnade, der Reinheit und der Weisheit. Sein Name Obatala bedeutet „Herr der weißen Kleidung“. Er ist der Patron von behinderten und verletzten Menschen und der Altersschwachen.
Seine Farbe ist das Weiß und der ihm geweihte Tag ist der Freitag, weshalb viele Gläubige im brasilianischen Bundesstaat Bahia an diesem Wochentag nur weiße Kleidung tragen.
Nach dem Schöpfungsmythos von Ile-Ife soll zunächst Obatala von Olodumare den Auftrag erhalten haben, die Erde zu erschaffen. Als er sich aber auf dem Weg vom Himmel zur Erde mit Palmwein betrank und er einschlief, nahm ihm Oduduwa die Schöpfungsinstrumente ab und schuf an seiner Stelle die Erde auf dem Urozean. Aufgrund dieser Begebenheit vermeiden es die Adepten Obatalas, Palmwein zu trinken.
Nach einem anderen Mythos soll er einst der einzige Orisha gewesen sein. Ein ungetreuer Diener zerschmetterte ihn mit einem Felsbrocken, worauf er in viele Teile zersprang, die alle zu Orishas wurden. Orunmila sammelte jedoch viele Teile und setzte sie wieder zusammen. Daraus wurde Orishanla, der „große Orisha“.
Erscheinungsbild
Er ist für seine Ordnung, Großzügigkeit, seine Ablehnung von Gewalt und seine ruhige, reservierte und vertrauenswürdige Besonnenheit bekannt. Seine Anhänger charakterisieren sich darin, dass sie langsam sind und daher immer zu spät kommen, nicht gerne kritisiert werden, aber gutmütig sind und anderen alles verzeihen.
In Afrika: Sein Jahresfest in Ile-Ife
Im kulturellen Zentrum der Yoruba ist Obatala nach Oduduwa der wichtigste Gott. Ihm zu Ehren feiern seine Anhänger das jährliche Itapa-Fest, in dem er als sterbender und wiederauferstehender Gott in Szene gesetzt wird. Er verlässt seinen Tempel in der Stadt am siebten Tag des Festes, verweilt einen Tag in seinem Unterweltshain vor der Stadt und kehrt am neunten Tag in einer triumphalen Auferstehungsprozession in seinen Tempel zurück. Der Drei-Tage-Rhythmus und seine moralische Integrität rücken ihn in die Nähe des vorkanonischen Jahwe und des mythisch verklärten Jesus.
↑THE LUCKY MOJO ESOTERIC ARCHIVE 45 PATHS of OBATALA by Hector Izaguirre Die Übersetzung ins Deutsche ist in das Register Diskussion:Obatala des Artikels ausgelagert