Lauchringen

Wappen Deutschlandkarte
Lauchringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lauchringen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 37′ N, 8° 19′ OKoordinaten: 47° 37′ N, 8° 19′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 348 m ü. NHN
Fläche: 12,77 km²
Einwohner: 8057 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 631 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79787
Vorwahl: 07741
Kfz-Kennzeichen: WT, SÄK
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 065
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hohrainstraße 59
79787 Lauchringen
Website: www.lauchringen.de
Bürgermeister: Heiko Weißenberger (parteilos)
Lage der Gemeinde Lauchringen im Landkreis Waldshut
KarteAareLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldLandkreis LörrachLandkreis KonstanzLandkreis TuttlingenSchwarzwald-Baar-KreisAlbbruckBad SäckingenBernau im SchwarzwaldBonndorf im SchwarzwaldDachsberg (Südschwarzwald)DettighofenDogernEggingenGörwihlGrafenhausenHäusernHerrischriedHöchenschwandHohentengen am HochrheinIbach (Schwarzwald)JestettenKlettgau (Gemeinde)KüssabergLauchringenLaufenburg (Baden)LottstettenMurg (Hochrhein)Rickenbach (Hotzenwald)St. BlasienStühlingenTodtmoosÜhlingen-BirkendorfWaldshut-TiengenWehr (Baden)Weilheim (Baden)Wutach (Gemeinde)WutöschingenSchweizRhein
Karte
Blick auf Oberlauchringen

Lauchringen ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Waldshut in Deutschland.

Lauchringen besteht als Gesamtgemeinde seit 1971 im Zuge der Gemeindereform durch den Zusammenschluss der beiden Ortschaften Oberlauchringen und Unterlauchringen. Die Gemeinde ist ein Kleinzentrum mit dem Schwerpunkt in Unterlauchringen.

Der Teilort Oberlauchringen ist wesentlich älter. Unterlauchringen entstand als Siedlung bei der mittelalterlichen Mühle am Wutach-Lauffen (und ehemaligen Textilwerk Lauffenmühle) und wurde in der Nachkriegszeit zum Hauptort mit Gemeindeverwaltung und Geschäftsstraße.

In Lauchringen mündet die B 314 von der Bundesautobahn A 81 kommend in die B 34 (Richtung Schaffhausen) bzw. L 163 (Richtung Basel). Lauchringen besitzt zwei Stationen an der Hochrheinbahn, vom Bahnhof Lauchringen zweigt die Wutachtalbahn ab.

Geographie

Grenzverlauf am Hochrhein, Lauchringen in Mitte der Karte

Lauchringen liegt in Südbaden nahe der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz, die hier durch den Hochrhein gebildet wird und den zum Fluss abfallenden Rändern des Südschwarzwalds.

Wutach bei Unterlauchringen

Die Gemeindegemarkung bildet den westlichen Abschluss der Landschaft Klettgau, bis ins Gebiet des Zusammenflusses von Steina und Wutach und anschließend der Mündung der Wutach in den Hochrhein.

Die Klettgau-Ebene ist ein ehemaliges Bett des Rheins, das heute noch in ca. 70 m Tiefe einen sehr langsam fließenden Wasserlauf enthält – die sogenannte „Klettgaurinne“ – die den Rückhalt der Wasserversorgung der Region darstellt.

Der östliche Bereich der Gemarkung Oberlauchringen reicht bis in die Nähe der Küssaburg, dem Wahrzeichen der Region. Der größte Teil der Gemarkung war erst nach der Wutach-Regulierung ab 1816 durch Johann Gottfried Tulla entwicklungsfähig, da häufiges Hochwasser und weitläufige Versumpfung die Besiedlung verhinderte und die Nutzung erschwerte.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Lauchringen besteht aus den beiden früher selbstständigen Gemeinden Ober- und Unterlauchringen. Im Gebiet der früheren Gemeinde Oberlauchringen liegt die Wüstung Riffenhausen. Zur früheren Gemeinde Unterlauchringen gehörten auch Haus und Gehöft Am Hohrain (vormals Oberstaad) und die Häuser Äuleboden, Im Ibrunnen und die Bahnstation Oberlauchringen.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Wutöschingen, im Osten an die Gemeinde Klettgau, im Süden an Küssaberg und im Westen an die Große Kreisstadt Waldshut-Tiengen.

Umfeld

Während sich nach Westen die Klettgau-Ebene durch die Ausläufer des Hotzenwalds ins Hochrheintal verengt, führt nordöstlich die Route von Lauchringen aus entlang der Wutach über Stühlingen und Blumberg in den Schwarzwald-Baar-Kreis und östlich durch den deutsch-schweizerisch geteilten Klettgau über Neunkirch und Hallau nach Schaffhausen.

In südlicher Richtung zur Gemeinde Küssaberg wird der Grenzübergang nach Bad Zurzach (‚Römerstadt Tenedo‘) im Kanton Aargau erreicht mit der Straßen- und ab Zurzach auch der Bahnverbindung nach Zürich.

Geschichte (Überblick)

Die Geschichte von Lauchringen (alemannisch: Lauchringe) beginnt mit der Gemeindezusammenlegung von Oberlauchringen und Unterlauchringen 1971; bis ins 19. Jahrhundert entwickelten sich beide Ortschaften unabhängig voneinander.

Zwar spricht die Namensendung „ingen“ in Oberlauchringen für eine alemannische Gründung, doch gibt es dazu keine archäologischen Befunde. Der Name ‚Unterlauchringen‘ ist eine später angepasste Benennung. Erstmals schriftlich bezeugt ist „villa Louchringen“ – damit ist „zunächst immer Oberlauchringen gemeint“ – in einer Urkunde des Klosters Rheinau aus dem Jahr 860.

Oberlauchringen ist weitaus älter; hier sind Spuren aus der Frühgeschichte zu vermerken, während Unterlauchringen als Siedlung auf einer „steinigen Anhöhe“ in einer Schleife der Wutach erst ab dem 17. Jahrhundert dokumentiert ist und noch 1806 dort nur ein „kleines Dorf“ erwähnt wird.

Die „Mühle am Lauffen“ wurde schon 1418 schon indirekt benannt (da die Oberlauchringer Bannmühle als ‚obere Mühle‘ an der Wutach bezeichnet wurde) und ist wohl als älteste anzunehmen. Das heute sozial und wirtschaftlich dominierende Unterlauchringen war ursprünglich ein der Mühle zugehöriger Wohn- und Werkstattbereich und wurde auch bis in die Nachkriegszeit von der Firma Lauffenmühle geprägt.

Die historisch getrennte Entwicklung der beiden Ortschaften liegt auch in Zugehörigkeiten begründet – so war Unterlauchringen hoheitlich Teil der Landgrafschaft Stühlingen, während Oberlauchringen zur Landgrafschaft Klettgau zählte. Getrennt waren die Orte auch durch die Wutach, die früher nicht nur ein Flusslauf war, der mit reißenden Hochwassern die (Brücken-)Bauten wegriss, sondern das Gelände auch weitgehend versumpfte.

Der Traditionsgasthof Adler in Oberlauchringen

Die Wutachüberquerung sowie auch eines großen, aus dem Klettgau kommenden Baches – früher durch Furten, später auch Brücken – war für den Verkehr oft problematisch und führte häufig durch Hochwasser auch zu Verzögerungen. So dürfte schon in der Frühzeit hier eine Raststation oder Herberge entstanden sein. Als mittelalterlicher „Verkehrsknotenpunkt“ ist dann bereits ab dem 14. Jahrhundert eine Tafernwirtschaft, später ein (Gerichts-)Versammlungsort, eine Erhebungsstelle für Brückenzoll und als (Post-)Station das heutige Gasthaus Adler überliefert – er war Dreh- und Angelpunkt im unteren Wutachtal. In der Nähe stand auch die herrschaftliche Bannmühle: Mühlen waren mittelalterlichen Wirtschaftszentren (neben Frucht auch Gips und als Holzsäge), zu der hier die Bewohner von Grießen und Geißlingen jahrhundertelang zwangsverpflichtet waren („Mühlenzwang“).

Beide Lauchringer Ortschaften lagen im Bereich der uralten ‚Hauptstraße‘ entlang des Hochrheins zwischen Basel und Schaffhausen bzw. nach Stühlingen in die Baar sowie an der Süd-Nord-Verbindung aus den Alpen über Zurzach in den Klettgau (Römerstraße) und teilten dabei das oft zwiespältige Schicksal als Stationen durchziehender Heere.

Nach der napoleonischen ‚Neuordnung‘ Europas mit der Ausbildung des Großherzogtums Baden 1806 und der Wutachregulierung 1816 bekam die Annäherung beider Ortschaften neuen Siedlungsraum.

Politisch sympathisierten beide Dörfer mit der badischen 1848/49-Revolution und die Lage des 1863 eröffneten Bahnhofs war bereits im Radius beider Gemeinden gewählt.

Unter den Nationalsozialisten wehrte sich Unterlauchringen mit Erfolg gegen eine Eingemeindung nach Tiengen und in der Nachkriegszeit begann bereits eine Zusammenarbeit, die 1971 zur einhelligen Gemeindevereinigung führte, während die Gemeinden im Umfeld sich meist noch bis 1975 ‚zusammenraufen‘ mussten.

Ehemaliges Werksgelände Lauffenmühle mit stillgelegtem Schornstein

In Unterlauchringen ist die wirtschaftliche, ‚industrielle‘ „Entwicklung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, zunächst langsam fortschreitend, klar erkennbar, im Ortsteil Oberlauchringen hat sich die überwiegend landwirtschaftliche Struktur noch bis zum Zweiten Weltkrieg erhalten.“

So entwickelte sich Unterlauchringens Infrastruktur eher kontinuierlich durch den Einfluss der Lauffenmühle – auch über den Zuzug ausländischer Arbeiter –, während Oberlauchringen zur Wohngemeinde wurde.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Lauchringen besteht aus den 18 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2024
Sitze
2024
%
2019
Sitze
2019
Kommunalwahl 2024
 %
40
30
20
10
0
39,41 %
37,37 %
16,44 %
6,78 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+0,01 %p
−2,43 %p
−4,46 %p
+6,78 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,41 7 39,4 7
FW Freie Wähler 37,37 7 39,8 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,44 3 20,9 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,78 1 – –
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 61,65 % 61,4 %
Das 1985 fertiggestellte Rathaus in Unterlauchringen

Bürgermeister

Ehemals selbstständige Gemeinden
Seit der Gemeindereform
Ortsmitte mit Marktplatz in Unterlauchringen

Haushalt 2019 und Vorhaben

Im am Ende Januar 2019 beschlossenen Haushaltsplan, der ohne weitere Schulden auskommt und 18,2 Millionen Euro Einnahmen und 17,7 Millionen Euro Ausgaben vorsieht, sind 7,4 Millionen Euro an Investitionen geplant. „Als wichtige Leitlinie für Lauchringen nennt der Plan die Familienfreundlichkeit“ und „weiterhin den Erhalt der Ärzteversorgung, die Umsetzung eines Klimaschutzgesetzes, die Entwicklung zu einer energieautonomen Gemeinde und die bauliche Entwicklung.“ In die Sanierung öffentlicher Gebäude, in Schule am Hochrhein und Rathaus, investiert die Gemeinde (ohne Landeszuschuss) 1,3 Millionen Euro.

Wappen

Wappen der Gemeinde Lauchringen
Wappen der Gemeinde Lauchringen
Blasonierung: „In geteiltem Schild oben in Silber (Weiß) drei aufsteigende rote Spitzen, unten in Blau ein schreitender silberner (weißer) Schwan.“
Wappenbegründung: Das am 8. Oktober 1971 vom Innenministerium zusammen mit der Flagge verliehene, auf die historischen Herrschaftsverhältnisse hinweisende Wappen ist eine Kombination aus dem Wappen der Ortsteile Ober- und Unterlauchringen. Oberlauchringen führte seit 1929 im Wappen die sogenannten Sulzer Spitzen. Die Grafen von Sulz besaßen die Landgrafschaft Klettgau vom 15. bis 17. Jahrhundert. Das 1895 angenommene Wappen von Unterlauchringen zeigt in von Blau und Silber geteiltem Schild oben einen silbernen Schwan. Es ist aus dem Schild und der Helmzier (Schwanenhals) des Wappens der Grafen von Lupfen, der Inhaber der Landgrafschaft Stühlingen durch drei Jahrhunderte, zusammengesetzt.

Städtepartnerschaft

Seit 1997 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Saint-Pierre-de-Chandieu, die etwa 20 Kilometer südöstlich von Lyon liegt. In Lauchringen besteht zur Jumelage der Deutsch-französische Freundeskreis. Vorsitzende ist Barbara von Schnurbein, Ehrenvorsitzende ist Monika Franck. Nach wie vor finden zahlreiche Treffen (wie die gegenseitige Teilnahme an Veranstaltungen) und traditionell der Jugendaustausch statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ehemaliger Eingangsbereich des Ende Juli 2019 geschlossenen Laufenmühle, (Pförtnerhaus mit Verwaltungskomplex wurde Anfang 2021 abgerissen).

Ansässige Unternehmen

Ausstellungsgebäude des Möbelhaus Dick

Im Industriegebiet Lauchringen befindet sich die Zentrale Einsatzstelle für das untere Wutachtal des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie der Standort der Feuerwehr.

Die Lauchringer Feuerwehr zählt 79 Mitglieder in der Einsatzabteilung, 22 in der Jugendabteilung, zwölf in der Bambini-Abteilung (acht bis zwölf Jahre) und 23 Mitglieder in der Altersabteilung. Kommandant ist Bernhard Loll.

Bildung

Verkehrsknoten Unterlauchringen

Verkehr

Straße

Lauchringen ist als Verkehrsknoten derzeit noch stark belastet, da der Abzweig der A 98 nach Osten auf die L 163 (Unterlauchringen, 16.000 Fahrzeuge täglich) und Bundesstraße 34 (Oberlauchringen, 12.000 Fahrzeuge) nach dem Bürgerwaldtunnel durch beide Teilorte führt und von der B 314 aus dem Wutachtal – umgekehrt – der Zustrom des Autoverkehrs ins Umfeld und den Rheinübergang bei Bad Zurzach ebenso die Ortsdurchfahrten wählen muss.

B 34-Umfahrung (Ost)

Die seit 2017 im Bau befindliche Strecke bildet eine Nord-Süd-Verbindung zwischen der mit hohem Lkw-Verkehr belasteten B 314 aus dem Nordosten von der Autobahn A 81 kommend und der aus östlicher Richtung (Schweiz/Schaffhausen) heranführenden B 34. Die letztere, ebenfalls verkehrsreiche Straße wird dadurch (die Ortschaft Oberlauchringen aussparend) zur B 314 geführt und mit dieser dort im Kreisverkehr auf den Anschluss zur A 98 geleitet, sodass auch die Durchfahrt Unterlauchringen entlastet ist.

Die Eröffnung des neuen Abschnitts „ist noch immer kurz vor Weihnachten geplant. Die Baukosten bleiben im Budget von 24 Millionen Euro. Gestartet war das Projekt mit einer Kalkulation von 18 Millionen Euro. Die Steigerung ist vor allem jener aufwendigen Brückenkostruktion geschuldet, die das Gleis der Hochrheinbahn über die Ortsumfahrung hinweg führt.“ Die Brücke ist im Zusammenhang mit der geplanten Elektrifizierung der Bahnstrecke bereits mit dem Platz für ein zweites Gleis ausgeführt.

Automobilität

Am Carport am Rathaus befindet sich eine Schnellladesäule für Elektrofahrzeuge, zudem zwei in der Jahnstraße und eine im neuen Parkhaus. Der Klimabeirat der Gemeinde Lauchringen bewirkte im Juli 2021 die Einrichtung von Carsharing-Standorten ohne „externen Dienstleister“ mit zwei Fahrzeugen der Gemeinde und je einem von zwei ortsansässigen Firmen.

Die neue Bahnstation Lauchringen-West

Bahn

Lauchringen besitzt zwei Bahnstationen – den ehemaligen Bahnhof Oberlauchringen, heute Bahnhof Lauchringen und die Station Lauchringen-West.

2018 informierte die DB Netz AG über einen vorgesehenen Neubau der Eisenbahnbrücke über die Wutach: „Der Abriss der Oberlauchringer Stahlfachwerkbrücke ist laut Deutscher Bahn alternativlos.“ Die seit 2006 unter Denkmalschutz stehende Brücke „wurde 1862 errichtet und erhielt 1909 ihren heutigen Stahlüberbau […] ‚Das Problem ist Materialübermüdung‘“, so der Experte der DB auf einer Informationsveranstaltung am 14. November 2018 mit 80 Zuhörern im Ort und „ein Austausch betroffener Elemente sei technisch nicht möglich.“ Eine Art von Umbau – „ein geschweißter Ersatz würde viel wuchtiger ausfallen und den Denkmalschutz verlieren. […] Die sichere Restnutzungsdauer ist bis 2024 befristet.“ Der Neubau wäre eine „Stabbogenbrücke“. „Ob der Bau mit der Elektrifizierung der Hochrheinstrecke gebündelt werden kann, […] ist unklar.“

  • Wutachtalbahn

Seit 1876 zweigt vom Bahnhof Lauchringen die Wutachtalbahn ab, die anfangs nur bis nach Weizen bei Stühlingen führte und nach dem strategischen Bahnbau 1890 (heute die Museumsstrecke als Teilstrecke der Wutachtalbahn) eine Verbindung in den Schwarzwald-Baar-Kreis darstellte. Sie ist heute wieder teilweise befahrbar, nachdem die Bahnbetriebe Blumberg einen Schülerverkehr – derzeit (Mai 2019) bis Eggingen – eingerichtet haben. Eine Fortsetzung von Waldshut bis Stühlingen soll noch dieses Jahr erfolgen. Mit dem speziellen Zubringer zur Museumsbahn von Waldshut aus ist die Strecke seit längerem bis Blumberg eingerichtet.

Radverkehr

Durch Alltagsrouten aus dem Radnetz Baden-Württemberg ist Lauchringen

Durch Lauchringen verlaufen die folgenden Landes-Radfernwege:

Veranstaltungen und Initiativen

Medien

In Lauchringen sind die überregionale Tageszeitung Südkurier sowie der lokal orientierte Alb-Bote vertreten. Wöchentlich erscheint das Anzeigenblatt „Hochrhein Anzeiger“. Online berichtet Hierzuland.info über die umliegenden Orte.

Religiöse Gemeinschaften

Kirche St. Andreas in Oberlauchringen

In Unter- und Oberlauchringen bestehen die katholischen Pfarrgemeinden Herz-Jesu und St. Andreas, für beide Ortschaften die evangelische Matthäus-Pfarrgemeinde.

Katholische Gemeinde

Ursprünglich gehörte Oberlauchringen zur Pfarrei Tiengen, die Filiale „Lochringen“ ist dort 1360/70 erwähnt. 1622 wurde die Pfarrei St. Andreas selbstständig. Es existiert eine ununterbrochene „Liste der Pfarrherren“. Der unerschrockene Pfarrer Dietrich (1937–1952) war während des Krieges, 1944, verhaftet worden „und beharrte trotz stundenlanger Verhöre auf seinem Grundsatz, daß er sich lieber den Kopf abschlagen lasse, als jemand der Gestapo auszuliefern.“

Ein erster Hinweis auf eine Kirche gibt es in einer Urkunde von 1357, sie galt um 1700 als „alt und baufällig“, wurde aber erst 1835 abgerissen: „Die jetzige Pfarrkirche wurde 1835/36 in einfachem klassizistischen Stil erbaut […] 1980/81 erfolgte die Außenrenovation, 1986 die vollständige Restaurierung des Innenraumes zugunsten der früher vorhandenen dekorativen Bemalung.“

Katholische Herz-Jesu-Kirche in Unterlauchringen

Unterlauchringen blieb als kleines Dorf bis 1918 Filiale der Pfarrei Tiengen. Die Bitte um eine eigene Kapelle wurde 1792 vom Fürsten nicht ausreichend bezuschusst, möglich wurde nur ein Kreuz „mitten im Dorf“. Erst 1890 hatte sich der Ort so weit entwickelt, dass eine große Kapelle gebaut werden konnte. 1924 wurde dann der Grundstein gelegt und 1926 die mit einer großzügigen Spende der Lauffenmühle (8000 Goldmark) im modernen klassizistischen Stil erbaute Herz-Jesu-Kirche eingeweiht. Selbstständig wurde die Pfarrei erst 1948, eine grundlegende Kirchenrenovation erfolgte 1988.

Lauchringen war bis zum 31. Dezember 2007 Sitz des Dekanats Wutachtal des Erzbistums Freiburg. Seit der Dekanatsreform ist es im neuen Dekanat Waldshut aufgegangen.

Frauenstreik
Drei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des „Gemeindeteams“ Oberlauchringen traten am 13. Mai 2019 in den Streik für eine Gleichstellung der Frauen in der katholischen Kirche: „Frauen übernehmen 70 Prozent der Kirchenarbeit und gehören nicht dazu.“ Bereits im Vorfeld führten sie einen Info- und Diskussionsabend durch und veranstalteten am Sonntag, den 19. Mai einen eigenen Wortgottesdienst vor der Kirche mit 60 Unterstützern, Frauen und Männern, während gleichzeitig in der Kirche der reguläre Gottesdienst stattfand. Solidarisiert mit den Frauen hatte sich auch der Pfarrgemeinderat Mittlerer Hochrhein St. Verena sowie die Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) aus Lauchringen.

„Pfarrer Ulrich Sickinger hatte dem Wunsch der Frauen nach Gleichberechtigung zuvor Verständnis und Unterstützung signalisiert. Zwar blieb er der Aktion vor der Lauchringer Kirche fern, untersagt hatte er sie aber nicht.“

Generell geht es auch im Rahmen der Aktion Maria 2.0 um „die Gleichstellung von Männern und Frauen in der katholischen Kirche. […] Rund 5000 Unterschriften haben die drei Initiatorinnen des Lauchringer Kirchenstreiks […] seit Beginn ihrer Initiative im Mai gesammelt. […] Am Montag [23. September 2019] reisten die drei Frauen ins hessische Fulda, wo die Deutsche Bischofskonferenz tagt.“ Sie übergaben „an Kardinal Reinhard Marx, den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, einen Aktenordner mit den Unterschriften.“

Evangelische Gemeinde

Die evangelische Matthäus-Kirche in Unterlauchringen

Während es im 19. Jahrhundert noch kaum evangelische Christen in der Region gab – nur durch die enge Verbindung zum reformatorischen Zurzach befand sich in Kadelburg eine starke evangelische Gemeinde. Mit ihrer Unterstützung konnte 1906 zuerst eine Kirche in Tiengen gebaut werden, dorthin waren dann auch die Lauchringer Evangelischen orientiert. Durch den Zuzug nach dem Zweiten Weltkrieg (Heimatvertriebene) wuchs dann der evangelische Bevölkerungsteil rasch, auch da die Lauffenmühle Arbeitsplätze bot. 1959 konnte die Matthäus-Kirche erbaut werden, 1980 löste sich die evangelische Gemeinde von der Pfarrei Tiengen.

Andere Gemeinschaften
Der Verein Millî Görüş Lauchringen hat eine Moschee im Gewerbegebiet Wiggenberg errichtet.

Soziale Einrichtungen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wutach-Lauffen (Restwassermenge)

Zudem ist die Sicht auf den Wasserfall durch die Brücke verbaut.

Der 700 Jahre bestehende Gasthof

Bauwerke

Mit dem Gasthaus Adler steht im Ortsteil Oberlauchringen eines der ältesten Gasthäuser der Region. Der früheste urkundliche Nachweis ist im 1303-08 abgefassten Urbar enthalten. Das Gasthaus war von großer Bedeutung, da hier zeitweise das Freie Kaiserliche Landgericht Klettgau tagte. Später wurde es von der vorderösterreichischen Reichspost als Posthaus genutzt.

Ebenfalls in Oberlauchringen steht am Mühlekanal die über 700 Jahre alte „Bannmühle“, zu deren Nutzung heute zwar niemand mehr gezwungen ist, die sich jedoch nach wie vor in Betrieb befindet.

Vereine

Lauchringen besitzt eine intensive Vereinskultur und gilt im Landkreis Waldshut als eine „Hochburg“ der südwestdeutschen Fasnacht.

Fasnachtstradition

Weitere Vereine

Sport

Gemeindehalle in Unterlauchringen

Regelmäßige Veranstaltungen

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Persönlichkeiten in Verbindung mit der Gemeinde

Literatur

Commons: Lauchringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Tabellengruppe 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes zum 31. Dezember 2025 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1038–1039
  3. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 505 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  4. ↑ Brigitte Matt-Willmatt/Karl-Friedrich Hoggenmüller: Lauchringen. Chronik einer Gemeinde, Hrsg.: Gemeinde Lauchringen, Verlag K. Zimmermann, Konstanz 1986, S. 27 und 72.
  5. ↑ B. Matt-Willmatt/K.-F. Hoggenmüller: Lauchringen. Chronik einer Gemeinde, 1986, S. 679.
  6. ↑ Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  7. ↑ Ursula Freudig: Familienfreundlichkeit als Leitlinie, Südkurier, 26. Januar 2019.
  8. ↑ Wappenbeschreibung auf leo bw – Landeskunde entdecken online; abgerufen am 8. Oktober 2023.
  9. ↑ M. Neubert: Stattliche Summe, Südkurier, 11. Februar 2021.
  10. ↑ Firmenwebsite Habermann
  11. ↑ Firmenwebsite Möbel Dick
  12. ↑ Dietmund Schwarz: Sie sind Feuer und Flamme, Südkurier, 27. Mai 2019.
  13. ↑ Zahlenangaben Fahrzeuge: Dana Cordes: Umfahrung wird pünktlich fertig, Südkurier-Sonderausgabe 50 Jahre Gemeinde Lauchringen, 1. Juli 2021, S. 24.
  14. ↑ Redaktion: B-34-Umfahrung liegt im Zeitplan, Alb-Bote, 15. Juli 2021.
  15. ↑ Rolf Sprenger: Carsharing jetzt auch in Lauchringen, Alb-Bote, 9. Juli 2021; Gemeinde: Carsharing Abruf: 2021-07-16.
  16. ↑ Peter Rosa: So geht Abriss trotz Denkmalschutz, in: Südkurier, 16. November 2018.
  17. ↑ Das RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de
  18. ↑ Michael Neubert: 56 Unternehmen sind mit einem Stand dabei, in: Südkurier, 29. März 2019.
  19. ↑ Susanne Schleinzer-Bilal: Zeichen gegen Ausgrenzung, Südkurier, 14. Mai 2019.
  20. ↑ Peter Rosa: Der Kirchenstreik geht weiter, Südkurier, 20. Mai 2019.
  21. ↑ Juliane Schlichter: Lauchringer Kirchenstreik: Kardinal Marx nimmt Unterschriften entgegen, in: Südkurier, 25. September 2019.
  22. ↑ Karl-Friedrich Hoggenmüller: Die Gemeinde Lauchringen in: Heimat am Hochrhein, Jahrbuch XXI (1996) des Landkreises Waldshut (Hrsg.), G. Braun Verlag, Karlsruhe 1995, S. 18. sowie in der Chronik die Kapitel zur Kirchengeschichte.
  23. ↑ Artikel im Südkurier
  24. ↑ Alb-Bote: Lebendige Peru-Partnerschaft, 16. April 2019.
  25. ↑ Peter Rosa: Ein ganzes Dorf der Mitmenschlichkeit, Hochrhein Anzeiger, 3. Mai 2017.
  26. ↑ Peter Rosa: Das blaue Wunder von Lauchringen, Alb-Bote, 18. Februar 2019.
  27. ↑ Herbert Schnäbele: Guinness-Institut bestätigt Weltrekord, Südkurier, 28. Juni 2019.
  28. ↑ Guggenmusik Ruinä Dängler Lauchringen - Impressum. Abgerufen am 24. November 2023.
  29. ↑ Peter Rosa: Der Bienenflüsterer, Hochrhein Anzeiger, 18. Juni 2017.
  30. ↑ Peter Rosa: 4,5 Millionen Besucher seit Eröffnung, Südkurier, 14. Juli 2018.
  31. ↑ Ursula Freudig: Meilenstein für Vereine, Südkurier, 7. November 2018.
  32. ↑ Ursula Freudig: Der Parkwald bebt wieder, Südkurier, 31. Mai 2019.
  33. ↑ Melanie Mickley: An einem Abend um die Welt, Südkurier, 23. Mai 2019.