Das Observatorium Palanga (litauisch Palangos observatorija) ist eine Volkssternwarte in der westlitauischen Kurortstadt Palanga.
Das Observatorium in Palanga wurde ursprünglich in den 1980er-Jahren in einem eigens dafür angepassten Turm der heutigen Grundschule Palanga eingerichtet. Ein aus Schweden geliefertes Teleskop traf jedoch nie ein, sodass die Räumlichkeiten in der Folge nicht für astronomische Beobachtungen genutzt werden konnten. Die Turmkuppel aus dem Jahr 1984 wurde seit ihrer Errichtung nicht mehr geöffnet und befand sich in einem schlechten Zustand, als in den 2010er-Jahren erneut Pläne aufkamen, das Observatorium in Betrieb zu nehmen. Zu jener Zeit gab es in Litauen nur das Astronomische Observatorium in Molėtai und das Observatorium Vilnius.
Bei einer Besichtigung des Observatoriumsgebäudes in Palanga im Juli 2011 stellten Vertreter des Instituts für theoretische Physik und Astronomie der Universität Vilnius (IDD) fest, dass für den geplanten Betrieb eines Teleskops eine funktionierende, sich synchron mit dem Teleskop drehende Kuppel erforderlich wäre. Nach Einschätzung der Fachleute wäre der Austausch der alten Kuppel durch eine neue, seriengefertigte Lösung kostengünstiger als eine aufwändige Reparatur der bestehenden Konstruktion. Die Kosten für eine neue Kuppel wurden auf etwa 200.000 Litas geschätzt, während ein für den Tourismus und Bildungszwecke geeignetes Teleskop ab 25.000 Litas kosten würde. Zusätzlich wurde die Anschaffung eines Sonnenteleskops zur Tagesbeobachtung in Erwägung gezogen.
Nach den Planungen aus dem Jahr 2011 folgten über ein Jahrzehnt lang keine weiteren öffentlichen Informationen zum Projekt. Im Februar 2024 gab der Bürgermeister der Stadt Palanga, Šarūnas Vaitkus, bekannt, dass ein Sanierungs- und Modernisierungsprojekt für das Gebäude der Grundschule Palanga mit ihrer Sternwarte in der finalen Planungsphase sei. Neben der energetischen Sanierung des Schulgebäudes und der barrierefreien Umgestaltung war eine umfassende Modernisierung der Sternwarte vorgesehen.
Geplant war der Einbau von drei professionellen Teleskopen im Turm des Observatoriums: ein 8-cm-Teleskop zur Sonnenbeobachtung am Tag, ein 35-cm-Teleskop für visuelle Beobachtungen sowie ein 28-cm-Astrograf zur Astrofotografie. Die bestehende Kuppel sollte durch eine neue, moderne Konstruktion ersetzt werden, die sich vollständig öffnen lässt und synchron mit dem Teleskop mitläuft. Aufgrund der an der Küste häufigen starken Winde wurde die Kuppel windresistent ausgelegt und mit einer automatischen Wetterstation ausgestattet, die bei Sturm oder heftigen Niederschlägen ein selbstständiges Schließen der Kuppel ermöglicht.
Zur Gewährleistung der Barrierefreiheit war zudem die Einrichtung eines separaten Beobachtungsraums vorgesehen, in dem die Bilder der Teleskope live auf einen Bildschirm oder eine interaktive Tafel übertragen werden sollten. Die Sternwarte sollte über einen eigenen Eingang zugänglich sein und künftig sowohl der astronomischen Bildung von Schülern als auch der Öffentlichkeit für Beobachtungen und Führungen zur Verfügung stehen. Das Projekt sollte der Quelle zufolge im ersten Halbjahr 2024 abgeschlossen werden.
Koordinaten: 55° 55′ 1,2″ N, 21° 4′ 37″ O