Octave Landry

Jean Baptiste Octave Landry de Thézillat

Jean Baptiste Octave Landry de Thézillat (* 10. Oktober 1826 in Limoges; † 1. November 1865 in Paris, nach anderen Angaben bereits im Oktober 1865) war ein französischer Arzt und Neurologe.

Er beschrieb 1859 die nach ihm benannte Landry’sche Paralyse oder Landrysche Lähmung, eine Lähmungsform, die an den Beinen beginnt, sich allmählich weiter aufwärts ausbreitet und sich entweder in der entsprechenden umgekehrten Reihenfolge wieder zurückbildet oder aber zur tödlichen Atem- oder Schlucklähmung führt.

Leben

Octave Landry studierte in Paris Medizin und war dort zunächst an den Hospitälern Hôtel Dieu und Hôpital Beaujon tätig. Promoviert wurde er 1854. Als Leiter einer Wasserheilanstalt (Établissement hydrothérapeutique) in Auteuil beschäftigte er sich mit Nervenkrankheiten. 1859 veröffentlichte Landry zehn Fälle der Landry-Paralyse und den ersten Band seines Traité complet des paralysies, in dem er drei Typen der Nervenlähmung beschrieb (1: aufsteigend, ohne sensorische Symptome, 2: aufsteigend mit gleichzeitiger Gefühllosigkeit, 3: generalisiert mit sensorischen Aberrationen). Landry war begeisterter Alpinist, Geologe und Kristallograph. Seine akademische Karriere, die ihm in Paris möglich gewesen wäre, hatte er zugunsten seiner Heirat aufgegeben. Er starb als angesehener Nervenarzt an der Cholera.

Publikationen

Literatur

Commons: Octave Landry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Angaben zu Octave Landry in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 31. Dezember 2022.
  2. ↑ Landry, Jean Baptiste Octave. In: Base biographique. Bibliothèques Université Paris Cité, abgerufen am 31. Dezember 2022 (französisch).
  3. 1 2 Ole Daniel Enersen: Jean Baptiste Octave Landry de Thézillat (Memento vom 14. Juni 2025 im Internet Archive) bei whonamedit.com
  4. 1 2 Barbara I. Tshisuaka (2005), S. 822.
  5. ↑ Landry: Note sur la paralysie ascendente aiguë. In: Gaz. hébd. Méd. Chir. Band 6, 1859, S. 472–474 und 486–488.