Offbeat

Als Offbeat (englisch; auch Off-Beat, deutsch: „weg vom Schlag“) werden in der Musik Positionen zwischen den auch On-Beats genannten Zählzeiten eines Metrums und vor allem die Betonung dieser Positionen bezeichnet.

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Der durchlaufende Beat wird durch melodische Akzente auf den Offbeats (also „vor“ und „hinter“ dem Beat) überlagert. In einem 4/4-Takt wird der Offbeat mit Achtelnoten dargestellt (1 und 2 und 3 und 4 und). In der Regel ist mit dem Begriff „Offbeat“ allerdings nicht nur ein Zeitpunkt zwischen zwei Beats gemeint, sondern ein betonter Ton auf einer solchen Zeit zwischen zwei Beats. Solche Akzente zwischen den Beats wirken oft wie vorgezogene Töne, also wie Vorwegnahmen von später (auf einer starken Zählzeit) erwarteten Betonungen.

Nach Joachim-Ernst Berendt wecken Offbeat-Betonungen beim Hörer das Bedürfnis nach rhythmischer Bewegung, weil das Unterbewusstsein durch eine Bewegung vom vorgezogenen Akzent hin zum unbetonten Beat beide miteinander verbinden will, um so das Auseinanderfallen von Beat und Akzent zu „heilen“. Gemeint ist damit wohl, dass der Offbeat – dem Taktschema „widersprechend“ – in einem Spannungsverhältnis zu dem das Taktschema bestätigenden Beat steht. Diesem Spannungsverhältnis entspringt beziehungsweise entspricht eine musikalisch empfundene Spannung beim Hörer, auf den es eine psychisch anregende Wirkung ausübt.

Während Akzente auf Zwischenzeiten in vielen Musikkulturen vorkommen, entstammt der durchgehende Offbeat als tragendes rhythmisches Strukturprinzip vor allem west- und zentralafrikanischen Musiktraditionen. Durch die Entwicklung und weltweite Verbreitung afroamerikanischer Musikstile (wie Ragtime, Jazz, R&B, Reggae und Funk) wurde dieser kontinuierliche Offbeat zu einem zentralen Fundament der modernen Populärmusik.

In der europäischen Kunstmusik wird ein Offbeat eher als Synkope, Nachschlag oder Gegenrhythmus bezeichnet.

Siehe auch

Quellen

  1. ↑ Joachim-Ernst Berendt (fortgeführt von Günther Huesmann): Das Jazzbuch. Von New Orleans bis ins 21. Jahrhundert. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main (div. Auflagen, u. a. 1989, S. 200–205; Neuausgabe 2005, S. 215–222).
  2. ↑ Nketia, J. H. Kwabena: The Music of Africa. W. W. Norton & Company, New York 1974 (deutsche Übersetzung: Die Musik Afrikas, Heinrichshofen, Wilhelmshaven 1979), S. 125–138
  3. ↑ Kubik, Gerhard: Theory of African Music. Band 1. University of Chicago Press, Chicago/London 1994, ISBN 978-0-226-45691-1, S. 37–46
  4. ↑ Grabner, Hermann: Allgemeine Musiklehre. 24. Auflage, Bärenreiter, Kassel 2008 (Erstausgabe 1923), ISBN 978-3-7618-0061-4, S. 48–53