| Ogre – Baintha Brakk | ||
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| Ogre (Mitte), Südseite von Baintha über dem Uzun-Brakk-Gletscher | ||
| Höhe | 7285 m | |
| Lage | Gilgit-Baltistan, Pakistan | |
| Gebirge | Panmah Muztagh (Karakorum) | |
| Dominanz | 41,65 km → Kanjut Sar | |
| Schartenhöhe | 1891 m ↓ Sim La (5394 m) | |
| Koordinaten | 35° 56′ 53″ N, 75° 45′ 12″ O | |
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| Erstbesteigung | 13. Juli 1977 durch Chris Bonington und Doug Scott | |
| Baintha Brakk (rechts der Bildmitte) von WNW über dem Simgang-Gletscher – vom Hispar La | ||
Der Ogre (eigentlich Baintha Brakk, gesprochen etwa Benta Brak) ist ein 7285 m hoher Berg im pakistanisch kontrollierten Teil des Karakorum bzw. der umstrittenen Region Kaschmir.
Der Name Baintha Brakk leitet sich von der Alm Baintha am Biafo-Gletscher ab. Der Name Ogre bedeutet „Menschenfresser“ und geht auf William Martin Conway zurück, der zahlreiche englische Namen für Berge im Karakorum erfand.
Der Ogre ist der höchste Gipfel des Panmah Muztagh, der dem berühmteren Baltoro Muztagh nordwestlich vorgelagerten Gruppe des Karakorum. Er erhebt sich nördlich des Biafo-Gletschers zwischen den Firnen des Simgang- und des Choktoigletschers. Südöstlich benachbart ist das Massiv der Latok-Gruppe. 2 km südsüdöstlich erhebt sich der 6960 m hohe Baintha Brakk II sowie diesem vorgelagert die Felsnadel Ogre’s Thumb.
Der Zugang erfolgt von Skardu und Askole über den Biafo-Gletscher nach Baintha. Von dort erreicht man über den Uzun-Brakk-Gletscher die Südseite und den Westgrat des Ogre.
Der Ogre gilt aufgrund seiner steilen Granitwände als einer der am schwierigsten zu besteigenden Berge der Welt. Erste erfolglose Besteigungsversuche fanden 1971 und 1976 statt.
Die Erstbesteigung gelang einer britischen Bergsteigergruppe mit Chris Bonington, Doug Scott, Clive Rowland, Nick Estcourt, Paul „Tut“ Braithwaite und Julian „Mo“ Anthoine im Sommer 1977. Als Route kristallisierte sich der Weg über den Südwestsporn und den Westgrat zum Gipfel heraus. Bonington und Estcourt erstiegen Anfang Juli den Westgipfel auf 7.150 Meter, scheiterten aber am Hauptgipfel. Bonington, Scott, Anthoine und Rowland unternahmen ab 11. Juli einen erneuten Besteigungsversuch. Unterhalb des Westgipfels errichteten sie eine Schneehöhle als Gipfelbiwak. Von hier aus erreichten Bonington und Scott am Abend des 13. Juli 1977 den Hauptgipfel. Die Besteigung war klettertechnisch außerordentlich schwierig und erforderte u. a. auf ca. 7.000 Meter Höhe das Pendeln von Scott zwischen zwei Felsrissen.
Beim Abstieg unterlief Scott auf ca. 7.200 Meter ein Abseilfehler, infolgedessen er hart gegen die Felswand schlug und sich beide Unterschenkel brach. Scott und Bonington biwakierten in dieser Höhe auf einem Schneeabsatz und seilten sich am nächsten Morgen weiter ab. Da Scott nicht mehr laufen konnte, kroch er auf den Knien und zog seine gebrochenen Beine nach. Anthoine und Rowland gingen den beiden vom Gipfelbiwak aus entgegen, so dass alle vier die Schneehöhle erreichten. Ein Schneesturm verhinderte für drei Tage den weiteren Abstieg. Beim weiteren Abstieg stürzte Bonington aus sieben Meter Höhe ab und brach sich mehrere Rippen. Acht Tage nach Scotts Sturz erreichten die vier Bergsteiger das Basislager. Braithwaite und Estcourt hatten dieses jedoch bereits in Richtung Askole verlassen, da sie vom Tod der Bergkameraden ausgingen. Anthoine erreichte die beiden und konnte die Rettung von Scott und Bonington organisieren.
Danach scheiterten 20 Expeditionsteams beim Versuch einer Zweitbesteigung. Das gelang erst Thomas Huber, Iwan Wolf und Urs Stoecker am 21. Juli 2001 über den Südpfeiler.
Ein dritter Aufstieg auf einer neuen Route in der Südwand des Gipfels wurde am 21. August 2012 von den Amerikanern Kyle Dempster und Hayden Kennedy durchgeführt. Deren Landsmann Josh Wharton hatte sie ebenfalls auf dem Aufstieg begleitet, musste jedoch den Aufstieg auf ungefähr 6800 Metern wegen einer einsetzenden Höhenkrankheit abbrechen. Für diese Leistung wurden Dempster, Kennedy und Wharton mit dem Piolet d’Or im Jahr 2013 ausgezeichnet.