Olaf Gersemann

Olaf Gersemann (* 18. Juni 1968 in Ibbenbüren) ist ein deutscher Journalist und Buchautor.

Leben und Karriere

Gersemann besuchte nach Abitur und Zivildienst in Ibbenbüren von 1989 bis 1992 die Kölner Journalistenschule. Zwischen 1991 und 1996 studierte er Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und am Trinity College Dublin. Von 1996 an arbeitete er als Redakteur für die Verlagsgruppe Holtzbrinck, erst beim Handelsblatt, dann bei der Wirtschaftswoche. Zwischen 1999 und 2005 war er als Washington-Korrespondent der Wirtschaftswoche tätig.

2005 wurde er Auslandschef der Financial Times Deutschland. Zwei Jahre später wechselte er zur Welt-Gruppe (Die Welt, Welt am Sonntag, N24), zunächst als stellvertretender Wirtschaftschef. Ab 2010 war Gersemann dort Ressortleiter für Wirtschaft, Finanzen und Immobilien, bis 2016 mit Thomas Exner, bis 2019 mit Ileana Grabitz. 2025 wurde er zum stellvertretenden Chefredakteur mit KI-Schwerpunkt ernannt. 2026 verließ er die Welt und machte sich mit einem Start-up selbstständig.

Gersemann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in Berlin.

Werk

Gersemann schrieb drei Bücher über Drogen- und Wirtschaftspolitik. Im November 2017 verteidigte er Steueroasen unter anderem als „Schutz vor der Gier der Finanzminister“ und Schutz „vor staatlicher Willkür“ und „Übergriffen“ für Leute, „die einfach zu viel Geld haben, um es in der Matratze oder im Wandtresor unterzubringen“.

Während der COVID-19-Pandemie in Deutschland veröffentlicht er auf Twitter regelmäßig aktuelle Informationen zu Infektionszahlen. Er kritisierte dort in der Reihe „Modellierer des Schreckens“ Vorhersagen des Infektionsgeschehens.

Auszeichnungen

Gersemann ist mehrfach für seine publizistische Arbeit ausgezeichnet worden: mit dem Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik (2001), dem Templeton Enterprise Award (2007), dem Herbert Quandt Medien-Preis (2009) und dem State-Street-Preis für Finanzjournalisten (2012, 2016).

Bücher

Einzelnachweise

  1. ↑ Und danach? Koelner Journalistenschule, abgerufen am 1. November 2017.
  2. ↑ Axel Springer SE: WELT-Gruppe gründet Investigativressort: Jörg Eigendorf wird Chefreporter und Mitglied der Chefredaktion. Axel Springer SE, abgerufen am 31. Oktober 2017 (englisch).
  3. ↑ Olaf Gersemann. In: Die Welt. (welt.de [abgerufen am 1. November 2017]).
  4. ↑ Ulf Poschardt ist Chefredakteur WeltN24. In: kress. (kress.de [abgerufen am 2. November 2017]).
  5. ↑ Olaf Gersemann verlässt „Welt“ und Axel Springer. In: newsroom.de. 20. August 2026, abgerufen am 20. August 2026.
  6. ↑ Drei Gründe, warum wir Steueroasen brauchen, Welt, 6. November 2017.
  7. ↑ Thomas Pany: Im „Griff der dritten Welle“: Bundesregierung beschließt Bundesnotbremse. Abgerufen am 13. Mai 2021.
  8. ↑ Fehlende Corona-Erhebungen – Deutschland stochert im Trüben. Abgerufen am 13. Mai 2021.
  9. ↑ Julia Köppe: Wissenschaft in der Kritik: Warum Corona-Berechnungen besser sind als ihr Ruf. Der Spiegel, abgerufen am 13. Mai 2021.
  10. ↑ Förderpreisträger » Ludwig Erhard Stiftung. In: Ludwig Erhard Stiftung. (ludwig-erhard.de [abgerufen am 1. November 2017]).
  11. ↑ Templeton Enterprise Award. In: LibraryThing. Abgerufen am 1. November 2017.
  12. ↑ Johanna-Quandt-Stiftung: 2009. Abgerufen am 1. November 2017.
  13. ↑ Sebastian Mohila: Presseinformation vom 22. November 2012. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. Juni 2017; abgerufen am 1. November 2017.
  14. ↑ Martin Dziura, Tobias Bedranowsky: JournalistenPreise.de – State-Street-Preis für Finanzjournalisten – Gewinner. Abgerufen am 18. April 2021.
Personendaten
NAME Gersemann, Olaf
KURZBESCHREIBUNG deutscher Journalist und Buchautor
GEBURTSDATUM 18. Juni 1968
GEBURTSORT Ibbenbüren