Oleh Turij

Oleh Jurijowytsch Turij (ukrainisch Олег Юрійович Турій; wiss. Transliteration Oleh Jurijovyč Turij; * 21. Juli 1964 in Tswitowa, Ukrainische SSR) ist ein ukrainischer Kirchenhistoriker. Für seine Veröffentlichungen verwendet er wie die meisten Westukrainer die Namensschreibung ohne Patronym.

Biographie

1964 im Dorf Tswitowa im Rajon Kalusch geboren, studierte Oleh Turij nach Abschluss der Schule 1981 bis 1986 an der historischen Fakultät der Iwan-Franko-Universität in Lwiw und promovierte dort im Dezember 1994 mit der Arbeit über Die griechisch-katholische Kirche im gesellschaftlich-politischen Leben Galiziens in den Jahren 1848–1867. In den Jahren an der Doktorarbeit unterrichtete er zunächst drei Jahre am Technikum in Kalusch Geschichte, arbeitete anschließend ein Jahr am Iwan-Franko-Literatur-Museum in Lemberg und war dann bis 1998 Senior Research Fellow am Institut für historische Forschungen der Iwan-Franko-Universität. 1994 bis 2002 war er unter Borys Gudziak stellvertretender Direktor des Instituts für Kirchengeschichte, der Gründungszelle der wieder errichteten Lemberger Theologischen Akademie und später gegründeten Ukrainischen Katholischen Universität. Von 2002 bis 2008 war er Direktor des Instituts für Kirchengeschichte der nun eröffneten Ukrainischen Katholischen Universität, seither war er neben seiner Lehrtätigkeit Prorektor dieser Hochschule für die Fragen der wissenschaftlichen Arbeit und korrigiert jetzt die Außenbeziehungen. Infolge seiner Position und Sprachbeherrschung war und ist Turij erster ukrainischer Sprecher der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche im Feld der wissenschaftlichen Erforschung der Kirchengeschichte und bei der ökumenischer Begegnung mit Ukrainern im deutschsprachigen Bereich geworden. Ihm folgen nun jüngere griechisch-katholische und orthodoxe Wissenschaftler wie Andriy Mykhalejko, Serhij Bortnyk, Cyril Hovorun und andere.

Oleh Turij hat mit seiner Frau Switlana zwei erwachsene Söhne.

Werk

Die wissenschaftliche Arbeit Turijs dreht sich zum einen um gesellschaftspolitische Phänomene der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Galizien, insbesondere interessiert ihn die Zeit der Revolution von 1848/49. Das zweite Themenfeld ist durch die Lehrtätigkeit und die internationalen kirchlichen Kontakte die Kirchengeschichte der Ukraine und das jetzige Zusammenleben der Kirchen in der Ukraine bis hin auf ihre Ausstrahlung auf gegenwärtige gesellschaftspolitische Prozesse. Seine Leitungsfunktion brachte unter anderem die Herausgeberfunktion für die Konferenzbände der vom Institut für Kirchengeschichte veranstalteten „Brester Vorlesungen“ und für die ebenfalls hier bereits begonnene Zeitschrift „Arche“ (ukr. Kovčeh) sowie weitere Redaktions- und Übersetzungstätigkeit mit sich. Forschungsprojekte führten ihn unter anderem nach Polen, Deutschland, Österreich, Italien und in die USA. Als Gastprofessor wirkte er an den Universitäten in Lublin, Innsbruck und Mainz.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Selbständige Veröffentlichungen

Aufsätze

Im Folgenden werden nur die wichtigsten deutschsprachigen Aufsätze aufgelistet.

Herausgeberschaften

Literatur

Personendaten
NAME Turij, Oleh
ALTERNATIVNAMEN Turij, Oleh Jurijowytsch (vollständiger Name); Турій, Олег Юрійович (ukrainisch)
KURZBESCHREIBUNG ukrainischer Historiker
GEBURTSDATUM 21. Juli 1964
GEBURTSORT Tswitowa