Olev Remsu

Olev Remsu (2014)

Olev Remsu (ehemals Remsujev, * 1. November 1947 in Tartu) ist ein estnischer Schriftsteller.

Leben

Olev Remsu wurde als Sohn eines karelischen Lokführers und einer estnischen Gärtnerin geboren und ging von 1955 bis 1966 in Tartu zur Schule. Von 1966 bis 1972 studierte er an der Universität Tartu, die er als ausgebildeter Journalist 1972 verließ. Anschließend arbeitete er in den Redaktionen der Zeitungen Noorte Hääl (1972–1975) und Sirp ja Vasar (1977–1978). Danach machte er von 1979 bis 1982 in Moskau bei Walentin Tschernych eine Zusatzausbildung in Filmdramaturgie. Von 1982 bis 1985 arbeitete er bei Tallinnfilm. Daneben nahm er „vielfältige Gelegenheitsjobs wahr: Meliorator, Transportarbeiter, Verkäufer, Matrose, Heizer, Viehtransporteur, Schlangenjäger, Reiseführer und Asphaltierer.“

Olev Remsu war Mitglied der literarischen Gruppierung Wellesto, in der er eine führende Rolle einnahm. Später hat er den Namen der Gruppe auch als Bezeichnung seines eigenen Verlags verwendet. Er ist seit 1988 Mitglied des Estnischen Schriftstellerverbandes.

Werk

Remsu debütierte 1966 in einem Schüleralmanach und publizierte 1976 sein erstes Buch. Es folgten noch einige sporadische Publikationen in den 1980er Jahren, in denen er die „Herausbildung der Beatkultur“ thematisiert, aber seine größte Produktivität erreichte der Autor erst mit der Wiederherstellung der Unabhängigkeits Estlands 1991.

Einen Wendepunkt bildete hierbei sein Roman Trauerspiel in Babel, der 1989 erschien, als die sowjetische Zensur zwar noch nicht völlig weggefallen, jedoch deutlich abgemildert war. Er war zwischen 1983 und 1986 entstanden und ist eine gegen jedwede Form von Totalitarismus gerichtete Dystopie, die mit George Orwells Roman 1984 verglichen wurde.

In seinen späteren Werken dominieren Erinnerungen und Reiseschilderungen, so treten zum Beispiel allein in den Titeln seiner Werke neben dem erwähnten Babel auch „Oxford, Moskau, Prag, Paris, London und China [auf], nur ein geringer Teil seiner Bücher spielte sich in Estland ab“ – dies war der Stand von 2006. Danach hat der ebenso eifrig Reisende wie Schreibende seinem Œuvre noch etliche weitere Reisebeschreibungen hinzugefügt.

Auszeichnungen

Bibliographie

Sekundärliteratur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Eesti kirjanike leksikon. zusammengestellt von Oskar Kruus und Heino Puhvel. Eesti Raamat, Tallinn 2000, ISBN 9985652711, S. 464.
  2. ↑ Cornelius Hasselblatt: Geschichte der estnischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-018025-1, S. 704.
  3. ↑ Voldemar Pinn: Orwelli Loomade farmi kõrval Remsu Paabel, in: Keel ja Kirjandus 7/1990, S. 436.
  4. ↑ Cornelius Hasselblatt: Geschichte der estnischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-018025-1, S. 756.
Personendaten
NAME Remsu, Olev
ALTERNATIVNAMEN Remsujev, Olev
KURZBESCHREIBUNG estnischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 1. November 1947
GEBURTSORT Tartu