Oliver Lubrich

Oliver Lubrich auf der Buch Wien 2022

Oliver Lubrich (* 10. September 1970 in Berlin) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, der seit 2011 Professor für Neuere Deutsche Literatur und für Komparatistik an der Universität Bern ist.

Leben

Lubrich besuchte das Goethe-Gymnasium in Berlin, das Abitur absolvierte er 1990 mit den Schwerpunkten Latein und Griechisch. Er studierte an mehreren Universitäten (FU Berlin, Université Jean Monnet in Saint-Étienne, Universidad de Costa Rica, University of California, Berkeley) vor allem Komparatistik, Germanistik, Französisch und Englisch. 1996 absolvierte er seinen Magister-Abschluss in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft an der FU Berlin, 2003 promovierte an der FU Berlin mit einer Arbeit über postkoloniale Poetiken. Von 1999 bis 2004 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Peter Szondi-Institut) in Berlin, von 2004 bis 2008 war er Assistent am gleichen Institut. Zwischen 2008 und 2011 war Lubrich Juniorprofessor für Rhetorik an der FU Berlin und am Exzellenzcluster „Languages of Emotion“ beteiligt. Seit August 2011 ist er Ordinarius für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik an der Universität Bern.

In Berlin war er von 1994 bis 1999 mehrfach als Dozent für Theatergeschichte an der Theaterwerkstatt und am Ballett Centrum tätig. Gastprofessuren führten ihn an die University of Chicago (2005), die California State University in Long Beach (2006), das Tecnológico de Monterrey (Mexiko) (2007) und 2010 an die Universidade de São Paulo in Brasilien.

Im Wiener Verlag Das vergessene Buch gab er u. a. John F. Kennedys private Reisetagebücher aus Mitteleuropa und Nazideutschland unter dem Titel Das geheime Tagebuch neu heraus, Dorothy Thompsons wirkmächtiges Hitler-Porträt Ich traf Hitler! sowie ihre politischen Reportagen vom Untergang der Weimarer Republik Das Ende der Demokratie.

Lubrich hat unter anderem zahlreiche Werke Alexander von Humboldts ediert. Seit 2013 bearbeitete er mit Mitarbeitern die „Berner Ausgabe“ von bisher unedierten Aufsätzen von Alexander von Humboldt in zehn Bänden, die zum 250. Geburtstag im Herbst 2019 erschienen sind. Gemeinsam mit dem Potsdamer Romanisten Ottmar Ette gab er zudem zwei Bände der „Humboldt-Edition“ der Anderen Bibliothek heraus.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Commons: Oliver Lubrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ FU Berlin: Zur Person
  2. ↑ «Geheimes Tagebuch» als Buch - Als der Student Kennedy den Faschismus hautnah erlebte. Abgerufen am 24. Januar 2026.
  3. ↑ Thomas Schmoll: Die Journalistin, die Hitler durchschaute und trotzdem irrte. Abgerufen am 24. Januar 2026.
  4. ↑ Dorothy Thompson: So endete die Weimarer Republik. 22. November 2025, abgerufen am 24. Januar 2026.
  5. ↑ Dabei handelt es sich um 1000 Texte, siehe
  6. ↑ Die „Berner Ausgabe“ ist dabei nur eines der Projekte der Humboldt-Forschung am Lehrstuhl von Lubrich, siehe Alexander von Humboldt in Bern - Homepage des Forschungsprojektes zu Humboldt
  7. ↑ Kosmos | Alexander von Humboldt | Die Andere Bibliothek. 21. Juli 2014, abgerufen am 24. Februar 2024.
  8. ↑ Das Ende der Demokratie – Das vergessene Buch. Abgerufen am 24. Januar 2026.