Aextoxicon punctatum

Aextoxicon punctatum

Aextoxicon punctatum

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Berberidopsidales
Familie: Aextoxicaceae
Gattung: Aextoxicon
Art: Aextoxicon punctatum
Wissenschaftlicher Name der Familie
Aextoxicaceae
Engler & Gilg
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Aextoxicon
Ruiz & Pav.
Wissenschaftlicher Name der Art
Aextoxicon punctatum
Ruiz & Pav.

Aextoxicon punctatum ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Aextoxicon, der einzigen Gattung der Familie der Aextoxicaceae innerhalb der kleinen Ordnung der Berberidopsidales. In Chile heißt diese Art Olivillo, Tique, Teque, Palo muerto oder Aceitunillo.

Beschreibung

Männliche Blüten
Weibliche Blüte

Vegetative Merkmale

Aextoxicon punctatum ist ein immergrüner Baum der Wuchshöhen von 15 bis über 30 Metern und Stammdurchmesser von über 0,80 Metern erreicht. Die glatte Borke ist gräulich.

Die wechselständig bis fast gegenständig an den schuppig-schorfigen Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der bräunlich-schuppige Blattstiel ist 0,5 bis 1,5 Zentimeter lang und setzt teils knapp schildförmig an. Die einfache, ganzrandige, ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 9 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Zentimetern eiförmig bis verkehrt-eiförmig mit spitzem bis stumpfem oder abgerundetem oberen Ende. Die rauen Spreiten sind beidseits bräunlich gepunktet, schuppig-schorfig, unterseits fahl-grün und oberseits dunkel-grün. Die knapp umgebogenen Blattränder sind ganz. Nebenblätter fehlen.

Generative Merkmale

Aextoxicon punctatum ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die kurzen, schuppig-schorfigen und traubige Blütenstände stehen in den Blattachseln, wobei die weiblichen Blütenstände viel kürzer sind als die männlichen. Die Blütenknospen sind von einer schuppig-schorfigen Kalyptra (Deckblätter; auch als Sepalen gedeutet) bedeckt.

Die kleinen, funktionell eingeschlechtigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig und besitzen ein doppeltes Perianth. Es sind fünf freie, rundliche, dachige und abfallende Kelchblätter vorhanden. Die fünf freien, weißlichen und schmalen, spatelförmigen Kronblätter sind genagelt. Ein gelappter Diskus ist vorhanden. In den männlichen Blüten sind fünf freie, fertile Staubblätter und fünf Staminodien vorhanden. Die weiblichen Blüten enthalten Staminodien und ein Fruchtblatt in einem oberständigen, schuppig-schorfigen Stempel, mit einem sehr kurzen Griffel und zwei Narbenlappen.

Die schwarz-blauen, oft „bereiften“, ledrigen und einsamigen Steinfrüchte sind bei einer Länge von 1 bis 1,2 Zentimetern sowie einer Breite von 0,6 bis 0,7 Zentimetern eiförmig bis ellipsoid; sie sehen Oliven ähnlich, daher einer der spanischen Trivialnamen Olivillo.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.

Das Habitat im Chiloé-Nationalpark bei Abtao

Vorkommen

Aextoxicon punctatum ist in Chile und Argentinien weitverbreitet. In Argentinien kommt Aextoxicon punctatum in Río Negro (El Bolsón) sowie Chubut (Lago Puelo) vor. Von dieser häufigen Art gibt es nur Vorkommen in Zentral- und Südchile in den Regionen IV bis X in Coquimbo, Valparaíso, O'Higgins, Maule, Biobío, Araucanía, Los Ríos sowie Los Lagos vor.

Aextoxicon punctatum gedeiht in gemäßigten immergrünen Lorbeerwäldern bis in Höhenlagen von etwa 2000 Metern. In Chile wächst Aextoxicon punctatum in der Küstenkordillere im Valdivianischen Regenwald (Tique-Wald) und im Subantarktischen Wald. Im Tique-Wald ist es die wichtigste Baumart.

Systematik

Die Art Aextoxicon punctatum wurde 1798 von Hipólito Ruiz López und José Antonio Pavón in Systema Vegetabilium Florae Peruvianae et Chilensis Band 1 Seite 260 erstbeschrieben. Die Gattung Aextoxicon wurde 1794 von Ruiz und Pavon in Florae Peruvianae, et Chilensis Prodromus, sive novorum generum plantrum peruvianum, et chilensium descriptiones et icones Seite 131 Tafel 29 erstbeschrieben. Diese Art gehörte früher zur Familie der Euphorbiaceae oder die Familie der Aextoxicaceae zu den Celastrales.

In der Familie der Aextoxicaceae gibt es nur eine monotypische Gattung, Aextoxicon Ruiz & Pav., mit der einzigen Art Aextoxicon punctatum Ruiz & Pav. Der Name der Familie Aextoxiceeae wurde als nomen conservandum festgelegt mit Heinrich Gustav Adolf Engler und Ernst Friedrich Gilg in Syllabus der Pflanzenfamilien...Berlin (ed. 8) 1920 Seite 250.

Verwendung

Das Holz ist mittelschwer und recht beständig. Es ist bekannt als Olivenholz oder Olivillo.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Louis P. Ronse De Craene: Floral Diagrams. Cambridge Univ. Press, 2010, ISBN 978-0-521-49346-8, S. 153 f.
  2. 1 2 Kubitzki: S. 23 f.
  3. ↑ Aextoxicon punctatum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  4. 1 2 Aextoxicaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 9.
  5. 1 2 3 4 Aextoxicon punctatum in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2026-1. Eingestellt von: M. Barstow, E. Beech, M. C. Rivers, 2018. Abgerufen am 4. September 2026.
Commons: Aextoxicaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien