
Ulrich „Uli“ Kümpfel (Pseudonym: One Tongue; * 22. September 1957 in München) ist ein deutscher Musiker, Filmkomponist und Produzent. Darüber hinaus ist Kümpfel auch als Multiinstrumentalist in verschiedenen musikalischen Projekten aktiv. Er spielt unter anderem die Instrumente E-Bass, Contrabass, Cello, 5-string Banjo, Tenorbanjo, Gitarre, Mandoline, Dobro und Klavier. Sein künstlerisches Spektrum umfasst unter anderem Jazz, Filmmusik sowie experimentelle und stilübergreifende Ansätze.
Seit 1991 komponiert Uli Kümpfel Filmmusik, zum Teil in Zusammenarbeit mit seinem jüngeren Bruder Harald oder dem deutsch-amerikanischen Musiker Joe Mubare; unter anderem schrieb er Soundtracks für mehr als 20 Episoden der Fernsehserie Der Bulle von Tölz und für mehrere Folgen aus der Fernsehreihe Tatort.
Seit dem Jahr 2005 spielt Kümpfel in der Rockband Dr. Will & The Wizards, mit der er in Deutschland, Niederlande, Schweiz, England und Frankreich tourte sowie in der Veterinary Street Jazz Band.
Uli Kümpfel ist ein Sohn der Journalistin und Filmkritikerin Ilse Kümpfel-Schliekmann alias Ponkie und des ehemaligen deutschen Tennis-Ranglistenspielers Helmut Kümpfel. Er wuchs in München im Stadtteil Nymphenburg und später in Solln auf. Seine erste Gitarre bekam Uli Kümpfel mit 6 Jahren von seinem Opa Otto Schliekmann. Mit 7 Jahren bekam er Klavierunterricht, später auch Gitarrenunterricht. Mit 15 entdeckte er die Liebe zum Five-String-Banjo, das er bei einem Auftritt der Gruppe „Kentucky Bluefield“ in der alten Burg in München-Schwabing hörte, und nahm zunächst Unterricht bei Rüdiger Helbig, dann bei Grammy-Award -Gewinner Noam Pikelny.
Mit seinem Bruder Harald und seinem Freund Andi Sommer gründete er 1973 die Band „Sha-La“ und begann 1984, mit der Rockband „chev-in“ eigene Stücke zu schreiben.
Ab 1979 studierte er Musikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und absolvierte ein Gitarrenstudium an der Jazzschool München.
1984/85 nahm er am Modellversuch Popularmusik der Musikhochschule Hamburg als Bassist und Komponist teil.
1987 bis 1990 begleitete er als Bassist die Schlagersängerinnen Nicki und Nicole auf ihren Tourneen.
2012 machte Uli Kümpfel eine Ausbildung in 3D-Animation und Filmschnitt; dabei entstanden das Musikvideo Fight for Liberty, der Animationsfilm Konstanze, die Stanze und der Animations-Imagefilm The Idea.
In den 1990er Jahren war Uli Kümpfel an der Produktion der sogenannten „YAYA“-Trilogie beteiligt, einem unabhängigen Musikprojekt, das von der Band „Joe Mubare & ONE TONGUE“, bestehend aus den Musikern Joe Mubare (voc), Uli Kümpfel (bass), Harald Kümpfel (drums), Mark Polscher (sax) und Andi Sommer (git) gegründet wurde und 2026 von der Internet Plattform „Revibed“ wieder veröffentlicht wurde. Die 1992 auf Vinyl veröffentlichte Trilogie hinterließ ein kompaktes Werk, geprägt von einem Sound, der sich zwischen Post-Punk, experimentellem Pop, Ambient-Strukturen und rhythmischen, genreübergreifenden Formen bewegte.
Ein entscheidender Moment kam, als der Schweizer Regisseur Kim Allamand ihre Arbeit entdeckte. Tief inspiriert von ihrer Musik integrierte er diese in seinen Film „Heart Fruit“ und schuf sogar Bildmaterial, das von ihrem Sound beeinflusst war. Der Film lief auf dem Locarno Filmfestival 2022.
Das Musikvideo „1945“ von der Band „ONE TONGUE“ feat. Joe Mubare entstand im Jahr 2022. Die Kurzfilm Dokumentation „The YAYA story“ ist seit 2026 auf Youtube zu sehen.
Uli Kümpfel kam schon sehr früh mit dem Medium Film in Berührung, da ihn seine Mutter oft zu den Pressevorführungen mitnahm. Ein besonderes Erlebnis war dabei für ihn 1976 der Film Im Lauf der Zeit von Wim Wenders. Solche und ähnliche Filme prägten sein Verständnis für stimmungsvolle Filme und den Umgang mit Musik in Filmen, beispielsweise für den Film Der Todesreigen von Vivian Naefe entwickelte Kümpfel 1993 ein prägnantes Banjo-Thema und versuchte so einen ungewöhnlichen zerbrechlichen Sound zu kreieren.
Anfang 1998 kam der Zeichentrickfilm Die kleine Zauberflöte von Curt Linda in die deutschen Kinos und lief europaweit, sowie in Cuba, Kanada und Israel. Der Film wurde mit dem Prädikat besonders wertvoll ausgezeichnet. In diesem Film adaptierte Uli Kümpfel die Hauptthemen von Mozarts Zauberflöte und ließ Mozarts Melodien von einem kleinen Ensemble teilweise jazzig wieder aufleben.
In vielen Filmen schrieb Kümpfel Songs direkt für den Film. Zum Beispiel erklingt im Abspann von dem Tatort „Blutiger Asphalt“ ein Song, der ausnahmsweise nicht Doldingers Tatortabspann weichen musste. In dem Film Zwei am großen See – feindliche Übernahme schrieb er einen Song für die Band des Protagonisten-Sohnes. Ebenfalls schrieb er einige Songs für einige Folgen von Der Bulle von Tölz.
In Zusammenarbeit mit seinem Sohn Aaron Chauvet-Kümpfel komponierte er 2011 die Filmmusik für die ARD Dokumentation Das große Comeback - Josef Bulvas Weg zurück ins Rampenlicht. Das Stück wurde im Rahmen der Veranstaltung „Nacht der Filmmusik 2011“ aufgeführt.
1998 gründete Uli Kümpfel das Label Tibone-Records, das 2018 die CD The Veterinary Street Jazz Band – 40 YEARS produzierte und die YAYA-Trilogie digital wiederveröffentlichte. Mit seinem Label produzierte er u. a. 2005 den Musik-Film Dr. Will & the Wizards - The Ballad of Fat Melon Willie McClinton Jr. sowie die Dokumentation über seine Mutter Ponkie La Grande Dame der Filmkritik.
Diese ungewöhnliche „Voodoo-Blues“ Band tourt seit 2005 durch Deutschland, Schweiz, England, Niederlande und Frankreich. Sie hat durch den Einsatz von Kümpfel´s Banjo und Mandoline einen einzigartigen Klang und bekam für die Blues Alben Cuffs Off 2015 und I Want My Money Back 2020 den Preis der deutschen Schallplattenkritik.
Uli Kümpfel spielt seit 2005 mit der Veterinary Street Jazz Band (VSJB), die jeden ersten Donnerstag im „Wirtshaus zum Isartal“ auftritt. Diese New Orleans Jazzband wurde durch die ZDF „Know-Hoff-Show“ bekannt. Danach tourte die Band durch Deutschland, USA, und die Schweiz und trat einige Male im deutschen Fernsehen auf, u. a. in der BR Abendschau.
Seit 2024 ist Uli Kümpfel mit der Griechin Eleni Gaitanu verheiratet, die ihre Tochter Clara Deutschmann in die Ehe mitbringt. Er hat einen Sohn Aaron Chauvet-Kümpfel aus seiner ersten Ehe mit Marita Wittner.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kümpfel, Uli |
| ALTERNATIVNAMEN | Kümpfel, Ulrich; One Tongue (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Musiker und Filmkomponist |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1957 |
| GEBURTSORT | München |