Open View

Open View
Livealbum von Carlos Bechegas / Peter Kowald

Veröffent-
lichung

2004

Aufnahme

5. Oktober 1999

Label(s)

Forward

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz, Neue Improvisationsmusik

Titel (Anzahl)

7

Länge

50:04

Besetzung

  • Flöte, Elektronik, Stimme: Carlos Bechegas (3–7)
  • Kontrabass, Stimme: Peter Kowald (1, 2, 5–7)

Produktion

Carlos Bechegas

Aufnahmeort(e)

CCB (Centro Cultural de Belem), Lissabon

Chronologie
Peter Kowald / William Parker / Peter Jacquemyn: Deep Music
(2004)
Open View Peter Kowald / Alberto Braida / Giancarlo Locatelli: Aria
(2005)

Open View ist ein Musikalbum von Carlos Bechegas und Peter Kowald. Die am 5. Oktober 1999 live im CCB (Centro Cultural de Belem), Lissabon entstandenen Aufnahmen erschienen 2004 auf Bechegas‘ Eigenlabel Forward.

Hintergrund

Der Bassist Kowald traf 1999 auf den portugiesischen Flötisten und Live-Elektroniker Carlos Bechegas, mit dem er zu dieser Zeit auch das Studioalbum Open Secrets einspielte. Die ersten vier Stücke des Live-Albums bestehen aus zwei Soli von Kowald und zwei von Bechegas.

Titelliste

  1. Solo I 6:00
  2. Solo II 9:52
  3. Solo III 7:05
  4. Solo IV 5:47
  5. Open View I 9:48
  6. Open View II 8:20
  7. Open View III 3:12

Die Kompositionen stammen von Carlos Bechegas und Peter Kowald.

Rezeption

Kowalds Bogenstrich sei extrem laut – er drücke sehr fest auf – und er beginne mit einem tiefen, gestrichenen Ton, vermischt mit Gesang, meint Budd Kopman in All About Jazz. Dann folge ein fulminantes Spiel mit Streich- und Fingertechniken, bei dem er Geräusche wie Luftangriffe und Kuhmuhen erzeugt, nur um dann zu Slap-Techniken und schließlich zu gestrichenen, flötenartigen Obertönen zu wechseln. Im Rest des ersten und im zweiten Solo gebe es noch viel mehr zu entdecken. Er sei einfach unglaublich, vor allem, weil es so klinge, als ob keine Elektronik seine Töne- und Effekte-Flut verstärke. Bechegas hingegen arbeite viel mehr mit der Mischung aus Flöten und Elektronik und auch mit seiner Stimme, die sich in sein Spiel einfügt. Wie er elektronisch eingestellt ist und wie er das Ganze steuert, erscheint ein Rätsel, so der Autor. Faszinierend sei, dass Bechegas, anders als Kowald, durch seinen Atem begrenzt sei und es ihm dennoch gelinge, jeder Phrase so viel Ausdruck zu verleihen, seine Flöte mal völlig zu verzerren, mal ganz natürlich zu spielen und gelegentlich durch die Elektronik ein zweites Instrument hinzuzufügen. Der Effekt sei faszinierend, überraschend und spannend.

Die letzten drei Stücke würden diese beiden Ausnahmemusiker im Zusammenspiel zeigen und nach dem Hören der Soli erschließe sich die Art ihres Zusammenspiels auf ganz einleuchtende Weise, so Kopman. Die Musik sei ungemein energiegeladen, und obwohl die beiden Musiker Partner sind, würde Kowalds Spiel immer wieder den Hörer in seinen Bann ziehen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Bechegas arbeitete mit SPX-Soundprozessor; den Synthesizer „Roland“ D-50 und „Yamaha“ TX 81 Z; einem Pitch-Controller Sem und elektronischer Steuerung im Echtzeittempo.
  2. ↑ Carlos Bechegas / Peter Kowald – Open View. In: Discogs. Abgerufen am 10. September 2026 (englisch).
  3. 1 2 Budd Kopman: Carlos Bechegas / Peter Kowald – Open View. In: All About Jazz. 13. Februar 2005, abgerufen am 10. September 2026 (englisch).