Operation Grog

Operation Grog
Teil von: Zweiter Weltkrieg

Nicht explodiertes 15-Zoll-Geschoss, abgefeuert vom britischen Schlachtschiff HMS Malaya während der „Operation Grog,“ in der Kathedrale von Genua. Es handelt sich um ein panzerbrechendes Geschoss (AP-Granate); die zugehörige Geschosskappe liegt links auf dem Boden.
Datum 9. Februar 1940
Ort Genua, Mittelmeer
Ausgang britischer Erfolg
Konfliktparteien

Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich

Italien 1861 Königreich Italien

Befehlshaber

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Somerville

Italien Ferdinando Casardi

Truppenstärke

1 Schlachtschiff,
1 Schlachtkreuzer,
1 Flugzeugträger,
1 Leichter Kreuzer,
10 Zerstörer

unbekannt

Verluste

1 Fairey Swordfish Flugzeug

5 Frachtschiffe versenkt
18 beschädigt (britische Quellen)
1 Schulschiff versenkt
2 Schiffe beschädigt (italienische Quellen)
14 Leichter versenkt
144 Tote und 242 Verwundete
Schwere Schäden am Hafen

Operation Grog war der Deckname für ein britisches See- und Luftbombardement von Genua und La Spezia am 9. Februar 1941. Durchgeführt wurde es von der „Force H“ der Royal Navy, die zu diesem Zweck in drei Gruppen aufgeteilt wurde. Die erste Gruppe bestand aus dem Schlachtschiff HMS Malaya, dem Flugzeugträger HMS Ark Royal, dem Schlachtkreuzer HMS Renown und dem Leichten Kreuzer HMS Sheffield. Die zweite Gruppe umfasste die Zerstörer HMS Encounter, Fearless, Foxhound, Foresight, Fury, und Jersey. Die dritte Gruppe stellten die Zerstörer HMS Firedrake, Duncan, Isis und Jupiter.

Ablauf

Die Operation war ursprünglich für den 31. Januar 1941 geplant, doch die Schiffe liefen erst am 6. Februar aus Gibraltar aus. Während vier Zerstörer das Gebiet nach U-Booten absuchten, führten die größeren Kampfschiffe ein Täuschungsmanöver durch, um Beobachter der Achsenmächte glauben zu lassen, sie würden dem Konvoi HG 53 nach Liverpool eskortieren. Sie drehten jedoch in der Nacht um und fuhren durch die Straße von Gibraltar zurück ins Mittelmeer. Am 8. Februar erhielt die italienische Marine Kenntnis davon, dass sich ein Flugzeugträger südlich der Balearen aufhielt, hielt diesen aber für den Teil einer Eskorte eines Konvois nach Malta.

Am 9. Februar 1941 um 08:14 Uhr begannen Malaya, Renown und Sheffield den Beschuss der Hafenanlagen von Genua. Der Verband versenkte vier Frachtschiffe und beschädigte 18 weitere. Die meisten italienischen Quellen berichten lediglich von schweren Schäden an den Handelsschiffen Salpi und Garibaldi sowie der Versenkung des alten zivilen Schulschiffs Garaventa. Der Historiker Ermingo Bagnasco erwähnt zudem den Verlust von 14 Leichtern und dem Motorsegler Antonietta Madre. Laut offiziellen Unterlagen der italienischen Marine (Marina Militare) wurde die Antonietta Madre jedoch erst während eines alliierten Luftangriffs auf Genua am 23. Oktober 1942 versenkt.

Eine Salve der HMS Malaya schlug 50 bis 200 Yards (ca. 46 bis 183 Meter) vor dem italienischen Schlachtschiff Caio Duilio ein, das sich zu diesem Zeitpunkt für Reparaturen in einem Trockendock nördlich des Molo Giano (Giano-Mole) befand; an der Duilio entstanden keine Schäden. Aufgrund eines Zielfehlers eines Artillerieoffiziers an Bord der Malaya – die sich etwa 13 Seemeilen (24 km) vor der Küste befand – traf ein panzerbrechendes Geschoss die Kathedrale von Genua. Die Granate explodierte nicht und ist dort bis heute ausgestellt. Um 08:45 Uhr wurde der Beschuss eingestellt. Insgesamt verschoss die Renown 125 381-mm-Granaten und 400 114-mm-Granaten, Malaya 148 381-mm-Granaten und Sheffield 782 152-mm-Granaten auf die Stadt. Durch den Beschuss kamen in Genua 144 Zivilisten ums Leben, 272 weitere wurden verletzt.

Parallel griffen Flugzeuge der Ark Royal eine Raffinerie in Livorno sowie den Hafen von La Spezia an. Bei dem Einsatz über Livorno wurde ein Flugzeug angeschossen.

Angelo Iachino, Befehlshaber der italienischen Flotte, machte den Versuch, die Force H abzufangen, die italienischen Schiffe hatten jedoch wegen dichtem Nebel keine Luftaufklärung und verloren letztlich den Kontakt zu ihrem Gegner. Alle britischen Schiffe kehrten am 11. Februar 1941 nach Gibraltar zurück.

Literatur

Commons: Operation Grog – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Ermingo Bagnasco: The Littorio Class: Italy's Last and Largest Battleships. Seaforth Publishing. 2011. ISBN 978-1-84832-105-2. S. 191.
  2. 1 2 3 G. A. Titterton, David Brown (Hrsg.): The Royal Navy and the Mediterranean: November 1940 – December 1941. Naval Staff Histories Series. Band II. Psychology Press. 2002. ISBN 978-0-7146-5205-4. S. 52–53.
  3. ↑ Lt Cdr Geoffrey B Mason RN (Rtd): SERVICE HISTORIES of ROYAL NAVY WARSHIPS in WORLD WAR 2:HMS RENOWN - Renown-class 15in gun Battlecruiser. Naval-History.Net, abgerufen am 9. Juli 2010 (englisch).
  4. ↑ Lt Cdr Geoffrey B Mason RN (Rtd): SERVICE HISTORIES of ROYAL NAVY WARSHIPS in WORLD WAR 2:HMS Fearless(H67). Naval-History.Net, abgerufen am 9. Juli 2010 (englisch).
  5. ↑ Gabriele Faggioni: Militär- und Seeoperationen im Mittelmeer 1939-1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-613-04183-7, S. 53.
  6. 1 2 3 UK Battleship of WW1 and WW2:HMS Malaya (BB-6). Archiviert vom Original am 26. Mai 2011; abgerufen am 10. Juli 2010 (englisch).
  7. 1 2 3 4 Gabriele Faggioni: Militär- und Seeoperationen im Mittelmeer 1939-1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-613-04183-7, S. 54.
  8. ↑ L'operazione "Grog". In: www.scmncamogli.org. Abgerufen am 5. Juli 2019 (italienisch).
  9. ↑ Giovanni Artieri: Cronaca del Regno d'Italia: Dalla Vittoria alla Repubblica. Mondadori. 1978. S. 646.
  10. ↑ Marina Militare, Stato Maggiore: La Marina italiana nella seconda guerra mondiale. Band III. Ufficio Storico della Marina Militare. 1952. S. 101.
  11. ↑ Obituary:Commander Henry Hatfield. Daily Telegraph, 4. Juli 2010, abgerufen am 5. Juli 2010 (englisch).