| Operation Grog | |||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Teil von: Zweiter Weltkrieg | |||||||||||||||||
Nicht explodiertes 15-Zoll-Geschoss, abgefeuert vom britischen Schlachtschiff HMS Malaya während der „Operation Grog,“ in der Kathedrale von Genua. Es handelt sich um ein panzerbrechendes Geschoss (AP-Granate); die zugehörige Geschosskappe liegt links auf dem Boden. | |||||||||||||||||
| Datum | 9. Februar 1940 | ||||||||||||||||
| Ort | Genua, Mittelmeer | ||||||||||||||||
| Ausgang | britischer Erfolg | ||||||||||||||||
| |||||||||||||||||
Operation Grog war der Deckname für ein britisches See- und Luftbombardement von Genua und La Spezia am 9. Februar 1941. Durchgeführt wurde es von der „Force H“ der Royal Navy, die zu diesem Zweck in drei Gruppen aufgeteilt wurde. Die erste Gruppe bestand aus dem Schlachtschiff HMS Malaya, dem Flugzeugträger HMS Ark Royal, dem Schlachtkreuzer HMS Renown und dem Leichten Kreuzer HMS Sheffield. Die zweite Gruppe umfasste die Zerstörer HMS Encounter, Fearless, Foxhound, Foresight, Fury, und Jersey. Die dritte Gruppe stellten die Zerstörer HMS Firedrake, Duncan, Isis und Jupiter.
Die Operation war ursprünglich für den 31. Januar 1941 geplant, doch die Schiffe liefen erst am 6. Februar aus Gibraltar aus. Während vier Zerstörer das Gebiet nach U-Booten absuchten, führten die größeren Kampfschiffe ein Täuschungsmanöver durch, um Beobachter der Achsenmächte glauben zu lassen, sie würden dem Konvoi HG 53 nach Liverpool eskortieren. Sie drehten jedoch in der Nacht um und fuhren durch die Straße von Gibraltar zurück ins Mittelmeer. Am 8. Februar erhielt die italienische Marine Kenntnis davon, dass sich ein Flugzeugträger südlich der Balearen aufhielt, hielt diesen aber für den Teil einer Eskorte eines Konvois nach Malta.
Am 9. Februar 1941 um 08:14 Uhr begannen Malaya, Renown und Sheffield den Beschuss der Hafenanlagen von Genua. Der Verband versenkte vier Frachtschiffe und beschädigte 18 weitere. Die meisten italienischen Quellen berichten lediglich von schweren Schäden an den Handelsschiffen Salpi und Garibaldi sowie der Versenkung des alten zivilen Schulschiffs Garaventa. Der Historiker Ermingo Bagnasco erwähnt zudem den Verlust von 14 Leichtern und dem Motorsegler Antonietta Madre. Laut offiziellen Unterlagen der italienischen Marine (Marina Militare) wurde die Antonietta Madre jedoch erst während eines alliierten Luftangriffs auf Genua am 23. Oktober 1942 versenkt.
Eine Salve der HMS Malaya schlug 50 bis 200 Yards (ca. 46 bis 183 Meter) vor dem italienischen Schlachtschiff Caio Duilio ein, das sich zu diesem Zeitpunkt für Reparaturen in einem Trockendock nördlich des Molo Giano (Giano-Mole) befand; an der Duilio entstanden keine Schäden. Aufgrund eines Zielfehlers eines Artillerieoffiziers an Bord der Malaya – die sich etwa 13 Seemeilen (24 km) vor der Küste befand – traf ein panzerbrechendes Geschoss die Kathedrale von Genua. Die Granate explodierte nicht und ist dort bis heute ausgestellt. Um 08:45 Uhr wurde der Beschuss eingestellt. Insgesamt verschoss die Renown 125 381-mm-Granaten und 400 114-mm-Granaten, Malaya 148 381-mm-Granaten und Sheffield 782 152-mm-Granaten auf die Stadt. Durch den Beschuss kamen in Genua 144 Zivilisten ums Leben, 272 weitere wurden verletzt.
Parallel griffen Flugzeuge der Ark Royal eine Raffinerie in Livorno sowie den Hafen von La Spezia an. Bei dem Einsatz über Livorno wurde ein Flugzeug angeschossen.
Angelo Iachino, Befehlshaber der italienischen Flotte, machte den Versuch, die Force H abzufangen, die italienischen Schiffe hatten jedoch wegen dichtem Nebel keine Luftaufklärung und verloren letztlich den Kontakt zu ihrem Gegner. Alle britischen Schiffe kehrten am 11. Februar 1941 nach Gibraltar zurück.