Die Operation Last Chance ist eine internationale Kampagne mit dem Ziel, gesuchte NS-Täter der Justiz zuzuführen. Das Motto der Aktion lautet: „Spät, aber nicht zu spät.“ Für Hinweise, die zur Verurteilung einer der gesuchten Personen führen, sind jeweils 10.000 Euro ausgesetzt. Träger des Projekts sind das Simon Wiesenthal Center und die Targum Shlishi Foundation. Die Aktivitäten werden von Efraim Zuroff geleitet.
Seit dem Jahr 2007 war die Initiative in 13 Ländern aktiv:
Aribert Heim und Alois Brunner wurden nach überzeugenden Indizien von offiziellen Stellen für tot erklärt, einen einzelnen eindeutigen Beweis für den Tod gab es jedoch nicht. Einer APA-Meldung vom 30. November 2014 zufolge soll Alois Brunner nach Angaben des Simon Wiesenthal Centers im Jahr 2009 oder 2010 in Damaskus gestorben sein. Das österreichische Justizministerium belässt Brunner allerdings vorerst weiterhin auf der 2007 erstellten Liste von Personen, für die eine Belohnung von 50.000 Euro für zur Ergreifung führende Hinweise ausgelobt wurde.
Iwan Kalymon ist am 29. Juni 2014 in Detroit gestorben.
Das Landgericht Ellwangen hatte am 27. Februar 2014 das Verfahren gegen Hans Lipschis eingestellt, weil dieser nicht mehr in der Lage sei, sich angemessen zu verteidigen.
Der jüdische Historiker Michael Wolffsohn kritisierte das Projekt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk für die Aussetzung eines Kopfgelds als „geschmacklos“. Im selben Zusammenhang bezeichnete er auch die Rückführung von John Demjanjuk als mögliche „institutionelle und vielleicht sogar personelle Wichtigtuerei“, sowie die Arbeit des Wiesenthal Centers als „Klamauk [der] aber nicht für eine wirklich intensive, pietätvolle Aufarbeitung“ stehe.