| Operation Oqab | |||||||||||||||||
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| Teil von: Krieg in Afghanistan | |||||||||||||||||
| Datum | 18. Juli 2009 – 28. Juli 2009 | ||||||||||||||||
| Ort | Char Darah, Provinz Kundus | ||||||||||||||||
| Ausgang | Vertreibung der Aufständischen aus dem Distrikt, vorläufige Wiederherstellung der Sicherheit | ||||||||||||||||
| Folgen | Stationierung von 600 afghanischen Soldaten zur dauerhaften Sicherung der Region | ||||||||||||||||
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Die Operation Oqab (deutsch Operation Adler) war eine ab 18. Juli 2009 durchgeführte Operation afghanischer und deutscher Kräfte in der nordafghanischen Provinz Kundus mit dem Ziel, die Sicherheitslage in der seit April 2009 instabiler gewordenen Provinz vor der afghanischen Präsidentschaftswahl am 20. August 2009 zu verbessern.
Laut Bundesnachrichtendienst ist es Ziel der Taliban und der Islamischen Dschihad-Union, Druck auf das deutsche Kontingent auszuüben, um einen Rückzug zu erzwingen. Infolgedessen kam es seit April 2009 in Kundus zu mehreren schweren Gefechten zwischen afghanischen Sicherheitskräften, Einheiten der ISAF und Aufständischen (siehe dazu ISAF-Operationsführung im Raum Kundus (2009–2014)).
Aus Sicht der ISAF und der afghanischen Nationalarmee war es notwendig, die Sicherheit in dieser Provinz wiederherzustellen, um einerseits den Fokus wieder auf den Wiederaufbau, das Ziel der ISAF, zu legen und um andererseits mit Blick auf die Wahl des afghanischen Präsidenten am 20. August 2009 einen gefahrlosen Wahlgang für die lokale Bevölkerung zu ermöglichen.
Des Weiteren wurde immer mehr Nachschub für die ISAF-Truppen über die nördlichen Provinzen geschickt. Mit der Vertreibung von Aufständischen würden entsprechende Risiken deutlich sinken. Daher kommandierte die afghanische Armee für die Offensive 800 Soldaten und 100 Polizisten ab. Die Bundeswehr stellte die ohnehin teilweise in Kundus stationierte Quick Reaction Force, ausgerüstet mit Schützenpanzer Marder, Transportpanzer Fuchs und Dingo sowie Mörsern, bereit. Die US Air Force leistete mit Predator-Drohnen und Erdkampfflugzeugen A-10 Luftnahunterstützung.
In den frühen Morgenstunden des Sonntags, den 19. Juli, wurde ein erstes Gefechte mit Aufständischen geführt. Dabei kam es auch zum Einsatz der Schützenpanzer und der Mörser. Am gleichen Tag, noch im Verlauf der Operation, wurde von deutschen Soldaten eine afghanischer Jugendlicher erschossen. Ein Fahrzeug, in dem er saß, war mit hoher Geschwindigkeit auf die Stellung ihrer Einheit zugefahren; es missachtete alle Warnsignale. Die Soldaten nahmen einen Anschlagsversuch an und eröffneten das Feuer. Die Bundeswehr kündigte an, die Familie des Opfers zu entschädigen.
Am Montag, dem 20. Juli, wurde das Bundeswehr-Feldlager Kundus mit Raketen beschossen, ohne Schaden anzurichten. Bei der Bombardierung von Stellungen der Aufständischen aus der Luft wurden fünf Taliban-Kämpfer getötet.
Am Donnerstag, dem 23. Juli, wurde gemeldet, die Region um die Stadt Kundus wäre wieder unter Kontrolle der afghanischen Regierung. Eine deutsche Patrouille wurde am Samstag, dem 25. Juli, beschossen; eines ihrer Fahrzeuge wurde beschädigt.
In Deutschland führte die Offensive zu einer intensiven Debatte. Der Bundestagsabgeordnete Stinner (FDP) kritisierte die Einsatzempfehlungen auf den Taschenkarten für deutsche Soldaten, da es paradox sei, dass einerseits Mörser und Scharfschützen eingesetzt würden, andererseits ein Warnruf vor Abfeuern des ersten Schusses erforderlich sei. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung kündigte eine Überarbeitung der Taschenkarten an, um auf die veränderte Lage im Norden Afghanistans zu reagieren.
Der Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei (Bündnis 90/Die Grünen) warf der afghanischen Zentralregierung vor, sie habe mit dem Abbau der Polizeistellen ganze Landstriche ohne Schutz gelassen und somit die Festsetzung von Aufständischen gefördert. Des Weiteren wurde wiederholt die Weigerung der Regierung, von einem Krieg zu sprechen, kritisiert. Minister Jung erklärte, man solle nicht der Sprache der Taliban folgen und diese von „Terroristen“ zu „Kriegern“ aufwerten.
Die Operation Oqab bedeutete für das deutsche Heer die erste direkte Beteiligung an einer Offensive seit seinem Bestehen.
Am Freitag, den 31. Juli 2009, gelang der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit afghanischen Sicherheitskräften in dem Dorf Qarakator die Verhaftung von Qari Abdul Wadoud, dem Kommandeur einer Taliban-Zelle im Distrikt Imam Sahib nördlich von Kundus.
Bereits wenige Tage nach dem Ende der Operation wurde eine Rückkehr in Teile der betroffenen Gebiete gemeldet. So sollen am 1. August 2009 wieder bis zu 300 Talibankämpfer die Gegend im südlichen Chahar Darreh unter ihre Kontrolle gebracht haben.