Operation Whalers

Operation Whalers
Teil von: Krieg in Afghanistan 2001–2021
Datum 13. August – 20./21. August 2005
Ort Provinz Kunar:
⦁ Chowkay-Tal
⦁ Korengal-Tal
⦁ Narang-Tal
⦁ Shuryek-Tal
Ausgang Operativer Sieg der Koalition
Konfliktparteien

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Afghanistan 2002 Afghanistan

Miliz um Ahmad Shah

Befehlshaber

Oberstleutnant Jim Donnellan

Ahmad Shah

Truppenstärke

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 2nd Battalion, 3rd Marines
Afghanistan 2002 unbekannt

60 – 80 Milizionäre

Die Operation Whalers war eine Militäroperation der US-Streitkräfte und der Afghanischen Nationalarmee in mehreren Tälern in der Provinz Kunar. Sie stellte eine direkte Folgeoperation auf Operation Red Wings dar, bei der die US-Streitkräfte schwere Verluste erlitten hatten.

Hintergrund

Korengal-Tal

Die Täler des Hindukuschs in der Provinz Kunar dienten zahlreichen aufständischen Gruppen, darunter al-Qaida, den Taliban sowie kriminellen Netzwerken wie Schmugglern, als Rückzugsraum. Immer wieder waren die Täler Schauplätze heftiger Gefechte zwischen Koalitionstruppen und Aufständischen. Mit der im Rahmen von Operation Mountain Resolve im Jahr 2003 erfolgten Errichtung eines Militärstützpunktes (Camp Blessing) sollte die Region dauerhaft stabilisiert werden, dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht.

In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2005 die Operation Red Wings gestartet, um die bevorstehenden Parlamentswahlen abzusichern und den Einfluss der Aufständischen in der Region zurückzudrängen. Die Operation scheiterte jedoch und drei Angehörige der Navy SEALs kamen während des Einsatzes ums Leben, weitere 16 US-Soldaten wurden getötet, als ihr Hubschrauber bei einem Rettungsversuch von Aufständischen abgeschossen wurde.

Der lokale Taliban- und al-Qaida-Sympathisant Ahmad Shah, der zuvor eine kleine Miliz von etwa einem Dutzend Kämpfern in der Region anführte, konnte seine Gruppe nach Operation Red Wings auf schätzungsweise 60 bis 80 Kämpfer erweitern. Um diese Zelle endgültig zu zerschlagen, wurde in die Operation Whalers ins Leben gerufen.

Verlauf

Am 13. August wurden Soldaten des 2nd Battalion, 3rd Marines (2/3) der US-Marines sowie Angehörige der afghanischen Nationalarmee in den Tälern rund um den Berg Sawtalo Sar abgesetzt, um das Gebiet zu durchkämmen. Die Fox Company stieß im Chowkay-Tal als erste auf Feindkontakt, weitere Gefechte wurden im Verlauf der Operation aus dem Narang- und dem Korengal-Tal gemeldet. Insgesamt kam es zu 29 dokumentierten Feuergefechten. Die Mission wurde am Wochenende des 20./21. August abgeschlossen. Die Bodentruppen erhielten dabei Luftunterstützung, deren Einsatz sich jedoch als schwierig erwies, da das Oberkommando nach dem Abschuss des Hubschraubers während Operation Red Wings äußerst zurückhaltend agierte.

Folgen

Die Miliz von Ahmad Schah wurde im Zuge der Operation zerschlagen. Nach vorliegenden Berichten wurden mehr als 40 Aufständische getötet und Schah selbst dabei schwer verwundet. Er zog sich mit einigen seiner verbliebenen Sympathisanten nach Pakistan zurück. Dort wurde er im April 2008 bei einem Schusswechsel mit pakistanischen Sicherheitskräften getötet.

Die Operation Whalers führte zu einer kurzfristigen Verbesserung der Sicherheitslage in der Region und trug dazu bei, die Durchführung der afghanischen Parlamentswahl im September 2005 in der Region zu ermöglichen. Langfristig blieb das Gebiet jedoch von Instabilität geprägt und wurde erneut Schauplatz mehrerer Gefechte und Militäroperationen, darunter Operation Mountain Lion und Operation Rock Avalanche.

Im Anschluss der Operation Whalers wurden zehn beteiligte Soldaten mit dem Purple Heart ausgezeichnet.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Miguel Ortiz: Operation Whalers was the Marine Corps’ payback after Operation Red Wings. We are The Mighty, 18. Mai 2023, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
  2. 1 2 US launches Afghanistan offensive. Al Jazeera, 13. August 2005, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
  3. 1 2 Donald P. Wright: Vanguard of Valor – Small Unit Actions in Afghanistan. United States Army Combined Arms Command, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 Ed Darack: Victory Point - Operation Red Wings and Whalers. Abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
  5. ↑ U.S.: 40 Afghan Rebels Killed. CBS News, 22. August 2005, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
  6. ↑ Steve Mraz: Marine commandant awards ten Purple Hearts in Afghanistan. Stars and Stripes, 28. September 2005, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).