Operationslagerung

Lagerung des Kopfes zu einer Schilddrüsenoperation

Operationslagerung bezeichnet die Positionierung des Patienten auf dem Operationstisch für einen spezifischen medizinischen Eingriff. Operationen und invasive Untersuchungsverfahren erfordern eine präzise Patientenposition, um dem Operateur einen optimalen Zugang zum betreffenden anatomischen Operationsbereich zu ermöglichen und den Patienten vor lagerungsbedingten Schäden zu bewahren.

Grundsätzliches

Der wichtigste Aspekt der Lagerung ist der Schutz des Patienten vor lagerungsbedingten Schäden. Möglich sind:

Lagerungsschäden werden als ärztliche Behandlungsfehler betrachtet, mit der Konsequenz von Schadenersatzansprüchen bis hin zum Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung, sofern der Nachweis einer nicht kunstgerechten Lagerung erbracht werden kann.

Lagerungsarten

Die Lagerung soll den bestmöglichen Zugang zum anatomischen Behandlungsgebiet gewährleisten. Sie soll möglichst stabil sein und dadurch vor Komplikationen durch ungewollte Bewegungen schützen. Besonders bei Operationen an den Extremitäten muss jedoch auch die Möglichkeit von intraoperativ nötigen Positionsänderungen gewährleistet sein. Zudem sind eine kurze Distanz zwischen Operateur und Patient, Bewegungsfreiheit für das Operationsteam und das ausreichend groß vorbereitete Operationsfeld von Bedeutung.

Des Weiteren müssen die Anforderungen, welche einer bestmöglichen Anästhesieführung dienen, ebenso erfüllt werden wie die hohen Hygienestandards im Operationsbereich.

Folgende Lagerungsarten haben praktische Bedeutung:

Durchführung

Die Operationslagerung ist in Deutschland eine ärztliche Aufgabe, die in den Zuständigkeitsbereich des Operateurs fällt und in der Regel an entsprechend angeleitetes Pflegepersonal delegiert und von diesem durchgeführt wird. Die Verantwortung für die Ausführung und die Kontrolle verbleibt beim Arzt (Operateur, insbesondere für Arme und Kopf auch der Narkosearzt). In der Schweiz werden die Operationslagerungen mehr und mehr von speziell ausgebildeten Fachpersonen für Operationslagerungen (ehemalige Berufsbezeichnung Lagerungspfleger) durchgeführt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Reinhard Larsen: Anästhesie. 8. (7. neubearbeitete und erweiterte) Auflage. Urban & Fischer, München/Jena 2002, ISBN 3-437-22500-6, S. 619–625.