Hauptgebäude von OrdrupgaardDetailansicht des Erweiterungsbaus von Zaha Hadid
Ordrupgaard ist ein Kunstmuseum im dänischenOrdrup bei Kopenhagen. Es beherbergt die Sammlung des Unternehmers Wilhelm Hansen und seiner Frau Henny mit Werken dänischer und französischer Kunst des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Die zunächst private Sammlung war bereits zwischen 1918 und 1922 der Öffentlichkeit zugänglich und gilt als erstes dänisches Museum für moderne Kunst. Nach dem erzwungenen Verkauf von zahlreichen Kunstwerken begann das Paar die entstandene Sammlungslücken mit neuerlichen Erwerbungen zu schließen. Seit 1953 ist Ordrupgaard ein staatliches Museum. Das ursprüngliche Gebäude wurde durch vielbeachtete Erweiterungsbauten der Architekten Zaha Hadid (2005) und Snøhetta (2021) ergänzt. Das Grundstück dient als Skulpturenpark für moderne Kunst. Das benachbarte Wohnhaus des Designers Finn Juhl gehört seit 2008 zum Museum.
Lage, Geschichte und Gebäude
Das Museum befindet sich rund 12 Kilometer nördlich von Kopenhagen in der durch zahlreiche Villen geprägten Wohngegend von Ordrup. Der Direktor der Hafnia-Versicherungsgesellschaft Wilhelm Hansen und seine Frau Henny ließen sich hier auf einem großen parkartigen Grundstück in den Jahren 1916–1918 nach Plänen des Architekten Gotfred Tvede ein Herrenhaus mit Galeriegebäude, Wintergarten und Stallungen errichten. Das Galeriegebäude mit Oberlichtsaal diente als repräsentativer Ort für die seit 1892 zusammengetragene Kunstsammlung des Paares. Nachdem sie zunächst vor allem Werke dänischer Künstler erworben hatten, konzentrierten sie sich ab 1916 auf den Erwerb von Arbeiten französischer Künstler. Seit dem 14. September 1918 konnte die Öffentlichkeit das Galeriegebäude besuchen. Es gilt daher als erstes Museum für moderne Kunst in Dänemark.
1922 geriet Hansen vorübergehend in finanzielle Schwierigkeiten. Daraufhin hatte er zunächst vergeblich versucht, dem dänischen Staat seine gesamte Sammlung französischer Kunst zu einem Bruchteil des Schätzwertes zu verkaufen. Schließlich sah er sich gezwungen, 76 Gemälde zu verkaufen, darunter Spitzenwerke von Édouard Manet, Paul Cézanne und Paul Gauguin. Einige der Bilder konnte Museumsdirektor Helge Jacobsen für die Ny Carlsberg Glyptotek ankaufen. Der Großteil der Werke wurde von ausländischen Sammlern erworben. Die verbliebene Sammlung blieb seither für die Öffentlichkeit unzugänglich.
Nachdem sich Hansens finanzielle Situation wieder gebessert hatte, kaufte er mit seiner Frau bis 1933 erneut Gemälde an und versuchte so, die entstandenen Lücken zu schließen. Hansens ursprüngliche Idee, Haus und Sammlung nach seinem Tod dem dänischen Staat zu stiften, hatte er zwischenzeitlich nicht mehr verfolgt und kein entsprechendes Testament verfasst. Nach Wilhelm Hansens Tod 1936 erbte seine Witwe Henny Hansen das Haus und die Sammlung. Sie vermachte schließlich das Anwesen mit der Gemäldesammlung dem dänischen Staat. Zwei Jahre nach ihrem Tod wurde 1953 Ordrupgaard als staatliches Museum eröffnet.
2005 entstand ein moderner Erweiterungsbau der irakisch-britischen Star-Architektin Zaha Hadid. Der langgestreckte parallel zum historischen Galeriebau platzierte Anbau beherbergt Räume für Wechselausstellungen, ein Café sowie Flächen für den Empfang und den Museumsshop. Um die umfangreiche Kunstsammlung angemessen zu präsentieren, entstand ein weiterer Anbau nach Plänen des norwegischen Architektenteams Snøhetta. Dieser 2021 eröffnete Gebäudeteil umfasst drei unterirdische Ausstellungssäle für die Werke französischer Künstler. Der Anbau verbindet das Untergeschoss des Hadid-Gebäudes mit dem Wintergarten zwischen Herrenhaus und historischen Galerietrakt, sodass hier ein Rundgang möglich ist. Oberirdisch ist von diesem Anbau lediglich eine niedrige Stahldachkonstruktion zu sehen. Auf einem Nachbargrundstück befindet sich das ehemalige Wohnhaus des dänischen Designers Finn Juhl, das seit 2008 ebenso Teil des Museums ist und zahlreiche seiner Entwürfe beherbergt.
Vilhelm Hammershøi: Støvkornenes dans i solstrålerne
Christen Købke: Ansicht von Dosseringen
Édouard Manet: Femme à la Jarretière
Claude Monet: Waterloo Bridge
Alfred Sisley: Fabrik am Ufer der Seine
Pierre-Auguste Renoir: Junge Leute auf der Straße
Paul Gauguin: Portrait Vaite Goupil
Paul Cezanne: Badende
Ausstellungen (Auswahl)
Das Museum veranstaltet regelmäßig Sonderausstellungen mit dänischen oder internationalen Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts. Hierzu gehörten bisher: