Oskar Gans (* 26. Mai 1943 in Göttingen) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, emeritierter ord. Professor an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Direktor der Forschungsstelle für internationale Agrar- und Wirtschaftsentwicklung (FIA e.V.) in Heidelberg.
Oskar Gans begann im Sommersemester 1962 das Studium der Wirtschaftswissenschaften und studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Georg-August-Universität Göttingen. 1967 legte er in Göttingen die Prüfung zum Diplom-Volkswirt ab, studierte anschließend von 1968 bis 1970 Internationale Agrarökonomie und wurde 1970 am Göttinger Institut für Agrarökonomie promoviert. Von 1970 bis 1971 studierte er Angewandte Mathematik/Statistik an der University of California in Berkeley (USA), arbeitete von 1972 bis 1979 als wissenschaftlicher Assistent an der Rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität Bonn, habilitierte sich dort 1975 für Volkswirtschaftslehre und Agrarpolitik und lehrte in Bonn als außerplanmäßiger Professor. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität Göttingen von 1977 bis 1980 erhielt er 1980 sowohl einen Ruf an die Universität Göttingen (Nachf. Ulrich Koester) wie auch einen Ruf an die Universität Heidelberg (Nachf. Winfried von Urff). Den Ruf nach Heidelberg auf den Lehrstuhl für Internationale Wirtschafts- und Entwicklungspolitik (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät/Südasieninstitut) nahm er an und wurde gleichzeitig von der Landesregierung Baden-Württemberg zum Direktor (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied) der von der Universität unabhängigen Forschungsstelle für internationale Agrar- und Wirtschaftsentwicklung (Forschungs- und Beratungsinstitut) ernannt. Einen späteren Ruf nach Göttingen 1991 auf einen Lehrstuhl für VWL (Wirtschaftstheorie), in Verbindung mit der Leitung des Ibero-Amerika-Instituts für Wirtschaftsforschung (Nachf. Helmut Hesse), lehnte Oskar Gans ab. - Nach seiner Emeritierung nahm er von 2009 bis 2015 eine Gastprofessur (Macroeconomic Policy for DCs) am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim wahr.
Das Arbeitsgebiet von Oskar Gans umfasst die internationale und international vergleichende Wirtschaftspolitik mit den Schwerpunkten Entwicklungsökonomie, Ökonomie natürlicher Ressourcen sowie Quantitative ökonomische Politikanalyse.
In den Jahren 1973 und 1975–1976 ließ er sich von der Universität Bonn beurlauben und war Berater der iranischen Regierung in Teheran.
Ab dem Jahr 1983 bis zu seiner Emeritierung war er Gastprofessor und/oder Regierungsberater in Ländern Südasiens (Pakistan, Indien, Bangladesh), Südostasiens (ASEAN-Länder: Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien, Vietnam), Ostasiens (VR China, Taiwan), Afrikas (Ägypten, Kenia, Ghana, Malawi), Lateinamerikas (Bolivien, Chile), Südosteuropas (Zypern, Kroatien) wie auch in den USA (UC Berkeley).
Von 1993 bis 2008 war Oskar Gans Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Bonn, Berlin).
Die von Oskar Gans mitveröffentlichte Einführung in die Volkswirtschaftslehre erschien in 10 Auflagen. Gesamtauflage: ca. 130.000
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gans, Oskar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 26. Mai 1943 |
| GEBURTSORT | Göttingen |