Oslac ist die altenglische Namensvariante eines gemeingermanischen Namens, der altnord.Asleikr, latinisiert in einer westfränkischen Quelle Ansleicus (vermutlich ahd. *Ansleich) heißt. Etymologisch wird der erste Bestandteil des Namens Os-, As- auf das Göttergeschlecht der Asen, der zweite hingegen auf das germanische Wort *laikaz bezogen, das gotischlaiks "Tanz", altnord. leikr "Spiel, Saitenspiel, Kampfspiel" und altengl. lac "Spiel, Tanz, Opfergabe" bedeutet (vergleiche auch althochdeutsch leich "Melodie, Ton"), weshalb der Name in der ursprünglichen germanischen Bedeutung vermutlich eine besondere Beziehung des Trägers zum Kult der Asen anzeigt.
König Oslac (Oslac rex), † um 767, geschichtlich nicht sicher identifizierbar, bezeugt durch einen Gedenkeintrag für den 29. Juli northumbrisch-angelsächsischer Provenienz im Kalender des Hartbert von Lobbes
Oslac (auch Osiai), König von Sussex in den 760er Jahren, bezeugt 780 als Herzog von Sussex (dux Suthsaxorum)
Oslac (ca. 820), Großvater mütterlicherseits von Alfred dem Großen, siehe Æthelwulf
↑Miracula sancti Richarii, II, für das Jahr 864: "Ansleicus, de propagine Danorum progenitus" (Acta Sanctorum, Apr. III, Sp. 456C); im 10./11. Jh. auch "Anslec": Dudo Viromandenis, De moribus et actis primorum Normanniae ducorum, III, PL 141,689D und 694B; "Anslech": Willelmus Calculus, Historiae Northmannorum, IV, 2, PL 149,811B
↑Dennis Howard Green, Language and History in the Early Germanic World, Cambridge University Press, Cambridge [u.a.] 2000, ISBN 0-521-79423-4, S. 20f.
↑Jan Gerchow, Die Gedenküberlieferung der Angelsachsen, mit einem Katalog der libri vitae und Necrologien, Walter de Gruyter, Berlin / New York 1988 (= Arbeiten zur Frühmittelalterforschung, 20), S. 216ff.