| Ostaszewo | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Nowodworski | |
| Geographische Lage: | 54° 13′ N, 18° 57′ O | |
| Einwohner: | 1017 (2011) | |
Ostaszewo (deutsch Schöneberg) ist ein Dorf im Powiat Nowodworski der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es ist Sitz des Verwaltungsbezirks Gmina Ostaszewo.
Das Kirchdorf liegt im ehemaligen Westpreußen, im Großen Marienburger Werder, rechts unweit der Weichsel, etwa 23 Kilometer südöstlich der Innenstadt Danzigs und neun Kilometer nordnordwestlich der Stadt Nowy Staw.

Nördlich des Dorfs fließt der Weichselarm Elbinger Weichsel vom Weichselstrom ab.
Schöneberg war eine von einer ganzen Reihe von Ortschaften, die der Deutsche Orden nach seiner Ankunft im Danziger Raum (1311) vor Mitte des 14. Jahrhunderts im Weichsel-Delta gründete, und erhielt seine Handfeste im Jahr 1333 (nicht im Jahr 1330).Die alte katholische Dorfkirche im gotischen Baustil, die heute eine Ruine ist, geht auf die Ordenszeit zurück. Um 1818 gab es in Schöneberg eine Kornmahl-Windmühle, eine Grützmühle, die von einem Pferd angetrieben wurde, eine Gastwirtschaft, vier Schänken, eine Hakenbude (Krämer- oder Verkaufsbude) und 28 Handwerksbetriebe sowie eine lutherische und eine katholische Kirche.
Im Jahr 1910 hatte Schöneberg eine evangelische und eine katholische Pfarrkirche, eine Spar- und Darlehenskasse, eine Viehhandlung und mehrere Mühlen. Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1050,2 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Schöneberg 247 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 268 Pferde, 436 Stück Rindvieh, sechs Schafe, 896 Stück Borstenvieh und 349 Ziegen hielten.
Im Jahr 1919 gehörte Schöneberg zum Kreis Marienburg (Westpreußen) im Regierungsbezirk Danzig in der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.
Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Schönsee durch den Versailler Vertrag an die Freien Stadt Danzig. Nach dem Überfall auf Polen wurde es wieder deutsch verwaltet. Bis 1945 bildete Schönsee eine Landgemeinde im Kreis Marienburg (Westpreußen) im Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde das Dorf 1945 Teil Polens.
Von 1975 bis 1998 gehörte die Gmina Ostaszewo zur Woiwodschaft Elbing, seither zur Woiwodschaft Pommern.
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1783 | – | königliches Dorf, mit einer Windmühle und 122 Feuerstellen (Haushaltungen), nebst einer katholischen Pfarrkirche und einer lutherischen Kirche, zum Amt Thiegenhoff gehörig |
| 1818 | 775 | mit Murksendorf, kölmisches Dorf mit zwei Kirchen und 141 Feuerstellen (Haushaltungen), zum Amt Tiegenhof gehörig, davon 390 Lutheraner, 372 Katholiken und 13 Mennoniten |
| 1852 | 1500 | Dorf |
| 1864 | 1574 | am 3. Dezember, Landgemeinde |
| 1867 | 1474 | am 3. Dezember, Landgemeinde |
| 1871 | 1477 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 659 Evangelische, 703 Katholiken, 110 sonstige Christen und fünf Juden |
| 1885 | 1510 | am 1. Dezember, Landgemeinde, darunter 753 Evangelische, 719 Katholiken, 35 sonstige Christen und drei Juden |
| 1905 | 1666 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 849 Evangelische (846 mit deutscher, eine Person mit polnischer und zwei mit einer anderen Muttersprache), 746 Katholiken (741 mit deutscher, zwei mit polnischer Muttersprache sowie drei mit deutscher und einer anderen Sprache), 55 sonstige Christen (deutschsprachig) und 16 Juden (deutschsprachig) |
| 1910 | 1683 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 1676 mit deutscher Muttersprache (877 Evangelische, 737 Katholiken, 54 sonstige Christen und acht Juden), drei mit polnischer Muttersprache (Katholiken) und drei mit kaschubischer Muttersprache (Katholiken) |

Die Bevölkerung in Schöneberg war vor 1945 mit knapper Mehrheit evangelisch. Nach der Reformation war der Gottesdienst zunächst in privaten Behelfsunterkünften oder im Freien abgehalten worden, seit 1626 stand vorerst ein strohgedecktes Gebetshaus zur Verfügung. Der Grundstein für das noch heute bestehende Gebäude der ehemaligen evangelischen Pfarrkirche wurde am 1. November 1872 gelegt und befindet sich genau in der Mitte des Fundaments unter dem Triumphbogen. Die Kirche, ein massives Rechteck mit Apsis und Westturm, 1874 fertiggestellt, erhielt drei Glocken, die am 11. August 1876 eingeweiht wurden. 1878 erfolgte der Einbau einer Orgel mit Pedal, zwei Manualen und 23 Registern. Eingepfarrt in das evangelische Kirchspiel Schöneberg war der Nachbarort Schönsee. Das Patronatsrecht lag in den Händen der kölmischen evangelischen Hofbesitzer der Parochie. Der Bestand an Kirchenbüchern mit Eintragungen zu Geburten, Trauungen und Sterbefällen reichte bis 1811 zurück.
Nach 1945 wurde das Kirchengebäude zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.
Die Katholiken in Schöneberg hatten eine eigene alte Pfarrkirche. Die Anfänge des im gotischen Baustil errichteten Kirchengebäudes, von dem nur noch eine Ruine existiert, gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Nach übereinstimmenden Angaben deutscher Zeitzeugen wurde das Gebäude Anfang April 1945 (der Überlieferung zufolge am 5. April) von einem auf dem Rückzug befindlichen deutschen Truppenverband vorsätzlich in Brand gesetzt, vermutlich um einer etwaigen strategischen Nutzung des Rundumsicht bietenden Kirchturms durch die vorrückende Rote Armee vorzubeugen.
Auf dem die Kirchenruine umgebenden Friedhof befindet sich das Grab eines unbekannten deutschen Soldaten.
Durch den Ort führt die Droga wojewódzka 499 und etwa drei Kilometer nordöstlich besteht über die Anschlussstelle 15 Dworek eine Anbindung an die Droga ekspresowa S7.
Zur Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen wurden im Weichsel-Delta schon seit der Ordenszeit mit Windkraft betriebene Wasserschöpfwerke eingesetzt, sogenannte ‚Wasserabmahl-Windmühlen‘, die mittels einer offenen Schnecke aus einer Mulde Wasser auf eine Höhe von bis zu über einem Meter beförderten. Ein solches Wasserschöpfwerk war bei Schöneberg noch um 1940 vorhanden.