Osteokine (aus dem Griechischen ostéon für Knochen und kīneîn für bewegen) sind zelluläre Botenstoffe, die von den Zellen des Knochengewebes produziert und sezerniert werden. Darunter finden sich Zytokine, Wachstumsfaktoren und Peptidhormone. Durch die Ausschüttung von Osteokinen fungiert das Skelettsystem nicht nur als biomechanisches Stützorgan, sondern als aktives endokrines Organ. Osteokine steuern lokal den kontinuierlichen Knochenumbau (autokrine und parakrine Wirkung) und regulieren systemisch den Energiestoffwechsel und die Homöostase weit entfernter Organe wie der Skelettmuskulatur, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, des Fettgewebes und des Gehirns.
Damit reihen sich die Osteokine in eine Familie von Botenstoffen ein, mit denen Gewebe wie eigenständige Drüsen im Körper kommunizieren: Ähnlich wie die Muskulatur über sogenannte Myokine, die Leber über Hepatokine oder das Fettgewebe über Adipokine Signale aussendet, nutzt der Knochen dafür die Osteokine.