Osteolyse

Klassifikation nach ICD-10
M89.5 Osteolyse
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Die Osteolyse (altgriechisch ὀστέον ostéon, deutsch ‚Knochen‘ und λύσις lýsis ‚Auflösung‘) bezeichnet allgemein einen Knochenabbau. Damit kann einerseits der Knochenabbau auf zellulärer Ebene bezeichnet werden, wie er im Rahmen des physiologischen Knochenumbaus beständig im Knochenstoffwechsel erfolgt, andererseits ein überschießender Knochenabbau im Rahmen eines pathologischen Knochenumbaus bezeichnet werden. Zum anderen bezeichnet besonders in der Radiologie und Onkologie eine umschriebene Osteolyse einen lokalen Knochendefekt mit komplettem Verlust der Knochensubstanz innerhalb des Defektes.

Osteolyse beim Knochenumbau

Osteoporose (Hand)

Generell sind die Osteoklasten die Zellen, die Knochen abbauen können, weshalb diese Form der Osteolyse auch als osteoklastische Reaktion bezeichnet werden kann. Sie werden über Hormone des Knochenstoffwechsels kontrolliert und stehen beim physiologischen Knochenumbau in ihrer Aktivität im Gleichgewicht mit den knochenaufbauenden Osteoblasten.

Bei Störungen des physiologischen Gleichgewichtes lassen sich zwei Formen der Osteopathie unterschieden, bei denen es zu einer reduzierten Knochendichte kommt:

Umschriebene Osteolyse

Auch die umschriebene Osteolyse erfolgt ausschließlich durch Osteoklasten, die jedoch lokal stark überaktiviert sind ohne gleichzeitige Osteoblasten-Aktivität. So entstehen im Knochen Stellen ohne Knochensubstanz, die wie ausgestanzte Löcher wirken können (typisches Bild beim Plasmozytom).

Beispiel: Osteolyse im Oberschenkelknochen bei einem Plasmozytom

Die Ursachen einer umschriebenen Osteolyse sind vielseitig und können sich manchmal aus der Lokalisation der Osteolyse, Grunderkrankungen und Alter des Patienten erschließen lassen:

Idiopathische Osteolyse

Sehr selten wird die komplette Auflösung eines einzelnen Knochens beobachtet. Diese als Gorham-Stout-Syndrom, Idiopathische massive Osteolyse oder Phantomknochenkrankheit bezeichnete Erkrankung ist idiopathisch, die Ursache also unbekannt.

Zu den idiopathischen Osteolysen zählen ferner in der Einteilung nach Spranger-Langer-Wiedemann von 1974

F. Hardegger stellte im Jahre 1985 eine alternative Klassifikation der hereditären multizentrischen Osteolysen vor:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Fritz U. Niethard, Joachim Pfeil: Orthopädie. 2. Auflage. Hippokrates-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-7773-1015-8.
  2. ↑ N. Schwenzer, M. Ehrenfeld: Zahn-Mund-Kiefer-Heilkunde. 5 Bände, Band 3: Zahnärztliche Chirurgie. Thieme Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-13-116963-X, Google Books
  3. ↑ W. Millesi, B. Niederle u. a.: Osteolysen im Kieferbereich als erster Hinweis auf einen primären Hyperparathyreoidismus. In: European Surgery. 26, 1994, S. 410–414, doi:10.1007/BF02620046.
  4. ↑ Adam Greenspan: Skelettradiologie. 3. Auflage. Urban&Fischer-Verlag, München 2003, ISBN 3-437-23060-3.
  5. ↑ Bernfried Leiber (Begründer): Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Hrsg.: G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7., völlig neu bearb. Auflage. Band 2: Symptome. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1990, ISBN 3-541-01727-9.
  6. ↑ J. W. Spranger, L. O. Langer, H. R. Wiedemann: Bone Dysplasias: An Atlas of Genetic Disorders of Skeletal Development Saunders, 1974, S. 211–218.
  7. ↑ Eintrag zu Multizentrische karpotarsale Osteolyse mit oder ohne Nephropathie. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  8. ↑ Bernfried Leiber (Begründer): Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Hrsg.: G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7., völlig neu bearb. Auflage. Band 2: Symptome. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1990, ISBN 3-541-01727-9.
  9. ↑ F. Hardegger, L. A. Simpson, G. Segmueller: The syndrome of idiopathic osteolysis. Classification, review, and case report. In: The Journal of bone and joint surgery. British volume. Band 67, Nummer 1, Januar 1985, S. 88–93, PMID 3968152. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.